«Bar Berlin» gibt Comeback in der Luzerner Neustadt
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Das «Restaurant zur freien Schweiz» wurde nach «Zur Freiheit» zur «Bar Berlin». Hier wirtet nun Sascha Welz.   (Bild: gwa)

«Zur Freiheit» ist Geschichte – Welz übernimmt «Bar Berlin» gibt Comeback in der Luzerner Neustadt

3 min Lesezeit 05.05.2017, 10:06 Uhr

Bereits nach wenigen Monaten verschwindet «Zur Freiheit» aus der Liste der städtischen Beizen. Ein Comeback feiert hingegen die «Bar Berlin» an dieser Stelle. Gewerbehalle-Initiator Sascha Welz übernimmt den Betrieb auf Wunsch der Beizeninhaber – offenbar kam es zu Unstimmigkeiten innerhalb der Gesellschafter.

Im ehemaligen Restaurant «zur Freien Schweiz» an der Neustadtstrasse kommt es bereits nach wenigen Monaten zu einem erneuten Wechsel: Die Bar «Zur Freiheit» mit Florian Krauer als Geschäftsführer findet nach nur fünf Monaten ein jähes Ende (zentralplus berichtete).

Stattdessen wird ein in der Luzerner Ausgangsszene bekanntes Gesicht das Lokal bespielen: «In rund zwei Wochen soll es losgehen», erklärt Sascha Welz. Der gebürtige Berliner gründete unter anderem die Gewerbehalle und die inzwischen in «El Barrio» unbenannte «Bar Berlin» an der Lädelistrasse (zentralplus berichtete). Nun holt er den altbekannten Namen aus der Mottenkiste und übertüncht damit das Schild «Zur Freiheit».

Familienbetrieb schliesst nach 30 Jahren

Sieben Teilhaber hatte die kleine Beiz bisher, die Firma ist als «Freigeist GmbH» im Handelsregister eingetragen. Welz wurde von den Gesellschaftern angefragt, ob er den Betrieb übernehmen möchte. Offenbar waren sie sich nicht einig über den Betrieb, so Welz: «Intern lief es nicht rund.» Was ist passiert? Drehen wir das Rad der Zeit ein paar Monate zurück. Im Juli 2016 ging eine Ära zu Ende: Die Traditionsbeiz «zur Freien Schweiz» an der Neustadtstrasse schliesst, Pächter René Luternauer nimmt den Hut – die Familie hatte den Betrieb über 30 Jahre lang geführt (zentralplus berichtete).

Das Restaurant entsprach nicht mehr dem Geschmack der Luzerner Kundschaft und dem Zeitgeist. Es war Zeit für einen Neubeginn. Die Inhaber des Nachtclubs Madeleine an der Baselstrasse, Piero Achermann, Bruno Milesi, Bruno Amstutz und Marcel Häfliger, ermutigten Florian Krauer den Betrieb zu übernehmen. Die Freigeist GmbH löste Luternauer als Pächter ab.

Welz steht selbst hinter dem Tresen

Anfang Dezember ging es los. Krauer nahm sich viele Freiheiten in der konkreten Ausgestaltung und Programmierung des neuen Lokals. Wie der Facebook-Seite des inzwischen geschlossenen Lokals zu entnehmen ist, wurde mit Fumetto zusammengearbeitet, Hausfrauen kochten einmal die Woche, lokale Künstler konnten Werke ausstellen und DJs legten Platten auf. Am 19. April folgte der vorerst letzte Post: «Die Freiheit bleibt aufgrund von Umstrukturierungen dieses Wochenende geschlossen. Seid gespannt.»

Inzwischen ist also klar, Krauer gibt den Betrieb ab. Er war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Und auch die anderen Teilhaber wollten zu den Gründen für den Wechsel nicht Stellung nehmen. Obwohl der Name «Zur Freiheit» verschwindet, wird die Freigeist GmbH nicht liquidiert, wie ein Gesellschafter bestätigt, der nicht mit Namen genannt werden möchte.

Welz, der auch diesen Sommer wieder die Beach Bar an der Ufschötti betreibt, übernimmt an der Neustadtstrasse. «Ich werde zumindest zu Beginn selbst hinter dem Tresen stehen.» Er stelle derzeit das neue Barteam zusammen: «Bewerbungen sind jederzeit erwünscht.»

Das grosse «B» an der Lädelistrasse 6 bleibt. Aus der Bar Berlin wurde El Barrio.

Das grosse «B» an der Lädelistrasse 6 bleibt. Aus der Bar Berlin wurde 2016 El Barrio.

(Bild: jav)

Bis halb vier geöffnet

Welz wird kleinere Sanierungsarbeiten vornehmen: «Die Beiz wird nach meinem Geschmack eingerichtet.» Wie man sich das in der Gewerbehalle und der Bar Berlin gewohnt ist, plant Welz auch Live-Musik und andere kulturelle Veranstaltungen in der Bar Berlin 2.0. Als Welz sich im letzten Jahr zurückzog an der Baselstrasse, nannte er die Arbeitszeiten als Grund: «Jedes Wochenende bis vier Uhr morgens draussen zu sein, das wurde mir langsam doch zu anstrengend.»

Nun hat es sich Welz offenbar anders überlegt, denn die neue Bar Berlin soll wieder bis halb vier geöffnet haben an den Wochenenden: «Es wird immer noch anstrengend sein.» Trotzdem lässt er sich auf das Projekt ein. Er möchte nun mal schauen, wie gut der neue Standort anläuft, erklärt Welz.

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