Bioterrorismus aus dem Rotkreuzer Labor
  • Kultur
  • Rezension
«Wildspitz» von Monika Mansour – eine spannende Lektüre! (Bild: fge)

«Wildspitz»: Neues Buch der Luzernerin Monika Mansour Bioterrorismus aus dem Rotkreuzer Labor

3 min Lesezeit 20.09.2020, 14:53 Uhr

Der zweite Fall für Sara Jung: Im Buch «Wildspitz» von Monika Mansour, ermittelt die Leiterin der Zuger Kriminalpolizei in einem Einbruch mit Mord und stösst dabei an ihre Grenzen. Die Autorin verknüpft in ihrem im Kanton Zug spielenden Roman geschickt Vergangenheit mit Gegenwart und hält so die Spannung bis zum Schluss aufrecht.

Sara Jung, welche bereits in «Höllgrotten» ermittelte, steht vor einem rätselhaften Fall. In einem Forschungslabor in Rotkreuz wird eingebrochen, der Nachtwächter erschlagen und die Versuchstiere befreit. Doch wer steckt dahinter? Fanatische Tierschützer? Die Konkurrenz? Oder gar ein Mitarbeiter?

Viele Verdächtige, wenig Beweise und zweifelhafte Motive

Sara Jung übernimmt den Fall, geht Hinweisen nach und befragt Verdächtige, doch alle Spuren enden im Nichts. Erst als ein paar Wochen später plötzlich erkrankte Tiere auftauchen, vermutet die Ermittlerin Zusammenhänge und befürchtet Schlimmes – beim Einbruch wurden nämlich ausser den Labortieren auch noch gefährliche Viren entwendet.

Doch wer hat hier die Finger im Spiel? Würden Tierschützer so weit gehen, um ihre Ansichten zu untermauern und die Gesellschaft von der Grausamkeit der Tierversuche zu überzeugen? Was hat die Konkurrenz davon, wenn verseuchte Tiere auftauchen? Hängen die beiden Fälle wirklich zusammen? Und welche Rolle spielen die Kriegers in dieser Geschichte?

Jung kann auch in diesem Fall auf die Hilfe alter Bekannten zählen. Das «Schmetterlingskind» Natalie Krieger, ihr Vater und der Personenschützer Tom spielen auch im zweiten Krimi von Monika Mansour eine zentrale Rolle.

Sara Jung und ihr Team versuchen, die Puzzleteile zusammenzubringen, was nicht einfach ist, denn ständig tauchen neue Hinweise auf. Viel zu spät bemerken sie, dass der Täter noch auf weitere Beute aus ist …

Spannung bis zum Schluss

Mansours Kriminalroman lässt den Leser rätseln, erkennen, Erkenntnisse verwerfen, mitfiebern und mitleiden. Während der ganzen 283 Seiten kommt immer wieder Spannung auf, ständig wird der Kreis der Verdächtigen erweitert und wieder eingegrenzt. Erst zum Schluss kommt Licht ins Dunkel und das letzte Rätsel wird erst auf der letzten Seite aufgelöst.

Die Protagonistin stösst in diesem Werk an ihre persönlichen Grenzen. Die meist so kühl wirkende Sara muss sich eingestehen, dass sie nicht so abgehärtet ist, wie sie sich gibt. Und um den Fall zu lösen, muss sie tiefer in ihre Vergangenheit eintauchen, als ihr lieb ist.

Packend, rätselhaft und aufrüttelnd

Die Autorin versteht es, ihre Leser immer wieder an der Nase herumzuführen und das Rätsel um den Fall bis zum Schluss aufrecht zu erhalten. Sie integriert persönliche Erinnerungen, verstrickt zwischenmenschliche Beziehungen, Fakten und Phantasie und schafft somit Hochspannung.

Auch wenn zuweilen etwas viele Metaphern und Umschreibungen auftauchen und alles einen Vergleich finden muss, liest sich das Buch von Monika Mansour sehr gut. Wer den ersten Band der Reihe nicht kennt, stolpert vielleicht zu Beginn ein wenig über die vielen Andeutungen zum ersten Fall der Kriminalpolizistin, die wichtigsten Zusammenhänge erschliessen sich einem aber schnell. Und das Interesse an dessen Lektüre wird definitiv geweckt!

Die Autorin schafft eine der Thematik angepasste, beklemmende Stimmung, die sich immer mehr zuspitzt. Die Kulisse der Zuger Bergwelt tut ihr Übriges dazu. Der Wildspitz, das beliebteste Zuger Wanderziel, darf auch hier als Attraktion herhalten – passt aber dennoch ideal zur Thematik.

Der Krimi ist hervorragend recherchiert und behandelt unter anderem das sehr aktuelle und viel diskutierte Thema des Bioterrorismus. Der Roman ist aufrüttelnd und regt zum Nachdenken an.


War dieser Artikel nützlich für Dich?

Ja

Nein

In diesen Artikel haben wir viel Zeit investiert. Löse ein freiwilliges Abo und hilf uns, Artikel wie diesen auch in Zukunft anzubieten.

CHF

Deine Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, musst Du auf zentralplus eingeloggt sein. Bitte logge dich ein oder registriere dich jetzt und profitiere von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Deine Meinung ist gefragt!

0 Kommentare

Wie viel ist Dir unabhängiger Journalismus wert?

Schön besuchst Du zentralplus. Für Dich gehen wir vor Ort, sind mitten drin und nahe dran. Doch ganz gratis geht Qualitätsjournalismus nicht. Um die unabhängige Stimme zu den Grossverlagen in der Zentralschweiz zu bleiben, benötigen wir Deine Unterstützung. Zeig uns mit Deinem freiwilligen Abo oder einem einmaligen Beitrag, was wir Dir wert sind.

Schön besuchst Du zentralplus. Du verwendest einen Adblocker. Werbung ist für eine wichtige Einnahmequelle, die uns hilft, die unabhängige Stimme zu den Grossverlagen in der Zentralschweiz zu bleiben. Denn gratis geht Qualitätsjournalismus nicht. Zeig uns mit Deinem freiwilligen Abo oder einem einmaligen Beitrag, was wir Dir wert sind.

CHF