Stadt wird nach langer Suche fündig

Standort für neues Zuger Schulhaus hat «Schönheitsfehler»

Hier, in der Stadt Zug respektive an der Grenze zur Gemeinde Baar, soll ein neues Schulhaus entstehen. (Bild: zvg) (Bild: zvg)

Die Stadt Zug plant im Gebiet Lüssi ein neues Schulhaus. Dies, um das dringende Schulraumproblem im Stadtgebiet zu lindern. Das Schulhaus, das direkt ans Baarer Quartier Arbach grenzt, soll bis 2028 fertiggestellt werden. Es gibt allerdings eine Hürde.

Die Stadt Zug hat ein Problem. Die Bevölkerung wächst, neue Quartiere werden aus dem Boden gestampft. Es braucht dringend neuen Schulraum, gerade im dicht besiedelten Guthirt-Quartier (zentralplus berichtete).

Nun scheint eine Lösung für das Platzproblem gefunden zu sein. Wie die beiden Stadtratsmitglieder Eliane Birchmeier und Etienne Schumpf an einer Medienkonferenz am Mittwoch mitteilten, wurde ein Standort für ein neues Primarschulhaus inklusive Doppelturnhalle und schulergänzender Betreuung gefunden.

Dies im Gebiet Lüssi, einem 14'500 Quadratmeter grossen Landstück, angrenzend an die Gemeinde Baar respektive an das Quartier Arbach. «Es handelt sich um zwei Grundstücke, die sich beide noch in der Landwirtschaftszone befinden. Das heisst, sie müssen noch in eine Zone des öffentlichen Interesses (OeIB) umgezont werden», erklärte die Bauchefin Eliane Birchmeier. Dass sich die Grundstücke nicht im Besitz der Stadt befinden, bezeichnete die Stadträtin als «Schönheitsfehler».

«Wir sind nicht der Meinung, dass es eine Voraussetzung sein muss, dass sich die Liegenschaft auf stadteigenem Land befindet», so Birchmeier. Die beiden Erbengemeinschaften, denen die Grundstücke gehören, seien denn auch offen für die Pläne, sagt die Stadträtin weiter. «Wir können das Land im Baurecht erwerben und somit planen, als wären die Grundstücke in unserem Besitz.»

Das Gebiet eigne sich insofern prächtig, da die noch grünen Wiesen nebenan (sprich: im Göbli) in wenigen Jahren überbaut sein werden. Davon zeugen aktuell die hohen Bauprofile, zwischen denen derzeit Schafe grasen.

Gemäss dem Stadtplaner Harald Klein eigne sich der Standort auch bezüglich des Schulwegs. «Bereits jetzt führt ein Fussweg entlang des renaturierten Bachs. Dieser lässt sich im Rahmen des Bauprojekts in Richtung Ägeristrasse weiterziehen.»

2028 soll der Bau fertig sein

Auf Basis der in den vergangenen Monaten durchgeführten Machbarkeitsstudie würden gegenwärtig die Arbeiten für die Umzonung sowie den Projektwettbewerb laufen. Der Grosse Gemeinderat soll voraussichtlich nach den Sommerferien über den Wettbewerbskredit beschliessen. Mit dem Bau der Schulanlage wird voraussichtlich 2026 gestartet, damit diese planmässig auf das Schuljahr 2028/29 in Betrieb genommen werden könne.

Dem Entscheid für den Standort Lüssi sei eine breit angelegte Standortsuche vorausgegangen. «Im Norden Zugs, beim Göbli, besitzt die Stadt zwar die nötige Fläche für ein Schulhaus. Doch ist das Grundstück sehr dezentral und befindet sich nicht dort, ‹wo die Musik spielt›», so Birchmeier.

«Der Ahornpark wäre eine Möglichkeit gewesen, dort würde jedoch ein Schulhaus zulasten von Wohnraum gehen.»

Eliane Birchmeier, Zuger Bauchefin

Bei den stadteigenen Grundstücken auf dem heutigen Werkhof- und Feuerwehrareal sowie im Steinlager (die beiden oberen gelben Punkte auf der untenstehenden Karte) sei es noch unklar, wann sie zur Verfügung stehen könnten. «Der Ahornpark wäre eine weitere Möglichkeit gewesen, dort würde jedoch ein Schulhaus zulasten von Wohnraum gehen.» Die meisten der genannten Gebiete würden überdies zu wenig Raum für einen Zweizüger bieten. «Das heisst, man müsste ein zusätzliches Schulhaus planen. Dies wiederum möchten wir verhindern.»

Die bunten Punkte wurden als Schulstandorte genauer unter die Lupe genommen. Der grüne Punkt zeigt den gewählten Standort im Lüssi. (Bild: zvb)

Neben den eigenen Grundstücken habe die Stadt Zug mit privaten Grundeigentümern verschiedene Standorte abgeklärt. «Mit dem Standort Lüssi konnte ein passendes Areal gefunden werden, das sowohl von der Grösse, der Erschliessung und der Lage im Quartier optimal ist», sind sich die Stadträtinnen einig.

Baukosten? Schwierig zu sagen

Wie viel das Unterfangen «über den Daumen» kosten wird, lasse sich heute noch nicht sagen, erklärte Birchmeier an der Medienkonferenz. «Der Neubau im Riedmatt, wo wir einen Einzüger gebaut haben, kostete rund 14 Millionen. Dies jedoch ohne Freizeitbetreuung und Sportanlagen. Das Projekt im Herti wird rund 65 Millionen Franken kosten. Dort planen wir neben einem 3,5-Züger und einer Sportanlage jedoch auch eine Aula und eine Musikschule.»

Verwendete Quellen
  • Medienkonferenz
  • Medienmitteilung
  • Gespräche vor Ort
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