Benedikt von Peter verlässt Luzern und geht nach Basel
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Benedikt von Peter, Intendant des Luzerner Theaters (Bild: Ingo Hoehn)

Das Luzerner Theater braucht eine neue Intendanz Benedikt von Peter verlässt Luzern und geht nach Basel

4 min Lesezeit 21.08.2018, 10:15 Uhr

Es gab Gerüchte, dass der Intendant des Luzerner Theaters nach Basel wechselt. Nun haben sie sich bestätigt: Benedikt von Peter verabschiedet sich im Jahr 2021 von Luzern. Früher, als gedacht.

Bereits gegen Ende der vergangenen Spielzeit hörte man es munkeln, aber auf Nachfrage wollte niemand etwas davon gewusst haben. Nun jedoch ist es offiziell: Benedikt von Peter wechselt von Luzern ans Theater Basel.

Während dies am Dienstagmorgen in Basel verkündet wird, bedauert man den nahenden Abgang des erfolgreichen Intendanten in Luzern.

Erfolgreicher Start

Der damals 39-Jährige übernahm im Sommer 2016 das Luzerner Theater und positionierte es innert kürzester Zeit als vielbeachtete Spielstätte im deutschsprachigen Raum. Das Haus befindet sich seither im steten Aufbruch und hat unter der Intendanz von Peter die Beziehungen zur freien Szene der Region und zum Volkstheater stetig ausgebaut.

«Natürlich kommt dieser Schritt früher, als erwartet.»
Birgit Aufterbeck Sieber, Stiftungsratspräsidentin des Luzerner Theaters

Von Peters Eröffnungsproduktion «Prometeo» und die «La Traviata»-Inszenierung brachten es zu nationaler Aufmerksamkeit. Auch suchte und entdeckte von Peter, der sich dem «Raumtheater» verschrieben hat, im Umkreis von Luzern immer neue Spielorte, so etwa eine alte Viscose-Fabrikhalle in Emmenbrücke, in der «Rigoletto» vor ständig ausverkauftem Haus gespielt wurde.

Das offizielle Bild des neuen Leitungsteams ab der Spielzeit 2016/17: Regula Schröter, Brigitte Heusinger, Adrian Balmer, Susanne Benedek, Benedikt von Peter, Clemens Heil, Kathleen McNurney und Peter Klemm (v. l. n. r.).

Das offizielle Bild des neuen Leitungsteams ab der Spielzeit 2016/17: Regula Schröter, Brigitte Heusinger, Adrian Balmer, Susanne Benedek, Benedikt von Peter, Clemens Heil, Kathleen McNurney und Peter Klemm (v. l. n. r.).

(Bild: Marco Sieber)

Ein erwartbarer Schritt?

«Der Wechsel nach Basel ist ein logischer Karriereschritt eines erfolgreichen, jungen Intendanten», sagt die Präsidentin des Stiftungsrats Luzerner Theater, Birgit Aufterbeck Sieber. «Natürlich kommt dieser Schritt früher, als erwartet», gibt sie auch zu. Doch sie gibt zu bedenken, dass man noch nicht mal in der Halbzeit angekommen ist. «Zwei grandiose Spielzeiten liegen hinter uns und wir können uns auf drei weitere freuen, die die Handschrift dieses aussergewöhnlichen Theaterschaffenden tragen.»

Und durch die Lösungen für das Übergangsjahr habe das Haus die Möglichkeit, die erfolgreiche Entwicklung des Luzerner Theaters auch in den nächsten Jahren fortzuführen. Was Birgit Aufterbeck anspricht, ist, dass von Peter nicht von heute auf morgen nach Basel wechselt. Er wird für das Luzerner Theater zusammen mit seinem Team auch für seine fünfte Luzerner Spielzeit 20/21 planen. Er wird jedoch nur in beschränktem Umfang in Luzern vor Ort sein.

Rückenwind mitnehmen

Die Umsetzungsverantwortung übernehmen dann 20/21 die drei Spartenleitungen. Auf dieses Modell eines Übergangsjahres einigte sich der Stiftungsrat des Luzerner Theaters mit Benedikt von Peter sowie dem Verwaltungsrat in Basel. Es habe sich dabei um einen längeren Prozess gehandelt.

«Wir können stolz darauf sein, ihn als Intendant entdeckt und gefördert zu haben.»
Birgit Aufterbeck Sieber

Mit dem Scheitern der Salle Modulable habe der Abgang des Intendanten nichts zu tun, so Aufterbeck Sieber. «Es standen onehin Vertragsverhandlungen an. Und wenn in einem solchen Moment ein so attraktives Haus anklopft, dann ist das verständlicherweise reizvoll.» Doch gemeinsam sei man gewachsen, sagt Birgit Aufterbeck Sieber zu den ersten beiden Spielzeiten. «Von hier aus wollen wir die kommenden Jahre nutzen und uns mit diesem Rückenwind aufstellen für ein weiterhin starkes Luzerner Theater.»

Benedikt von Peter habe enorme Energien. Das habe er in Luzern bewiesen. «Im Stiftungsrat sagen wir immer: Wenn du mit ihm unterwegs bist, musst du die Turnschuhe anziehen.» Zudem habe er ein ebenso leistungsstarkes, sehr gutes Team aufgebaut.

«Wir können stolz darauf sein, ihn als Intendant entdeckt und gefördert zu haben», so Aufterbeck Sieber und vergleicht die Situation mit dem des FCL. «Auch dort wechseln immer wieder Spieler zu grösseren Clubs – einige auch zum FCB», sagt sie und lacht.

Wer folgt?

Um über die Nachfolge von Benedikt von Peter zu beraten, setzt der Stiftungsrat eine Findungskommission ein. Diese werde in den nächsten Wochen bestellt, so Aufterbeck Sieber. «Bei der Strahlkraft, die das Luzerner Theater auch in Fachkreisen hat, finden wir kompetente Kandidaten für die Findungskommission und erst recht spannende Persönlichkeiten für die Intendanz», ist sie überzeugt.

Stiftungsratspräsidentin Birgit Aufterbeck Sieber (links) und Intendant Benedikt von Peter auf dem Theaterplatz.

Stiftungsratspräsidentin Birgit Aufterbeck Sieber und Intendant Benedikt von Peter auf dem Theaterplatz.

(Bild: zVg)

Weiter wie gehabt

«Die langen Vorläufe im Theater verpflichten uns schon jetzt zur Bekanntgabe des Wechsels, damit der Übergang reibungslos und geordnet erfolgen kann», erklärt Benedikt von Peter. Aber vorerst wolle er «weiterhin aufregende Jahre» in Luzern sicherstellen und fügt bei: «Ich bin Luzern, seinem Theater und dem Publikum für die bisher gezeigte Offenheit und das Vertrauen, auf das wir bauen können, sehr dankbar. Der bisherige Kurs des Aufbruchs war vor allem auch wegen eines sehr guten, motivierten Teams möglich. Daran arbeiten wir nun weiter.»

In Basel folgt von Peter auf Andreas Beck, der im Dezember 2017, ebenfalls schon nach zwei Spielzeiten, verkündet hatte, seinen Vertrag mit dem Haus nicht zu verlängern. Seither wurde in Basel fleissig spekuliert. Wobei als Nachfolgerin vor allem Barbara Frey gehandelt worden war.

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