Beichtvater Winiker spendiert Zünftlern das Mittagessen
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SVP-Regierungsrat Paul Winiker (rechts) ist Mitglied der Zunft zu Safran und ein «Barmherziger Beichtvater».

Luzerner am Sächsilüüte 2016 Beichtvater Winiker spendiert Zünftlern das Mittagessen

4 min Lesezeit 18.04.2016, 18:20 Uhr

Am diesjährigen Zürcher Sächsilüüte rettet eine altehrwürdige Luzerner Zunft die Ehre des Kantons. Bei Regen und Kälte sorgte die Zunft zu Safran am Umzug für gute Stimmung in der Limmatstadt. Die schönsten Impressionen und ein kurzes, aber intensives Gespräch mit dem Barmherzigen Beichtvater Paul (Winiker).

Der Umzug vom Montag ist jeweils der Höhepunkt des Sächsilüüte-Festes und endet mit der Verbrennung des Böögs. Die Luzerner hatten einen Ehrenplatz am Festumzug. Direkt nach dem Zentralkomitee der Zünfte Zürichs und den Fahnenträgern kamen die Innerschweizer. Ihr Auftritt wirkte ziemlich martialisch mit den historischen Uniformen und Waffen. Frauen liessen sich an einer Hand abzählen.

Zuvorderst läuft die Lucerne Marching Band, gefolgt von den rot gekleideten Zunftgrenadieren, den Zunftmeistern und dem Rat. Ehrengäste der Zunft waren FDP-Ständerat Damian Müller und der Personalvermittler Jörg Lienert. Danach folgen die Bannerträger, die Vorhut (Armbrustschützen) und der Hauptharst (Halbarter). Danach kommen die Barmherzigen Beichtväter, die Marketenderinnen und die Nachhut (Speerträger). Nicht fehlen darf sodann die Fritschifamilie, ihre Musik und der prächtige Wagen. Die Musikgruppe Rüssgusler aus Ebikon bildete das Schlusslicht und erntete mit ihren schmissigen Klängen jede Menge Applaus. Viele Zürcher wippten mit bei den Klängen.

Doch lassen wir Bilder sprechen. Impressionen von den knapp 300 Luzernern am Umzug durch die Bahnhofstrasse zum Sächsilüüte-Platz (weitere Fotos in der Fotogalerie unten):

 

Kriegerisch: Luzerner Zunft-Grenadiere marschieren durch die Zürcher Altstadt.

Kriegerisch: Luzerner Zunft-Grenadiere marschieren durch die Zürcher Altstadt.

 

Der Beginn des Umzugs an der Zürcher Bahnhofstrasse.

Der Beginn des Umzugs an der Zürcher Bahnhofstrasse.

Die Lucerne Marching Band macht sich bereit für den Umzug.

Die Lucerne Marching Band macht sich bereit für den Umzug.

Die Zunftmeister und Alt-Zunftmeister mit den Ehrengästen Damian Müller und Jörg Lienert.

Die Zunftmeister und Alt-Zunftmeister mit den Ehrengästen Damian Müller und Jörg Lienert.

Die Vorhut mit den Armbrustträgern.

Die Vorhut mit den Armbrustträgern.

Der Hauptharst.

Der Hauptharst.

Die Barmherzigen Beichtväter, in der Mitte der Luzerner Regierungsrat Paul Winiker.

Die Barmherzigen Beichtväter, in der Mitte der Luzerner Regierungsrat Paul Winiker.

Die Nachhut mit den Speerträgern, hinten die Fritschifamilie und der Wagen.

Die Nachhut mit den Speerträgern, hinten die Fritschifamilie und der Wagen.

Die Fritschifamilie eroberte mit ihren Spässen die Herzen der Zürcher.

Die Fritschifamilie eroberte mit ihren Spässen die Herzen der Zürcher.

Der prächtige Fritschi-Wagen mit den Eichhof-Pferden.

Der prächtige Fritschi-Wagen mit den Eichhof-Pferden.

Die Zuschauerinnen in Pelerinen säumen die Umzugsroute.

Die Zuschauerinnen in Pelerinen säumen die Umzugsroute.

Die Rüssgusler aus Ebikon sorgten für gute Stimmung am ansonsten von Marschmusik geprägten Sächsilüüte.

Die Rüssgusler aus Ebikon sorgten für gute Stimmung am ansonsten von Marschmusik geprägten Sächsilüüte.

(Bild: mbe.)

Die tapferen Zuschauer waren selbst wettertauglich kostümiert am Umzug.

Die tapferen Zuschauer waren selbst wettertauglich kostümiert am Umzug.


Ein Gespräch en passant mit Zunftmitglied Paul Winiker

Barmherziger Beichtvater Paul: Wollen Sie beichten bei mir, Sie können.

zentralplus: Da gäb’s so viel zu sagen, dass wir morgen noch nicht fertig wären. Ich stelle Ihnen lieber ein paar Fragen. Wie gefällt es Ihnen am Sächsilüüte?

Paul Winiker: Ich bin überwältigt, es ist unglaublich. Was die Zunft zu Safran auf dem Lindenhof aufgestellt hat, und was wir da bieten, ist fantastisch. Die Stimmung ist unglaublich und jetzt freuen wir uns alle rüüdig auf den Umzug und das Fest.

zentralplus: Sind Sie das erste Mal dabei?

Winiker: Ja, ich war noch nie da und kannte das Fest bisher nur vom Fernsehen. Für mich ist das eigentlich eine Premiere und etwas sehr Emotionales. Meine Mutter, die von Wädenswil kam, hat nämlich immer geschwärmt vom Sächsilüüte. Wir haben das zuhause belächelt, denn wir hielten natürlich die Luzerner Fasnacht hoch.

zentralplus: Mein Gott, aber dann sind Sie ja ein halber Zürcher …

Winiker: Das kann man so nicht sagen. Meine Mutter ist am Zürichsee aufgewachsen, sie war aber eine Urnerin.

zentralplus: Sie sind als Mitglied der Zunft zu Safran eingeladen, zugleich sind Sie aber Luzerner Regierungsrat. Sie waren 2014 noch nicht in der Regierung, als Ihre Kollegen die Einladung aus Zürich ausschlugen. Finden Sie den damaligen Entscheid richtig?

Winiker: Wichtig ist, dass die Zunft zu Safran nun in die Bresche gesprungen ist. Den damaligen Entscheid der Luzerner Regierung kann ich nachvollziehen. Die Zunft hat nun mit ihren Vereinsmöglichkeiten das Beste daraus gemacht und mit viel Fronarbeit etwas Gutes hingebracht. So ist der Kanton Luzern doch würdig vertreten am Sächsilüüte.

zentralplus: Ein solcher Anlass ist doch schwierig zu stemmen für einen Verein. Gibt es vielleicht doch einen nachträglichen finanziellen Beitrag des Kantons?

Winiker: Da müssten Sie OK-Präsident Andreas Moser fragen, wie das alles finanziert ist. Ich gehe aber davon aus, dass der Anlass vor allem von der Zunft bezahlt worden ist.

zentralplus: Haben Sie das Fest selbst auch finanziell unterstützt? Mit wie viel?

Winiker: Ich habe heute zur Feier meines 60. Geburtstags am Montag allen Zünftlern das Mittagessen bezahlt. Mehr will ich nicht sagen.

zentralplus: Würden Sie den Luzernern empfehlen, einmal ans Sächsilüüte zu kommen?

Winiker: Ja, unbedingt. Es ist in unserem Land fantastisch, wie unterschiedliche Traditionen und Feste wir haben. Ich durfte im Dezember auch das erste Mal an der Escalade in Genf sein. Ich war auch einmal an der Basler Fasnacht. Es gibt so viele einmalige Traditionen und Feste, das ist für mich nichts anderes als der Ausdruck unseres föderalistischen schönen Landes.

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