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Bald geht’s direkt von Deutschland nach Luzern
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Schneller mit dem Zug durch die Schweiz bedeutet künftig auch schneller durch Europa. (Bild: SBB/Gian Vaitl Zürich)

«Dieser Tunnel wird Europa enger zusammenbringen» Bald geht’s direkt von Deutschland nach Luzern

3 min Lesezeit 01.06.2016, 13:20 Uhr

Am Mittwoch wird der Gotthard-Basistunnel eingeweiht. Ein grosses Trara und prominente Gäste werden erwartet. Und auch für Luzern ergibt sich mit dieser Eröffnung eine spannende Perspektive: Bald soll man mit dem Zug aus Deutschland direkt nach Luzern fahren können. Einen Haken gibt es aber.

Um ein Wochenende in einer hübschen, fremden Stadt zu verbringen, dazu braucht es in Europa keine mühsame Flugreise – kein Einchecken, keine Passkontrolle, kein ewiges Auf-dem-Feld-Herumrollen, auch kein Aus-Checken. Es braucht nur den Zug. Und der braucht oft nicht mal länger. Die Luzerner müssen jedoch beim Zugfahren einige Male Umsteigen mit einberechnen. Aber das wird sich künftig ändern.

Der Gotthard-Basistunnel ist für den Güterverkehr ein Jahrhundertschritt. Die CEOs der europäischen Bahnen haben sich daher am Vortag der Eröffnung des neuen Gotthardtunnels in Lugano getroffen. Die Bahnkonzernchefs haben dabei die Einführung einer neuen Direktverbindung vereinbart: täglich zwischen Frankfurt und Mailand durch die Schweiz. Und zwar über Luzern, berichtet das «SRF».

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Andreas Meyer (SBB), Rüdiger Grube (Deutsche Bahn) und Renato Mazzoncini (Ferrovie dello Stato) haben am Rande des Treffens eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Ab Dezember 2017 soll es eine Direktverbindung zwischen Frankfurt und Mailand durch die Schweiz geben. Mehr könne man jetzt noch nicht sagen, heisst es bei der SBB. Die Planung laufe erst an.

Nur nach Luzern, nicht aus Luzern

Was klar ist, das sind die Strecken. Und hier gibt es einen kleinen Wermutstropfen für die Zentralschweizer. In Richtung Süden werden die Züge zwar über Luzern geführt, in Richtung Norden jedoch via Lötschberg. Damit wird eine Direktverbindung aus Deutschland nach Luzern ermöglicht und eine vom Wallis nach Deutschland. Aber nicht umgekehrt.

Luzern Tourismus ist erfreut über die Neuigkeiten: «Wir begrüssen natürlich diese Direktverbindung zweimal täglich via Luzern, da die An- und Rückreisen aus Italien und Deutschland für unsere Gäste so bequemer – ohne mehrmaliges Umsteigen wie heute – und schneller sein wird», sagt die Medienverantwortliche Sibylle Gerardi. Beides seien für die Region Luzern-Vierwaldstättersee wichtige Quellmärkte. «Und man kann erwarten, dass zusätzliche Gäste für einen Aufenthalt in Luzern motiviert werden», glaubt Gerardi.

Und nicht nur für Luzern wird der Gotthard-Basistunnel neue Möglichkeiten eröffnen. «Dieser Tunnel wird Europa enger zusammenbringen. Wir müssen den Schweizern dafür danken», sagte Grube, der Chef der Deutschen Bahn, in Lugano.

Die CEOs Rüdiger Grube, Andreas Meyer und Renato Mazzoncini (von links) in Lugano. (Bild: SBB/François Gribi)

Die CEOs Rüdiger Grube, Andreas Meyer und Renato Mazzoncini (von links) in Lugano. (Bild: SBB/François Gribi)

Zur Feier am Gotthard

Am Mittwoch zur Eröffnung werden 1100 Gäste und 300 Medienvertreter erwartet. Um 12 Uhr werden Bundespräsident Johann Schneider-Ammann in Rynächt UR und Verkehrsministerin Doris Leuthard in Pollegio TI zeitgleich den Tunnel eröffnen.

Danach werden je ein Zug von Norden und einer von Süden her den Tunnel einweihen. An Bord beider Züge fahren 1000 Personen mit, die bei einer Verlosung Anfang des Jahres ein Ticket ergattert haben.

Neben Bundeskanzlerin Angela Merkel werden unter anderen der französische Präsident François Hollande und Italiens Premier Matteo Renzi ihre Aufwartung machen. Zum Pflichtprogramm gehört die Eröffnung auch für alle sieben Bundesräte und Bundesrätinnen.

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