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Beizer scheitern an Denkmalpflege
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Die Sport-Bar «Plan B» hier noch beim Umbau. (Bild: cha)

Hürden für Luzerner Gastronomie Beizer scheitern an Denkmalpflege

3 min Lesezeit 11.08.2015, 10:32 Uhr

Das neue Bachmann-Café «La vie en rose», sowie auch die Sport-Bar «Plan B»: Sie alle hatten mit Verzögerungen und Mehrkosten wegen der Denkmalpflege zu kämpfen. Eines der Lokale hatte gar ohne Bewilligung mit Abbrucharbeiten begonnen.

In keiner anderen Gemeinde des Kantons Luzern gibt es so viele denkmalgeschützte Gebäude wie in der Stadt Luzern. Dabei gibt es nebst den geschützten Kulturdenkmälern sogenannte «Schutzzonen». Und die haben es für Gastronomen in sich.

Will nun beispielsweise ein Restaurant in einem sich in einer Schutzzone befindlichen Gebäude eröffnen, müssen die Eigentümer für den Umbau die Denkmalpflege miteinbeziehen. Was gebaut werden kann, entscheidet sich von Fall zu Fall. Das hat schon einigen Gastronomen einen Strich durch die Rechnung gemacht und zu Verzögerungen und Unkosten geführt.

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Bachmann-Café in «Schutzzone B»

Aktuell auch beim neuen Bachmann-Café beim Viktoriaplatz. Das «La vie en rose» hätte bereits vor einigen Monaten eröffnen sollen. Matthias Bachmann beteuerte gegenüber zentral+, dass der Hauptgrund für die Verzögerungen Lieferfristen von speziellen Möbeln und Leuchten sowie die Komplexität des Umbaus sei (zentral+ berichtete). Komplex deshalb, weil das Gebäude in der Schutzzone B steht.

«Bei diesem Fall wissen wir, dass ein Teil dieses Gebäudes auf fremdem Grundstück steht. Deshalb hat die Confiserie Bachmann ein zusätzliches Einverständnis einholen müssen», erklärt der Stadtarchitekt Jürg Rehsteiner auf Anfrage.

In das Gebäude rechts kommt bald das neue Bachmann-Café «La vie en rose».

In das Gebäude rechts kommt bald das neue Bachmann-Café «La vie en rose».

(Bild: les)

Fenster vor Bewilligung

Ebenfalls länger gedulden als erwartet mussten sich die Durstigen für die Sport-Bar «Plan B». Zuerst auf Ende 2014 geplant, wurde die Bar an der Waldstätterstrasse in der Luzerner Neustadt schliesslich Ende Februar eröffnet (zentral+ berichtete). Das Gebäude steht in der Schutzzone B, was der Betreiber Harald Pirkebner allerdings nicht im Vornherein wusste. Denn: «Wir wollten grosse Fenster einbauen, die man im Sommer auch öffnen kann», sagte Pirkebner gegenüber zentral+.

«In diesem Fall wurde mit Abbrucharbeiten begonnen, die nicht bewilligt waren.»

Stadtarchitekt Jürg Rehsteiner zur Sport-Bar «Plan B»

Diese haben sie auch bestellt, nachdem sie für die Baueingabe grünes Licht erhalten hätten. Etwas zu voreilig: «Dann kam der Baustopp vom Ressort Baugesuche», erklärt Harald Pirkebner. Und das zu Recht. «In diesem Fall wurde vorzeitig mit Abbrucharbeiten begonnen, die weiter gingen, als abgemacht war und die auch nicht bewilligt waren», erklärt Stadtarchitekt Rehsteiner.

Lüftungen und grosse Fenster

Bei solchem Vorgehen müsse die Denkmalpflege von Gesetzes wegen eingreifen, sobald diese Kenntnis davon hat. «Klar sind gewisse Veränderungen in der Schutzzone nicht so einfach möglich, wie in einer normalen Arbeits- und Wohnzone. Denn es gelten erhöhte Anforderungen in Bezug auf den Schutz des Ortsbildes. Beispielsweise sind Lüftungen insbesondere in der Gastronomie immer wieder ein Thema», sagt Rehsteiner. Dies führe teils zu schwierigen Verhandlungen. «Die Integration dieser Anlagen ist in bestehenden Gebäuden in Schutzzonen sehr anspruchsvoll.»

Auch die Frage der Fassadengestaltung und den Schaufensterfronten stellt sich immer wieder. Jürg Rehsteiner präzisiert: «So gut wie jeder Gastronomie-Betrieb will selbstverständlich grosse Fensterfronten. Nicht jeder ist sich bewusst, dass man nicht einfach riesige Löcher reinbauen kann.»

Befinden sich beide in der Schutzzone B: Das Bachmann-Café «La vie en rose» und die Sport-Bar «Plan B».

Befinden sich beide in der Schutzzone B: Das Bachmann-Café «La vie en rose» und die Sport-Bar «Plan B».

(Bild: Screenshot Zonenplan)

Komplexe Planung

Um solche Malheure wie beim «Plan B» auschliessen zu können, müssten die Bauwilligen so früh als möglich mit dem Ressort Baugesuche in Kontakt treten und dessen Hinweise beachten. «In jedem Fall braucht es für diese meist anspruchsvollen Umbauten einen guten Architekten. Dieser weiss im Vornherein, ob das Gebäude in einer Schutzzone steht oder nicht und wird dies bei der Beratung des Bauherren und der Planung berücksichtigen», fügt Rehsteiner an.

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