Bergbeizen boomen, städtische Bars darben
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Die Luzerner Restaurants durften draussen mehr Sitzplätze schaffen. (Bild: ber)

Freud und Leid im Luzerner Gastgewerbe Bergbeizen boomen, städtische Bars darben

3 min Lesezeit 3 Kommentare 03.08.2020, 15:35 Uhr

Neueste Zahlen aus dem Gastgewerbe zeigen: Die Umsatzeinbussen im Juli betrugen in der Schweiz im Schnitt über 30 Prozent. In der Stadt Luzern werden die Ausfälle noch höher geschätzt. Besser sieht’s in den Bergen aus. Der oberste Luzerner Beizer stellt deshalb Forderungen an die Politik.

Der schweizerische Verband Gastrosuisse wiederholt den Alarm: Dem Gastgewerbe drohen in der Folge der Corona-Krise Stellenabbau und Schliessungen. 31,9 Prozent betrugen die Umsatzeinbussen im gesamtschweizerischen Schnitt im Juli.

Laut Ruedi Stöckli von der Luzerner Sektion des Verbandes sieht es in der Stadt Luzern gar noch düsterer aus: «Wir schätzen, dass die Umsatzeinbussen in der Stadt Luzern bei über 40 Prozent liegen.»

Grund dafür: Wie bei den Hotelbetrieben reichen die einheimischen Gäste nicht aus, um die Lokale zu füllen: «In der Stadt Luzern fehlen die ausländischen Touristen, sei es in den Restaurants, in den Souvenirläden und natürlich in den Hotels.»

Mehr Plätze im Garten helfen – aber reichen nicht

Geholfen habe hingegen, so Stöckli, dass die Restaurants in der Stadt zusätzliche Plätze draussen schaffen konnten. «Viele Gäste fühlen sich im Garten wohler und sicherer wegen der geringeren Ansteckungsgefahr.» Ausserdem trage das gute und warme Wetter dazu bei, «dass die Aussenplätze rege benutzt werden».

«Wohin gehen Herr und Frau Schweizerin wenn sie in der Schweiz bleiben? Klar, dann gehen sie in die Berge oder aufs Land und machen Wanderungen oder Biketouren.»

Allerdings wirft der Lichtblick einen langen Schatten: «Der Stellenabbau ist bereits im vollen Gange», sagt Stöckli auch mit Verweis auf die Kündigungen bei Astoria Luzern (zentralplus berichtete). «Auch andere Hotels und Restaurants haben ihre Saisonniers gar nicht erst aufgeboten», so Stöckli. Auf den Arbeitsämtern seien derzeit viele gute Fachkräfte zu haben. Die Konkurswelle könne man aber erst im Herbst beziffern.

Es würde der Gastronomie sicherlich helfen, so Stöckli, wenn der Mehrwertsteuersatz über diese Zeit reduziert oder gar ausgesetzt würde. Schlimm wäre seiner Ansicht nach, wenn die Massnahmen wieder verschärft würden. «Das würde den leichten Aufschwung wieder abkühlen.» Sein Fazit: Eine zweite Welle muss unbedingt vermieden werden. «Die Folgen daraus wären fatal. Im Gastgewerbe laufen viele Betriebe zurzeit auf dem Zahnfleisch.»

«Ferien zuhause» gilt vor allem in den Bergen

Auf die Frage, ob es denn allen Luzerner Restaurants schlecht gehe, antwortet Stöckli mit einer Gegenfrage: «Wohin gehen Herr und Frau Schweizerin wenn sie in der Schweiz bleiben? Klar, dann gehen sie in die Berge oder aufs Land und machen Wanderungen oder Biketouren.»

Auf dem Land und in den Bergen könnten einige Betriebe sogar massiv zulegen, «weil Herr und Frau Schweizer ihre Ferien in der Schweiz verbringen und von zu Hause aus Tagesausflüge machen». Dass Gastro-Betriebe in ländlichen Gebieten weniger getroffen werden, habe vielleicht auch damit zu tun, «dass viele ländliche Betriebe keine Betriebsferien gemacht haben und der Umsatz in der Folge sicher höher ist als letztes Jahr».

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3 Kommentare
  1. Markus, 11.08.2020, 19:10 Uhr

    Aber Herr Tännler sagt doch dass Pleiten gesund sind, im Crypto Valley und vielleicht auch in Luzern.

  2. Bauer Wirt, 03.08.2020, 17:16 Uhr

    Beizer und Bauern……. ständig am jammern!

    1. vom lande komm ich her, 04.08.2020, 10:35 Uhr

      haha….In der Stadt haben sie immer abgeschöpft und dabei vergessen zu sparen. Spare in der Zeit, so hast du in der Not….mit diesem Grundsatz fahren wir super auf dem Land.

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