Beiz, Becken oder Bäume? Badegäste sollen sagen, wie die Oeschwiese aussehen soll
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Die Oeschwiese in Zug: Wo jetzt ein Stoppelfeld ist, sollen sich in wenigen Jahren Badegäste tummeln. (Bild: Markus Mathis)

Zuger Strandbad wird grösser Beiz, Becken oder Bäume? Badegäste sollen sagen, wie die Oeschwiese aussehen soll

4 min Lesezeit 25.07.2020, 12:00 Uhr

Ein ganzjährig geöffnetes Restaurant, ein Kinderbecken mit Wasserspielen oder eine Liegewiese mit Bäumen: Das sind einige der Möglichkeiten, die der Zuger Stadtverwaltung für die Erweiterung des Strandbads vorschweben. Nun werden die Benützer der Badis nach ihrer Meinung gefragt.

Die Belohnungen sind grosszügig: Ein Essensgutschein für 100 Franken im Restaurant des Zuger Strandbads und zehn Glacégutscheine für 10 Franken verlost die Stadt Zug unter jenen Badegästen, die den Fragebogen zur Erweiterung des Strandbads am Chamer Fussweg ausfüllen und einschicken.

Dieser ist online aufgeschaltet und liegt derzeit in allen Zuger Badis (mit Ausnahme des Brügglis) auf. Es ist der erste Schritt zur Erweiterung des Zuger Strandbades. Damit darf laut Baudepartement zwar frühestens auf die Sommersaison 2023 hin gerechnet werden. Die städtischen Planer nützen jedoch die Gunst der Stunde und kontaktieren die künftigen Nutzer dort, wo sie am besten zu erreichen sind: Am See beim Sönnelen oder Schwimmen.

Gelände und Beiz auch im Winter offen?

Die Architektur des Fragebogens verrät, dass das Strandbad nach dem Einbezug der Oeschwiese stark verändert werden könnte. Neben Fragen zur Dauer und Art des Besuchs des Strandbades wird nämlich auch gefragt, was man von einem ganzjährig geöffneten Kiosk halten würde – so werden die Badibeizen in Zug bezeichnet. «Das ist eine Option», bestätigt die zuständige Stadträtin Eliane Birchmeier (FDP).

«Für die Erarbeitung eines Architekturwettbewerbs sollten grundlegende Fragen geklärt werden.»

Eliane Birchmeier (FDP), Bauvorsteherin

Weitere Möglichkeiten für die Erweiterung sind zusätzliche grosse Bäume, ein grosser Kinderspielplatz, ein Planschbecken und ein grösserer Nichtschwimmerbereich – ob im See oder in einem neuen Becken wird nicht konkretisiert. Ausserdem in Aussicht stehen ein weiterer Sandstrand und Badekörbe wie an der Nordsee.

Vorlieben der Besucher kennenlernen

Offenbar ist auch der heutige Standort der Beiz nicht sakrosankt oder ein zusätzlicher Ausschankpunkt wird erwogen – denn die Planer möchten wissen, ob die Leute gleich neben dem Kinderbecken sitzen und Kaffee trinken wollen. Und ob Nichtschwimmerbereich und Kinderbecken in Sichtweite zueinander platziert werden sollen.

Blick von der Badibeiz des Zuger Strandbads auf den See.

«Der Fragebogen dient der Ermittlung der Bedürfnisse und Vorlieben der Strandbadbesucherinnen und -besucher», sagt Birchmeier. Für die Erarbeitung eines Architekturwettbewerbs sollten grundlegende Fragen geklärt werden, so die Bauvorsteherin.

Parkplätze sind kein Thema

Eine Frage klammert man aus: jene der Parkplätze für Badbesucher. Ein grösseres Bad könnte auch einen grösseren Andrang von motorisierten Besuchern bedeuten, die im Bereich des Stierenmarktareals nur wenige Abstellplätze vorfinden. Doch die Stadtregierung will, dass das Strandbad vor allem mit dem öffentlichen Verkehr, dem Velo oder zu Fuss besucht wird.

Auch über die Verwendung des Bootshäuschens auf der Oeschwiese dürfen sich die Zuger Badibesucher keine Gedanken machen. «Das ist und bleibt in Privatbesitz», sagt Birchmeier. Bekanntlich gehört es immer noch der Erbengemeinschaft, welcher die Stadt Zug vergangenes Jahr die Oeschwiese für knapp fünf Millionen Franken abgekauft hatte. Das Bootshäuschen soll an den Rand der Wiese verschoben werden, was von der Stadt zu einem kleinen Teil mitfinanziert wird (zentralplus berichtete).

Architekturwettbewerb im kommenden Winter

Nach dem Prozess der öffentlichen Mitwirkung per Fragebogen werden die Bedürfnisse der Stadtzuger Badigäste im September analysiert. Die Erkenntnisse fliessen in die Projekterarbeitung ein. «Für den Spätherbst ist geplant, den Wettbewerbskredit für einen Architekturwettbewerb beim Parlament zu beantragen», so Birchmeier. Danach folgen die weiteren Verfahrensschritte und die Bauarbeiten.

Das erweiterte Zuger Strandbad wird durch zwei Wohnliegenschaften okkupiert – eine Herausforderung für Planer und Architekten.

In frühestens drei Jahren könnte so ein Gezerre zum Abschluss kommen, das nun schon seit Jahrzehnten andauert. Bereits seit 1975 ist die Oeschwiese nämlich in der Zone des öffentlichen Interesses. Sie war Teil der Seeuferplanung 1989 und des überarbeiteten Konzepts 1994. Dieses sah einen Spazierweg am See bis zum Strandbad vor – der aber immer noch nicht gebaut ist.

Bei der letzten Ortsplanungrevision 2009 versuchten die Eigentümer gar eine Umzonung in die Bauzone zu erreichen, was das Bundesgericht 2015 letztinstanzlich ablehnte. Es folgten jahrelange zähe Verhandlungen und Enteignungsandrohungen.

Ein grosses Feld: Auf der Oeschwiese lassen sich neue Becken und Einrichtungen für ein grösseres Strandbad realisieren.

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