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Binzmühle-Sanierung soll über zehn Millionen Franken kosten
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Das Binzmühlegehöft in Risch: Die beiden Gebäude links sollen saniert werden, das Gebäude rechts im Bild ist ein Wohnhaus. (Bild: pbu )

Rotkreuzer Gehöft avanciert zum neuen Treffpunkt Binzmühle-Sanierung soll über zehn Millionen Franken kosten

4 min Lesezeit 1 Kommentar 27.06.2019, 08:08 Uhr

Die Binzmühle-Sanierung in Rotkreuz beschäftigt die Gemeinde Risch seit Jahren. Doch nun scheint es vorwärtszugehen, Anwohner und Ortsparteien wurden über die Sanierungs- und Nutzungspläne informiert. Im November kommt dann der Rest der Rischer Bevölkerung zum Zug, wenn sie über das kostspielige Projekt abstimmen darf.

Wer mit dem Zug von Rotkreuz in Richtung Luzern respektive in die Gegenrichtung fährt, kommt unweigerlich daran vorbei: das Gehöft Binzmühle. Direkt daneben der schmucke Weiher, umgeben von viel Grün. Das malerische Ensemble bildet eine Art Oase im stetig wachsenden Rotkreuz und befindet sich im Besitz der Gemeinde. Einzig der Teil direkt bei den Geleisen gehört den SBB.

Doch der Lack ist längst ab. Das Gehöft ist seit Jahren dringend sanierungsbedürftig, die Gemeinde pocht auf Massnahmen. Über den Handlungsbedarf sind sich alle einig. An der Gemeindeversammlung 2016 gab die Rischer Bevölkerung nach bösem Blut im Vorfeld grünes Licht für einen ersten Kredit (zentralplus berichtete).

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Gemeinderat verschätzte sich

Der Gemeinderat zeigte sich optimistisch, rasch ein Bauprojekt ausarbeiten und der Bevölkerung zum Beschluss vorlegen zu können. Doch weit gefehlt – zu viele Fragen waren noch offen, unter anderem im Zusammenhang mit dem Denkmalschutz und Lärmimmissionen. Des Weiteren wird die Sanierung wegen der schützenswerten Bausubstanz zu hohen Kosten führen und es galt, das Nutzungskonzept festzulegen.

«Wir wollen eine sanfte Belebung der Binzmühle erreichen.»

Ivo Krummenacher, Gemeindeschreiber Risch

Damit nicht genug: «Die Machbarkeit besprachen und verifizierten wir weiter mit diversen kantonalen Stellen», erklärt der Rischer Gemeindeschreiber Ivo Krummenacher. Schliesslich beschloss die Gemeinde, eine halböffentliche Mitwirkung durchzuführen, um zu sehen, ob das Sanierungskonzept tragfähig ist. Insgesamt acht Offerten gingen laut Krummenacher bei der Gemeinde ein. Den Zuschlag als Generalplaner bekam die Cometti Trufer Architekten AG aus Luzern.

Öffentlichkeit ist noch nicht informiert

Die Gemeinde ist sich des heissen Eisens bewusst und will sich geschickter anstellen als beim ersten Versuch. «Inzwischen kommunizieren, was das Sanierungs- und Nutzungskonzept anbelangt», sagt Krummenacher. Die Gemeinde habe Anwohnerinnen und Ortsparteien im Frühling orientiert.

Die öffentliche Kommunikation werde auf die Urnenabstimmung vom 24. November hin ausgerichtet. Dann soll der Baukredit den Stimmbürgern zum Entscheid vorgelegt werden. Zwei Monate vorher, am 21. und 22. September, kann die Bevölkerung die Binzmühle-Gebäude besichtigen.

«Binzi-Treff» und Ateliers

«Aktuell sind wir daran, das Bauprojekt auszuarbeiten», erklärt Gemeindeschreiber Ivo Krummenacher. Das Vorprojekt liege bereits ausgearbeitet vor. Das Projekt besteht entgegen der ursprünglichen Planung inzwischen aus zwei Teilen. Einer, was den «Binzi-Treff» anbelangt und einer, was den restlichen Bau betrifft.

Der «Binzi-Treff» ist ein Aussenraum und entsteht im Erdgeschoss des Mühlegebäudes. Er soll zu einem Treffpunkt für Bevölkerung, Vereine, Kinder, Senioren und naturinteressierte Schulklassen avancieren. Die Rede ist von «Verpflegung in bescheidenem Rahmen». «Damit wollen wir eine sanfte Belebung der Binzmühle erreichen», sagt Krummenacher. Das Untergeschoss werde für Ateliers als vielseitig nutzbares Geschoss umgebaut.

Das Binzmühlegehöft in Risch.

Zum Binzmühlegehöft gehört auch eine Remise (rechts).

(Bild: pbu)

Was den restlichen Bau anbelangt, sind in erster Linie Wohnungen geplant. Deren sieben sollen es werden: Zwei 5,5-Zimmer-, eine 4-Zimmer- sowie vier 3,5-Zimmer-Wohnungen.

Fledermäuse statt Kutschen

Das Binzmühle-Gehöft wartet zusätzlich mit einer 1875 erbauten Remise auf, einem hölzernen Nebengebäude inklusive Unterstand, einem Schuppen ähnlich. Ursprünglich waren Remisen zum Abstellen von Kutschen, Wagen oder Geräten gedacht. Bereits in einem Bericht 2005 wurde festgestellt, dass der bauliche Zustand der Remise schlecht bis sehr schlecht sei.

Im Dachgeschoss jener Remise in der Binzmühle soll nun ein Faunarefugium entstehen, wo beispielsweise Fledermäuse Zuflucht finden können. Im Obergeschoss sollen Lagerräume für Vereine entstehen, im Parterre Parkplätze und ein Raum für den Werkhof.

Zehn Millionen Franken für alles

Laut Krummenacher gehe man aktuell von Gesamtausgaben in der Höhe von über zehn Millionen Franken für die Binzmühle aus. «Darin enthalten sind die Sanierung des Haupt- und Mühlegebäudes, die Sanierung der Remise, die Erstellung einer Lärmschutzwand entlang den SBB-Geleisen und die Instandsetzung der näheren Umgebung der Binzmühle», präzisiert er.

Krummenacher gibt in diesem Zusammenhang zu bedenken, dass sich der Kanton Zug an den baulichen Massnahmen, die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Denkmalschutz stehen, beteiligen werde.

Die Gemeinde gehe aktuell von einem Betrag zwischen 100’000 und 150’000 Franken aus, welcher von Seiten des Kantons beigesteuert wird. Dies hänge unter anderem jedoch auch davon ab, ob die Teilrevision des Denkmalpflegegesetzes an der Urnenabstimmung vom 24. November genehmigt wird.

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1 Kommentare
  1. Michel Ebinger, 27.06.2019, 15:43 Uhr

    Bis jetzt überzeugt das Projekt