Bei ihnen hat’s gefunkt: Amateurfunker feiern ihren Welttag
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Alles Amateure: Heute ist Weltamateurfunktag. (Bild: Adobe Stock)

Auch in Luzern aktiv Bei ihnen hat’s gefunkt: Amateurfunker feiern ihren Welttag

3 min Lesezeit 1 Kommentar 18.04.2021, 17:00 Uhr

Es gibt Tage, da liegt einfach etwas in der Luft. Heute sind es vor allem Funksignale – Amateurfunker weltweit feiern heute den Tag der Gründung der internationalen Amateur-Radio-Union im Jahre 1925. Auch in Luzern gibt es eine immer noch aktive Szene. Diese wird heute sicher funken, feiern aber wohl erst in ein paar Wochen – aus gutem Grund.

Der 18. April gilt als «World Amateur Radio Day». Bevor du nun den Sekt aus der Kühle nimmst, wäre es wohl gut zu wissen, was da eigentlich gefeiert wird. Nun, in der Schweiz gibt es zurzeit rund 5000 Funkamateure, weltweit sind es gegen 4 Millionen.

Sie alle feiern an diesem Sonntag den offiziellen Start des Amateurfunkens. 1925 wurde die internationale Amateur-Radio-Union in Paris gegründet. Damit wurde das private Funken rechtlich reguliert. Die ersten Lizenzen in der Schweiz wurden im April 1926 ausgegeben. Voraussetzung für den Funkbetrieb ist auch heute noch die Amateurfunklizenz des Bundesamts für Kommunikation. Für diese ist eine Prüfung notwendig.

Das techniklastige Hobby wurde vor allem in der Nachkriegszeit zum Kult und mutierte im Laufe der Zeit – verdrängt durch Mobiltelefonie und Internet – noch mehr zum «Kultigen».

Hobbyfunker Doku von 1976:

Bis zur Internationalen Raumstation

Dennoch gibt es sie auch heute noch, die Amateurfunker. «Funkamateure sind Botschafter moderner Kommunikationstechnologien. Sie sehen diese nicht bloss als Konsumenten, vielmehr begreifen sie die technische Funktionsweise, können elektronische Geräte selber bauen, konfigurieren und programmieren», schreibt Willi Vollenweider, Präsident des Zentralverbandes der schweizerischen Funkamateure, in einer Botschaft zum Weltamateurfunktag.

«Funkamateure sind die einzigen, welche von der NASA die Erlaubnis haben, mit den Astronauten der Internationalen Raumstation ISS über Funk zu sprechen.»

Willi Vollenweider, Zentralverband der schweizerischen Funkamateure

Nicht weniger als 11 Prozent des gesamten nutzbaren Radiospektrums seien seit Langem für Funkamateuren für ihre Funkexperimente reserviert, so Vollenweider. «Funkamateure sind übrigens die einzigen, welche von der NASA die Erlaubnis haben, mit den Astronauten der Internationalen Raumstation ISS über Funk zu sprechen.»

Landessender soll gefeiert werden

Die Luzerner Sektion der Union Schweizerischer Kurzwellenamateure nennt sich HB9LU. Den Welttag des Amateurfunks nimmt man heuer relativ gelassen, sagt Sektionsvizepräsident Reto Schranz auf Anfrage. Allerdings nicht ganz freiwillig. «In anderen Jahren haben wir sogenannte Field-Days organisiert, bei denen wir draussen mit Generatoren und mobilen Antennen funken – die Pandemie hat solche Aktivitäten aber vorerst verunmöglicht.» Auch die vom Verein angebotenen Morsekurse müssen vorerst virtuell stattfinden. «Wie andere Vereine auch sind wir offen für jedes neue Mitglied», so Schranz. 

Immerhin: Im Verkehrshaus der Schweiz besteht eine Morsestation, an der Mitglieder des Vereins regelmässig Besuchern die Kunst der Morsezeichen und des Amateurfunks vermitteln. Ein Highlight soll zudem demnächst erfolgen: Zwischen dem 1. Mai und 31. Juli soll der 90. Geburtstag des Landessenders Beromünster gefeiert werden. Dieser wurde am 11. Juni 1931 in Betrieb genommen und wurde insbesondere während dem Zweiten Weltkrieg in grossen Teilen Europas empfangen.

Zwar wurde der Landessender Ende 2008 vollständig abgeschaltet, Amateufunker blicken aber immer noch nostalgisch auf den heute noch bestehenden, 215 Meter hohen Sendeturm. Mit dem Sonderrufzeichen HB90BERO wollen die Amateurfunker den Landessender auf allen zugelassenen Bändern und Kanälen hochleben lassen.

Was bleibt da anders zu sagen als: awdh – die Abkürzungen im Amateurfunk für «auf Wiederhören».

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1 Kommentare
  1. Kaspar Zbinden, 19.04.2021, 14:14 Uhr

    Vielen Dank für den Bericht über den Amateurfunk und den World Amateur Radio Day.

    Etwas unpassend ist einfach das Video aus den 1970er Jahren zum Thema CB-Funk, denn CB-Funk (Citizen Band / Hobbyfunk) ist etwas anderes als der lizenzierte Amateurfunk, für den man eine Ausbildung benötigt und staatlich geprüft wird.

    Es gäbe da eine Alternative, die verlinkt werden könnte:
    https://www.youtube.com/watch?v=IU2prOOvOQs

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