Beruf & Bildung
Sie kommen von der Partnerschule in Lwiw

30 ukrainische Künstlerinnen studieren nun in Luzern

30 Ukrainerinnen studieren neuerdings an der Hochschule Luzern Kunst & Design. (Bild: zvg)

Die Hochschule Luzern pflegt seit Jahren eine Partnerschaft mit einer Kunstschule im ukrainischen Lwiw. Dass sie sich innert weniger Wochen stark intensiviert, hätte bis vor kurzem wohl niemand gedacht.

Partnerschaftliche Verbindungen von Hochschulen: Was zunächst blutleer klingt, hat 30 Studentinnen aus der Ukraine nicht nur Sicherheit, sondern auch eine mittelfristige Ausbildungsperspektive verschafft.

Bereits seit 2004 besteht eine Verbindung zwischen der Kunstschule Lwiw und der Hochschule Luzern. «Offizielle Partnerschulen sind wir erst seit Herbst 2021», erklärt die Kommunikationsverantwortliche Sigrid Cariola. Kaum ein halbes Jahr später intensivierte sich dieses Band zusätzlich.

30 Studentinnen mit unterschiedlichen Studienschwerpunkten von Graphic Design über Animation bis hin zu Textildesign haben vor wenigen Wochen unverhofft ihr Studium an der HSLU aufgenommen. Initiantin des Austauschs war Monika Gold. Die Leiterin der Bachelorausbildung in Graphic Design pflegt seit Jahren den Kontakt zur Kunsthochschule in Lwiw.

Englischkenntnisse für Austausch ausschlaggebend

Am Zustandekommen dieses besonderen Austauschprogrammes waren laut Cariola verschiedene Personen der HSLU beteiligt. «Auch Externe haben durch ihre Netzwerke und konkrete Angebote dazu beigetragen, dass die Studentinnen rasch in Luzern ankommen und sich einrichten konnten.»

Die Kunstschule in Lwiw habe der HSLU Namenslisten von Studentinnen geschickt, die gerne nach Luzern kommen würden. Neben den Fachrichtungen seien Englischkenntnisse ausschlaggebend gewesen.

Eine Woche im Hotel, nun in Studentenunterkünften

Weil alles sehr schnell gehen musste, wohnten die Studentinnen direkt nach ihrer Ankunft zunächst eine Woche im Hotel. Mittlerweile hätten sie verschiedene Studierendenunterkünfte bezogen.

Die beiden Hochschulen verständigten sich zudem darüber, dass Studierende über dieses «reguläre Austauschprogramm» die Möglichkeit erhalten sollten, ihr Studium in Luzern fortzusetzen.

«Bei den ukrainischen Studierenden wird die Aufenthaltsdauer vom humanitären Notstand und dem Krieg in ihrem Heimatland bestimmt.»

Sigrid Cariola, Kommunikationsverantwortliche HSLU

Üblicherweise dauert ein Studi-Austausch ein Semester. Wie verhält es sich in dieser besonderen Situation? Dazu sagt Sigrid Cariola: «Bei den ukrainischen Studierenden wird die Aufenthaltsdauer vom humanitären Notstand und dem Krieg in ihrem Heimatland bestimmt.» Die HSLU orientiere sich betreffend Status der Studentinnen einerseits an den Entscheiden der Behörden und andererseits am Studienverlauf der einzelnen Personen.

Sorgen um ihre Familien

Wie geht es den Studentinnen nach ihrer Flucht aus der Ukraine und ihrem plötzlichen Situationswechsel? «Es gibt keine Antwort, die für alle gilt. Es sind 30 Individuen, die unter unterschiedlichen und zum Teil schwierigen Bedingungen in die Schweiz gereist sind», sagt die Kommunikationsverantwortliche der HSLU.

Und weiter: «Die meisten machen sich Sorgen um ihre Familien, sie lassen Freunde zurück und müssen täglich mit der Ungewissheit umgehen, dass sie nicht wissen, ob und wann sie sie wiedersehen.»

Die Studentinnen seien dankbar, an einem sicheren Ort ihre Ausbildung fortzusetzen zu können. Jede von ihnen habe eine Gotte oder einen Götti, welche sie im studentischen Alltag unterstütze. «Doch befinden sie sich natürlich in einer ganz anderen Gefühlslage als Studierende, die unbeschwert ein ‹normales› Auslandssemster absolvieren», sagt Cariola abschliessend.

Verwendete Quellen
  • Schriftlicher Kontakt mit Sigrid Cariola

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