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Bessere Quartierarbeit zwischen Baselstrasse und Reussbühl
  • Politik
Leben auf der Baselstrasse – Still aus dem Film «Rue de Blamage». (Bild: zvg)

Neue Stelle und neuer Quartiertreff geplant Bessere Quartierarbeit zwischen Baselstrasse und Reussbühl

3 min Lesezeit 23.05.2017, 12:13 Uhr

Die Stadt Luzern nimmt die Quartiere zwischen Kasernenplatz und Reussbühl näher unter die Lupe und kündigt verschiedene Massnahmen an: einen neuen Quartiertreff für die Lindenstrasse, bessere Vernetzung und mehr Stellenprozente für die Quartierentwicklung. Das lässt man sich einiges kosten.

Wo intensiv gebaut wird, verändern sich Quartiere. Darum will der Luzerner Stadtrat in den Boomquartieren zwischen Luzern und Littau genauer hinschauen. Dies, damit sich Bewohner dieser Quartiere auch in Zukunft wohl fühlen in ihrem Stadtteil.

Schwerpunkte der Quartierarbeit setzt die Stadt im Gebiet Reussbogen zwischen Kasernen- und Seetalplatz sowie bei Neubaugebieten in der Innenstadt und in Littau. Das Parlament muss die jährlichen Mehrkosten von 380’000 Franken genehmigen, ebenso einen Kredit 485’000 Franken für befristete Massnahmen.

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Fokus auf auf Neubauten

«Quartiere sind unterschiedlich und ihre Bewohnenden haben nicht dieselben Bedürfnisse», teilt der Stadtrat am Dienstag mit. Damit der Lebensraum für alle attraktiv bleibt, passt die Stadt ihre Quartier- und Stadtteilpolitik an.

Neu orientiert sich die Quartierentwicklung weniger an sichtbaren sozialen Brennpunkten und ihrer Behebung, sondern setzt den Fokus vermehrt auf Gebiete, in denen Areale neu- und umgebaut werden. Die Stadt intensiviert dabei die Vernetzung mit den Quartierkräften und den Dialog mit Liegenschaftsbesitzern und Investoren. Ziel: attraktive Lebensräume mit guter Bevölkerungsdurchmischung.

Sicherheit und Image sind besser

Obwohl die Stadt selber kaum baut, nimmt sie beim Schaffen von Rahmenbedingungen eine aktive Rolle ein. Für eine gute Durchmischung im Quartier seien neben dem Wohnraum insbesondere Fussgängerverbindungen, Frei- und Spielflächen, Einkaufsmöglichkeiten, Schule und Vereine wichtig. «Hier kommt der Quartierentwicklung die Rolle zu, Meinungen und Ideen frühzeitig für die Planung einzuholen und die Umsetzung zu unterstützen», so der Stadtrat.

Die Baselstrasse in der Nacht: Hier soll wieder mehr los sein.

Die Baselstrasse in der Nacht.

(Bild: Aura/Emanuel Ammon)

Die Quartierentwicklungsprojekte Basel-Bernstrasse (BaBeL) und Fluhmühle-Lindenstrasse gibt es seit einigen Jahren, «die Stabilisierungs- und Aufwertungsmassnahmen greifen», ist der Stadtrat überzeugt. Die sehr interkulturell geprägte Bewohnerschaft profitiere – insbesondere durch die Zusammenarbeit mit starken Partnerinnen und Partnern – von vielseitigen integrativen Angeboten. Das Sicherheitsgefühl und das Image hätten sich in diesen Quartieren verbessert.

Für diese beiden Projekte musste der Stadtrat bisher alle drei Jahre neue Kredite beantragen, 2017 läuft die Finanzierung aus. Nun soll daraus eine Daueraufgabe werden. «Dies ermöglicht langfristiges Planen und Stabilität für alle Partner», so die Mitteilung.

Neu plant der Stadtrat zudem einen Quartiertreff in der Lindenstrasse und eine städtebauliche Studie, «um die baulichen Potenziale in der Basel- und Bernstrasse zu eruieren», heisst es.

Grossräumig denken

Das Babel-Quartier sowie die Fluhmühle-Lindenstrasse zwischen dem Kasernenplatz und dem Seetalplatz liegen laut Stadtrat in einer Zone mit «enormer Bautätigkeit». Für die Entwicklung sei eine stärkere Zusammenarbeit über die bisherigen Quartiergrenzen hinaus notwendig und positiv.

Einen besseren Austausch erhofft sich der Stadtrat von zwei Massnahmen: einerseits von der neuen Plattform «Reussbogen», andererseits von einer neuen 60-Prozent-Stelle für die Quartierentwicklung. Ein Vorbild sieht die Stadt bei den Gebietsmanagern von Luzern Plus. Die Quartierentwicklung werde die Beteiligten an der baulichen Entwicklung vernetzen, etwa bei der Umsetzung des Bebauungsplans Fluhmühle-Lindenstrasse. Vorgesehen ist, dass die Quartierentwicklung später auch in anderen Quartieren – zum Beispiel in der Innenstadt oder in Littau – tätig sein kann.

Parlament muss Kredite absegnen

Für die Quartierentwicklung beantragt der Stadtrat beim Stadtparlament einen befristeten Kredit von 485’000 Franken. Damit werden die städtebauliche Studie zur Basel-/Bernstrasse finanziert und die personellen Ressourcen der Dienstabteilung Stadtplanung für fünf Jahre um 30 Prozent aufgestockt. Dies, um die Erarbeitung der Studie zu begleiten und die planungsrechtlichen Grundlagen daraus zu erarbeiten. Ausserdem wird ein Monitoring im Reussbogen durchgeführt.

Ausserdem beantragt der Stadtrat beim Parlament einen jährlichen Kredit von 380’000 Franken. Damit sollen die 60-Prozent-Stelle für die Quartierentwicklung finanziert, die laufenden Prozess weitergeführt und in eine Daueraufgabe überführt sowie die Plattform Reussbogen aufgebaut werden. Zudem will der Stadtrat einer Motion folgend das Konto für die Förderbeiträge der Quartervereine um 25’000 Franken auf 100’000 Franken erhöhen.

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