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Berufstätige Eltern sind sauer wegen zu wenig Betreuungsplätzen
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Unterstützerinnen der Petition, die innert einer Woche von mehr als 600 Zugerinnen und Zuger unterschrieben wurde, heute bei der Übergabe an die Stadt Zug. (Bild: zvg )

Zuger Stadtrat wird zum Handeln aufgefordert Berufstätige Eltern sind sauer wegen zu wenig Betreuungsplätzen

3 Min 06.07.2018, 13:42 Uhr

Bis zu 50 Kinder finden im neuen Schuljahr alleine in der Herti für den Mittagstisch und die Nachmittagsbetreuung keinen Platz. Darüber informierte die Stadt Zug betroffene Eltern erst kurz vor den Sommerferien. Innerhalb nur einer Woche haben 600 Zugerinnen und Zuger die Petition für mehr Plätze in der Freizeitbetreuung unterschrieben. Die Petition wurde heute dem Zuger Stadtrat überreicht.

Im Gebiet Herti sind die Plätze in der Freizeitbetreuung mit dem Mittagstisch und der Nachmittagsbetreuung seit Jahren rar. Im Schuljahr 2018/2019 fehlen besonders viele Plätze. Gemäss Auskunft der Stadt Zug mussten an gewissen Tagen bis zu 50 Kinder abgewiesen werden. Den Eltern bleiben keine Ausweichmöglichkeiten, denn die Freizeitbetreuung ist an jedem Tag bis auf den letzten Platz ausgebucht. Mit der Petition fordern 600 Zugerinnen und Zuger den Stadtrat auf, umgehende Abhilfe zu schaffen und die notwendigen Plätze für das Schuljahr 2018/19 zur Verfügung zu stellen. Die Solidarität war hoch, insgesamt haben weit über 800 Personen die Petition unterzeichnet, darunter viele auswärtige Grosseltern, deren Enkeln in der Stadt Zug leben.

Die Stadt Zug hat mit der Freizeitbetreuung ein Erfolgsmodell geschaffen, dass zu Ungleichbehandlung führt und viele Familien ausschliesst. Auf ihrer Website rühmt sich die Stadt, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern, beschränkt dann aber die Zahl der zur Verfügung stehenden Betreuungsplätzen auf ein Minimum, obwohl das Problem seit längerem bekannt ist: Bereits im Sommer 2016 mussten Eltern im Gebiet Zug West mit einer breit abgestützten Petition um dringend notwendige Betreuungsplätze kämpfen.

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Alexandra Beeler (links) und Eliane Birchmeier (rechts) überreichen die Petition an Stadträtin Vroni Straub, Vorsteherin Bildungsdepartement.

Alexandra Beeler (links) und Eliane Birchmeier (rechts) überreichen die Petition an Stadträtin Vroni Straub, Vorsteherin Bildungsdepartement.

(Bild: zvg)

Jetzt wiederholt sich die gleiche Situation in der Herti. Und wieder sind es die Eltern, die bei den Behörden Druck machen müssen, damit sich etwas ändert. Berufstätige Eltern sind auf verlässliche und langfristig ausgerichtete Betreuungs- und Freizeitstrukturen für ihre Kinder angewiesen. Eltern in der Herti berichten, dass sie jedes Jahr wieder aufs Neue zittern, ob sie einen Platz erhalten oder beide Geschwister, und nicht nur eines, berücksichtigt werden. Ein Fünft- oder Sechstklässer, wurde Eltern von der Stadt beschieden, können auch zuhause ein Sandwich über den Mittag essen. Generell lautet der Tenor seitens der Petitionsunterstützer, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wichtig sei und entsprechend gefördert werden müsse. Nur so sei es auch Frauen möglich, berufstätig zu sein.

Wirtschaft profitiert von Arbeitnehmerinnen

Bei den fehlenden Plätzen im Gebiet Herti wie auch in anderen Stadtzuger Schulkreisen handelt es sich nicht um eine Spitze, die sich in den Folgejahren wieder von selbst regulieren wird. Mit den steigenden Schülerzahlen wird auch die Nachfrage weiter zunehmen. Die Stadt Zug muss dringend handeln, will sie auch in Zukunft ein attraktiver Standort für Familien mit schulpflichtigen Kindern sein.

Die Freizeitbetreuung ist ein Modell mit Zukunft, von dem alle einen Nutzen haben. Die Kinder profitieren beim Essen, Spielen und Hausaufgabenmachen alters- und klassenübergreifend voneinander. Frauen wird die Berufstätigkeit ermöglicht. Die Wirtschaft profitiert von qualifizierten Arbeitnehmerinnen und die öffentliche Hand langfristig von zusätzlichen Steuereinnahmen.

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