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Ex-SBB-Chef: «Da gäbe es Gescheiteres»
Benedikt Weibel stänkert gegen Durchgangsbahnhof

  • Lesezeit: 2 min
  • Kommentare: 9
So stellt sich die SBB das 1.UG des Durchgangsbahnhofs Luzern vor.
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Soll soll der Durchgangsbahnhofs Luzern innen aussehen – Ex-SBB Benedikt Weibel ist vom Projekt nicht überzeugt. (Bild: SBB)

Ist der vielgepriesene Durchgangsbahnhof die richtige Lösung für die Mobilität der Zukunft? Ausgerechnet der ehemalige SBB-Chef Benedikt Weibel lässt kein gutes Haar an dem Projekt.

Für die Luzerner Politik ist klar: Der Durchgangsbahhof ist das grösste und wichtigste ÖV-Projektder Zentralschweiz. Auch für den Bundesrat ist klar, dass das Milliardenprojekt gebaut werden muss (zentralplus berichtete). Ex-SBB-Chef Benedikt Weibel meldet nun aber Zweifel an.

Er ärgere sich jedes Mal, wenn er von Bern nach Luzern fahre, dass es keinen Halbstundentakt gibt. «Stattdessen fordern die lokalen Politiker einen milliardenteuren Durchgangsbahnhof», sagt er in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» (Paywall). «Wir sollten nicht Geld investieren in Projekte, bei denen das Verhältnis von Kosten und Nutzen nicht stimmt. Da gäbe es Gescheiteres», so Weibel.

Elektroautos statt Durchgangsbahnhof?

Als Beispiel nennt er den Aufbau von Schnellladestationen für E-Autos. «Das ist ohne Staat nicht zu machen», so der SBB-Chef. Ist Weibel etwa unter die Autoverfechter gegangen? Seine Aussage steht zumindest in gewissen Widerpruch mit seiner Einschätzung der Mobilität der Zukunft, die er im gleichen Interview darlegt. «Die Bahn ist der Kern einer klimabewussten Mobilitätspolitik», sagt Benedikt Weibel. Das schlagendste Beispiel, wohin die Zukunft geht, sei China. «1980 hatte das Land 50’000 Kilometer Schiene, heute sind es 131’000 Kilometer. Es ist klar: Der beste Verkehr zwischen den Städten und in die Städte hinein ist der schienengebundene Verkehr.»

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9 Kommentare
  1. Rudolf 1, 05.01.2022, 05:37 Uhr

    Leider wurde die auf der Hand liegende Möglichkeit, in Emmenbrücke einen Durchgangsbahnhof zu errichten, von der Mehrheit nicht in Betracht gezogen. Emmen als gleichwertiges Zentrum wie Luzern: Mit einem solchen zukunftsträchtigen Projekt wäre auch die Fusion Luzerns mit der Stadt Emmen zustande gekommen.

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  2. Der Kluge reist im Zuge, 03.01.2022, 14:07 Uhr

    Da gäbe es Gescheiteres? Ja, vielleicht die linksufrige Vierwaldstätterseebahn?

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  3. Hans P. Wanner, 03.01.2022, 13:46 Uhr

    Recht hat der Herr Benedikt Weibel. Als ehemaliger SBB Chef wusste er, der 2. Grossbahnhof gehört neben den Flughaffen Emmen. Einmal mehr ein Grossprojekt, das von der Politik, nicht von den Bedürfnissen und finanziellen Möglichkeiten bestimmt wird.

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  4. Sebastian Krüger, 03.01.2022, 12:23 Uhr

    Der Aufbau von Schnellladestationen für E-Autos «ist ohne Staat nicht zu machen»?
    Macht nicht genau der Marktführer im Bereich E-Autos GENAU DAS seit vielen Jahren, ist damit enorm erfolgreich und hat das beste und zuverlässigste Ladenetz überhaupt?
    Die Autohersteller sollten die Verantwortung für die Autos übernehmen die sie auf dem Strasse bringen, so wie Tesla das auch macht.

    Was soll denn dieses ständige Rufen nach dem Staat?

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    1. Stefan Ernst, 03.01.2022, 13:09 Uhr

      Der ständige Ruf nach dem Staat kommt daher, dass es die perfekte Gelegenheit ist für interessierte Kreise, an Steuergelder zu gelangen.

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    2. Erwin Lussi, 03.01.2022, 13:13 Uhr

      Herr Weibel ist wohl ein bisschen verwirrt und verwechselt Bahn mit Auto oder umgekehrt.
      Man muss sei Alter bedenken und die zeitliche Distanz zu seiner aktiven SBB-Zeit.

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  5. Green Horn, 03.01.2022, 10:49 Uhr

    In zwei Punkten gebe ich dem Weibel recht…… Der Durchgangsbahnhof ist ein milliardenteures Verwirklichungsprojekt gewisser politischer Glaubensangehörigen und der Aufbau eines E-Ladenetzes muss vorangetrieben werden. Die Lösung für die Probleme der engen Bahnhofszufahrt kann eigentlich nur Luzern Nord heissen, aber warum auch vernünftig denken, wenn man für die eigene Ideologie (erneut) die Anderen bezahlen lassen kann?

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    1. Kaufmann, 03.01.2022, 12:51 Uhr

      zu 100 PROZENT richtig!
      Nur ein Durchgangsbahnhof Luzern NORD
      kann die ÖV-Probleme in der Agglo Luzern langfristig lösen.
      Mit dem Seetalplatz wäre noch Raum vorhanden.
      Der Kanton kann darüber administrieren.

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      1. Remo, 03.01.2022, 19:06 Uhr

        Das sehe ich auch so. Aber das ist halt nicht so prestigeträchtig für die Stadt Luzern. Ein Grossbahnhof in der Bronx? Undenkbar…

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