Beruf & Bildung
Es braucht Notlösungen

Wie die Luzerner Gemeinden mit dem Lehrermangel umgehen

Mehr Kinder in einer Klasse, mehr Stunden für die Lehrpersonen. Die kommende Zeit wird anstrengend. (Bild: Unsplash/Neonbrand)

Die langen Sommerferien gehen bald ihrem Ende entgegen. Und es zeichnet sich an vielen Orten ab, dass die Lehrerinnen und Lehrer die getankte Energie bald wieder los sind. Durch den Lehrermangel wird es wohl eine anstrengende Zeit.

Wie kann mit dem Lehrermangel umgegangen werden? Die Lösungen sind unterschiedlich. So hat Dagmersellen beispielsweise Klassen zusammengelegt. In Luthern müssen die Lehrpersonen zusätzliche Lektionen übernehmen. Es wird wohl nach den Sommerferien eine belastende Zeit für die Lehrpersonen.

Vergebens händeringend nach Lehrpersonen gesucht

Die Dienststelle Volksschulbildung hat mit allen Mitteln probiert, den Lehrermangel zu bekämpfen. So wurden beispielsweise die pensionierten Lehrpersonen angeschrieben, mit der Bitte doch wieder in die Schule zurückzukommen.

Die Dienststelle Volksschulbildung Luzern greift deshalb zu ungewöhnlichen Mitteln: In einem Schreiben, das zentralplus vorliegt, bittet sie alle Lehrpersonen, die in den letzten zwei Jahren in Pension gegangen sind, zur Schule zurückzukehren.

Fast schon entschuldigend schrieb die Dienststelle: «Es ist uns bewusst, dass Sie nach vielen Jahren im Lehrerberuf ein Anrecht auf Ihre Pension haben und die neu gewonnenen Freiheiten geniessen.» (zentralplus berichtete).

Dagmersellen hat Klassen zusammengelegt

Die Sorgen mit dem Personalmangel kennt auch der Dagmerseller Schulleiter Thomas Graber. Gegenüber der «Luzerner Zeitung» schildert er, wie in seiner Schule eine Primar- und eine Kindergartenklasse geschlossen werden musste. «Wir haben jetzt teils Klassen mit 25 Lernenden, darunter auch Kinder, die integrative Förderung benötigen.»

Dass die grossen Klassengrössen zu Nachteilen führen, müsse nicht sein. Martina Krieg, Leiterin der Luzerner Dienststelle Volksschulbildung, sagt gegenüber der Zeitung: «Selbst bei grösseren Überschreitungen müssen keine Nachteile entstehen. Unterschiede hängen wesentlich von der Zusammensetzung der Klasse und vom Unterricht der Lehrperson ab.»

Sorgen bereitet dem Schulleiter aus Dagmersellen auch die Gesundheit der Lehrpersonen. «Damit wir im Winter nicht vier bis fünf Lehrpersonen wegen Burn-out verlieren, haben wir jetzt vor allem im Kindergarten viele Lehrerassistenzen eingestellt.»

Ballwil setzt auf Studenten

In Ballwil setzt die Schule unter anderem auf PH-Studierende. Schulleiterin Kathrin Hansen erklärt: «Wir haben Pensen aufgeteilt, sodass nun zwei PH-Studierende im dritten Ausbildungsjahr Lektionen übernehmen.» Durch dies entstehen allerdings ein zusätzlicher Aufwand für die Lehrkräfte. «Für das bestehende Lehrpersonengremium ist es eine zusätzliche Belastung, weil mehr Koordination zwischen den Lehrpersonen nötig ist.»

Wie es weitergeht, zeigt auch der kommende Herbst. Die Dienststelle Volksschulbildung will dann eine Analyse durchführen, welche die Gründe für das mangelnde Interesse an dem Beruf aufzeigen soll. Themen wie Anstellungsbedingungen, Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten und auch die Belastungssituation von Lehrpersonen werden dann genau analysiert. Dies soll dann die Richtung für das kommende Jahr vorgeben.

Verwendete Quellen

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