Berufsverbot fällt: Luzerner Corona-Skeptiker und Hausarzt Heisler ist zurück
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Der Corona-skeptische Ebiker Hausarzt Andreas Heisler macht derzeit Ferien in Frankreich: «Es ist schon so, dass ich das Bedürfnis hatte, mich zu erholen, auch wenn ich die letzten Monate nicht arbeiten konnte.» (Bild: Screenshot Youtube)

Umstrittener Mediziner behandelt wieder Patienten Berufsverbot fällt: Luzerner Corona-Skeptiker und Hausarzt Heisler ist zurück

4 min Lesezeit 15 Kommentare 24.06.2021, 08:53 Uhr

Der Ebiker Hausarzt Andreas Heisler beschäftigt die Behörden und Gerichte seit Monaten. Mehrfach hat der Luzerner Mediziner gegen die Covid-19-Gesetzgebung verstossen. Im Februar wurde ihm ein vorläufiges Berufsverbot erteilt. Jetzt darf Heisler wieder Patienten in seiner Praxis behandeln.

Er gilt als prominentes Aushängeschild der Schweizer Corona-Skeptiker-Bewegung und ist regelmässiger Redner an Corona-Demos: Der Ebiker Hausarzt Andreas Heisler hat in der Vergangenheit wegen seinen fragwürdigen Praktiken und kruden Theorien für Aufruhr gesorgt. Schliesslich schreiten die Luzerner Behörden im Frühjahr ein, belegen ihn mit einem Berufsverbot.

Zuvor wurden zahlreiche Vorwürfe gegen den Massnahmen-kritischen Luzerner Mediziner laut. Demnach soll Heisler in seiner Hausarzt-Praxis in Ebikon Patienten während der Corona-Pandemie ohne Maske behandelt haben. Zudem wird ihm vorgeworfen, er hätte schriftliche Maskendispensen an Patienten ausgestellt, die nie bei ihm vorstellig wurden. Im Februar 2021 bekam er dafür die Quittung: Der Luzerner Kantonsarzt Roger Harstall entzog Heisler die Berufsausübungsbewilligung wegen festgestellter fortgesetzter Verstösse gegen die Covid-19-Gesetzgebung. Die Praxis wird dicht gemacht.

Umstrittener Hausarzt aus Ebikon darf wieder praktizieren

Im Mai zog der Hausarzt das Urteil des Luzerner Kantonsgerichts wegen des vorsorglichen Entzugs seiner Berufsausübungsbewilligung durch die kantonale Dienststelle Gesundheit und Sport vor das Bundesgericht (zentralplus berichtete).

zentralplus-Recherchen zeigen jetzt: Der umstrittene Hausarzt darf wieder arbeiten! Corona-Skeptiker Heisler wurde vom Kanton Luzern die Erlaubnis erteilt, unter Einhaltung geltender Corona-Massnahmen wieder zu praktizieren. Mehrere Anfragen von zentralplus beim Gesundheits- und Sozialdepartement des Kantons Luzern blieben bisher unbeantwortet.

Derzeit hält sich Heisler in Frankreich am Atlantik in den Ferien auf, wie er im Live-Interview eines einschlägigen Youtube-Kanals am vergangenen Samstag erklärt. «Es ist schon so, dass ich das Bedürfnis hatte, mich zu erholen, auch wenn ich die letzten Monate nicht arbeiten konnte. Es ist sehr viel passiert», sagt der Ebiker Hausarzt. «Man kann sich hier etwas abschirmen, ausser beim Einkaufen merkt man nichts von dem ganzen Wahnsinn», so Heisler weiter.

Entzug der Berufserlaubnis war «ein harter Schlag»

Der Luzerner Corona-Skeptiker und Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH räumt im Interview ein, dass der Entzug seiner Berufserlaubnis «ein harter Schlag» für ihn war. Er klagt: «Man hat mir Gefährdung der öffentlichen Gesundheit vorgeworfen.» Die Tatsache, dass er als Arzt trotz Pandemie ohne Maske arbeitete, verharmlost er, betitelt es als «zivilen Ungehorsam». De facto habe er vier Montate nicht als Arzt praktizieren dürfen. Er sieht sich in der Opferrolle, erklärt, dass damit «Patienten und Personal mitbestraft wurden».

Vor zwei Wochen habe sich Heisler via Mail an den Kantonsarzt gewendet. Kurz darauf sei er – zusammen mit seinem Anwalt – beim Luzerner Kantonsarzt Roger Harstall vorstellig geworden. Für das Gespräch sei eine Stunde anberaumt gewesen. «Wir haben zweieinviertel Stunden gesprochen. Danach stand dann fest, dass ich praktisch in den nächsten Tagen die Bewilligung wieder bekomme. In dem Sinne, dass die Vorsorglichkeit aufgehoben werden kann, weil ich jetzt doch keine Gefährdung für die öffentliche Gesundheit darstelle», so Heisler.

Heisler wird ab dem 5. Juli wieder Patienten behandeln

Eigenen Angaben zufolge soll Heisler am Dienstag vergangene Woche den Bescheid bekommen haben, dass er wieder arbeiten darf. Über den exakten Inhalt des Gesprächs hält sich Heisler bedeckt: «Ich habe versprochen, dass ich nicht die grossen Details vom Gespräch bekannt gebe – im Sinne der Vertraulichkeit.»

«Ich werde jetzt noch eine paar Tage in den Ferien sein. Und werde dann am 5. Juli endlich wieder mit der Sprechstunde anfangen», sagt der Ebiker Hausarzt. «Es freut mich, dass ich wieder arbeiten darf.» Das gerichtliche Verfahren um den Bewilligungsentzug läuft ihm zufolge noch. Er ist überzeugt, dass die Klage beim Bundesgericht wesentlich dazu beigetragen hat, dass die Dienststelle gemerkt habe, dass sie sich auf dünnem Eis bewege. «Diese Drohkulisse hat gereicht, um zu diesem Gespräch einzulenken», sagt der Ebiker Arzt.

Ebiker Hausarzt verbreitet weiterhin krude Corona-Theorien

Der Corona-Skeptiker sieht sich selbst als «Brückenbauer», gibt sich kooperativ. Doch tatsächlich zeigt Heisler keinerlei Einsicht: «Ich würde alles wieder genau gleich machen, wie ich’s gemacht habe.» In dem über 23-minütigen Youtube-Interview spricht er von der «Pandemie-Lüge», die auffliegen werde und bezeichnet ETH-Forscher als «Virolügner».

In Bezug auf sein Berufsverbot erklärt er, dass er sich etwaige Schadenersatzforderungen vorbehalten werde. Zudem kündigt Heisler an, mit seinem Verein Aletheia bei Swissmedic, der Schweizerischen Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Arzneimittel und Medizinprodukte, einen vorrübergehenden Stopp der Impfkampagne anzustreben.

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15 Kommentare
  1. Christoph Schweizer, 25.06.2021, 10:59 Uhr

    Mit selbstgefälliger Rechthaberei genüsslich aus dem sicheren Kokon der gleichgeschalteten Masse auf Aussenseiter spucken und schiessen, ist alles andere als mutig. Mehrheit bedeutet noch lange nicht, dass diese Mehrheit auch auf der richtigen Spur ist. Manipulation braucht nicht mehr Brandreden und wehende Fahnen, sie kommt heute durch die medialen Möglichkeiten viel subtiler daher und ist gleichwohl eine sehr wirkungsvolle Hirnwäsche.

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    1. Scheidegger, 25.06.2021, 13:25 Uhr

      Yes we are all brainwashed! Ob so oder so! Manipuliert und desinformiert. Youtube-Fetischisten und Verschwörungsbanalisten. Realsatiriker und linkenette Grüne. So what! Werd erwachsen, Schweizer.

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    2. Roli Greter, 26.06.2021, 01:03 Uhr

      Oje Scheidegger, war nicht so ihr Tag oder?

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    3. Michel von der Schwand, 26.06.2021, 08:58 Uhr

      Und wie es mein Tag war, Roli Greter. Auch für Sie gilt: Ausschwurbeln und erwachsen werden. Danke.

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    4. Roli Greter, 26.06.2021, 14:18 Uhr

      Michel von der Schwand, Sie sind ausnahmsweise nicht Teil einer Diskussion mit mir. Sorry gäll.

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  2. Marc Mingard, 25.06.2021, 07:15 Uhr

    Um mal wieder eine Einordnung der verwendeten Begriffe vorzunehmen:
    Skeptiker: zu einem durch Skepsis bestimmten Denken, Verhalten neigender Mensch
    skeptisch: ‹zweifelnd, bedenklich, mißtrauisch, kühl abwägend› (18. Jh.), griech. skeptikós (σκεπτικός) ’nachdenkend, überprüfend›

    Der Kontext in welchem «Corona-Skeptiker» verwendet wird ist grundsätzlich falsch. Es interessiert nur scheinbar wenige. Die wenigsten Menschen die ich kenne, die mit der derzeitigen Entwicklung nicht einverstanden sind, zweifeln die Existenz eines Virus an.

    Ein Mensch welcher im Bezug auf Corona nachdenkend, überprüfend, kühl abwägend ist, erscheint mir als sehr positiv und unbedingt notwendig. Wenn wir aufhören nachzudenken, zu überprüfen, haben wir aufgegeben.

    Auch das betriebene Framing, die Wissenschaft nicht hinterfragen, anzweifeln zu dürfen ist grundsätzlich falsch. Es ist eine absolute Basis der Wissenschaft, dass jede Theorie die aufgestellt wird, konstant hinterfragt und herausgefordert wird. Nur wenn sie Bestand hat, bleibt sie gültig, als Erklärung für unsere Beobachtung. Oder wir lernen dazu und können die Theorie überarbeiten. Wer dies nicht zulässt ist als Wissenschaftsfeindlich skeptisch zu hinterfragen. Das grundlegende Narrativ in der «neuen Normalität» scheint genau dies nicht mehr zulassen zu wollen. Neu sind positiv besetzte Begriffe negativ. Neu sind Grundlagen der Wissenschaft nicht mehr zulässig (das kritische hinterfragen).

    Neusprech nach Orwell?

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  3. Stefan, 24.06.2021, 13:30 Uhr

    Nicht nachvollziehbar, dass ein so verblendeter Mensch weiterhin praktizieren darf. Von so jemandem ist eine Gefährdung der Gesundheit seiner Patienten anzunehmen.

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    1. Roli Greter, 25.06.2021, 02:11 Uhr

      Ich als sein Patient finde Ihre Aussage nicht nachvollziehbar.

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    2. Michel von der Schwand, 25.06.2021, 10:06 Uhr

      Grundsätzlich ist diese Entscheidung jedem Patienten selbst überlassen. Den Arzt kenne ich nicht und kann so nicht beurteilen, ob der Herr nun als Schamane der Flacherdler zu bezeichnen ist. Kritisch wird es dann, wenn der Arzt nicht anerkannte Heilmethoden anwendet und die Krankenkasse die Leistung verweigert. Sofern der Arzt seine Patienten darüber aufklärt, kann weiter jeder selbst für sich entscheiden. Kritisch wird es dann, wenn seine Patienten die Gesundheit anderer Menschen aufgrund angewandter oder nicht angewandter Heilmethoden gefährdet. Aber auch dies ist schwer nachzuweisen.

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    3. Berner in Ebikon, 25.06.2021, 16:29 Uhr

      Der Herr Greter und der Herr Heisler.
      Dies ist sicher ein sehr starkes Patienten und Ärzte Team.
      Da möchte man doch Maus sein, bei den Themen die da so
      «behandelt»werden…..

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  4. P. Nigg, 24.06.2021, 10:10 Uhr

    Lügner oder Leugner
    bedeutet nicht dasselbe.
    Dass die Pandemieleugner einander den Begriff «Virolügner» nachplappern, lässt an deren Fähigkeit zum differenzierten Denken zwefeln.

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    1. Windfahne, 24.06.2021, 11:29 Uhr

      Jaja, das differenzierte Denken ist in diesen Zeiten ganz allgemein schwer in Bedrängnis geraten. Besonders dann, wenn «differenziert» bedeuten soll, «meine Meinung ist unumstösslich die Richtige» und jeglicher Kritizismus sofort mittels Framing und Verklammerungsbegriffen diffamiert wird. Aber das kennt man ja bereits auch von anderen moralisch aufgeladenen Themen und ist scheinbar jetzt gross im Kommen. Gerne lese ich da u.a. immer wieder bei Freud und Gustave le Bon nach; kann ich in diesem Kontext nur immer wieder empfehlen, wenn es um Bildung einer differenzierten Meinung geht.

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  5. Paul Bründler, 24.06.2021, 09:24 Uhr

    So langsam setzen sich Wahrheit und Gerechtigkeit durch.
    Gut so!
    Ich wünsche diesem mutigen, kompetenten Arzt, dass er noch viele Jahre praktizieren und den Menschen helfen kann.

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    1. Gruesse vom Einhorn Schlachthaus, 24.06.2021, 10:36 Uhr

      Da kann ich mich nur anschliessen.
      Lüge und Wahrheit sind immer abhängig vom Standpunkt, von der Perspektive. Von dem, der das Meinungsmonopol hat; und scheinbar bestimmt, was richtig und was falsch ist.
      Gerade wenn es in bisher unbekannte Manier um Meinungsmanagement und Beeinflussung der öffentlichen Meinung geht, sollte dies durch den kritischen Beobachter stets entsprechend gewürdigt werden!

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    2. Marc, 24.06.2021, 15:56 Uhr

      Wer sich von so einem offensichtlichen Wirrkopf behandeln lässt, kann sich genauso gut selbst behandeln.

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