Bald fahren Zuger Expressbusse über die neue Tangente
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Die Busverbindungen sollen schrittweise verbessert werden.

So sieht der Zukunftsplan fürs Zuger Busnetz aus Bald fahren Zuger Expressbusse über die neue Tangente

5 min Lesezeit 1 Kommentar 28.05.2021, 05:01 Uhr

Im Juni soll das Ägerital mit der Eröffnung der Tangente Zug/Baar bessere Anbindung an die Autobahn erhalten. Doch auch die Busverbindungen will man schrittweise verbessern. Der Fahrplanentwurf ’22 und der Entwicklungsplan fürs Liniennetz bieten noch weitere Überraschungen – zum Beispiel geht’s bald mit dem Bus auf den Zugerberg.

Im Jahr 2022 werden Reisende zum Zugerberg nicht in der Schönegg auf die Standseilbahn steigen. Denn die wird am 7. Februar für Sanierungsarbeiten am Trassee komplett stillgelegt. Bis zum Ende der Fahrplanperiode wird sich daher im Dezember ein Busersatz die engen Strassen zum Zuger Hausberg emporkämpfen. Gemäss ZVB-Sprecherin Karin Fröhlich soll er über die Geissbodenstrasse fahren, die im Winter bei genügend Schnee normalerweise als Schlittelstrecke dient. Die Fahrzeit des Buses betrage 12 Minuten. «Der Fahrplan und das Verkehrskonzept sind in Erarbeitung und werden im Verlauf des Sommers publiziert», sagt Fröhlich.

Der Bus auf den Zugerberg ist eine der gravierenden Änderungen, welche die nächste Fahrplanperiode fürs Zuger ÖV-Netz mit sich bringt. Den Entwurf hat die Baudirektion des Kantons Zug am Mittwoch öffentlich aufgelegt – ebenso wie einen Bericht zur künftigen Entwicklung des Zuger Busliniennetzes.

Handlungsdruck wegen Umleitungen

Die anderen grossen Veränderungen betreffen die Busverbindungen ins Ägerital. Bekanntlich wird der Strassenabschnitt von Nidfuren ins Schmittli in den kommenden Jahren renoviert, die Hauptarbeiten beginnen im Januar nächsten Jahres (zentralplus berichtete). Statt über die Direktverbindung wird der Verkehr bergwärts über Allenwinden und talwärts über Edlibach geschleust, während die Linienbusse in beiden Richtungen über Allenwinden geschickt werden.

Dies bringt Versäumnisse für Ägerer ÖV-Pendler, die mit den Schnellkursen der Linie 1 nach Zug fahren, um von dort mit der Bahn etwa nach Luzern oder Zürich weiterzureisen – ihre Reise dauert dann länger. Um dies zu kompensieren und die Anschlüsse dennoch zu gewährleisten, sollen ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2021 alle Expresskurse über die neue Tangente geschickt werden.

Industriestrasse wird zum Nadelöhr

Damit könnten auch die Arbeitsplätze bei der V-Zug und die Berufsschule GIBZ aus dem Ägerital direkt erreicht werden, argumentiert man beim Kanton. Indes verkehren dann die Schnellbusse über die Industriestrasse, welche durch die Eröffnung der Tangente erheblichen Mehrverkehr zu gewärtigen hat (zentralplus berichtete). Sie ist ausserdem seit Jahren immer wieder von Baustellen übersät, was den Verkehr behindert und die Nerven der Verkehrsteilnehmenden strapaziert.

Derzeit noch eine nervtötende Dauerbaustelle: Industriestrasse in Zug. (Bild mam)

Gemäss Baudepartement der Stadt Zug sollen indes die Baustellen auf der Industriestrasse noch vor Eröffnung der Tangente am 24. Juni verschwinden. Als Folge der Strasseneröffnung plant die Stadt Zug ebenso zusätzliche gemeindliche Schritte zu unternehmen. «Das Quartier Göblistrasse-Industriestrasse-Lüssiweg wird voraussichtlich im Verlauf der nächsten Woche durch einen Flyer in alle Haushalte über die geplanten Massnahmen informiert», sagt Dieter Müller, Leiter Kommunikation.

Linie 1 wird 2024 zum reinen Schnellkurs

Die normalen Kurse der Linie 1 werden auch 2022 noch über den Postplatz und die Ägeristrasse in Zug verkehren. Aber in Zukunft zeichnen sich für die Buslinien ins Ägerital einige Veränderungen mehr ab. Sie werden im Bericht zur Entwicklung des Liniennetzes im Busverkehr erklärt, der auf dem Internet aufgeschaltet ist. Interessierte können bis 13. Juni ihre Stellungnahmen dazu abgeben – die Zuger Gemeinden haben dies schon getan.

Also: Die Linie 1 (Oberägeri–Zug) soll ab der Fahrplanperiode 2024 als reine Schnellkurslinie geführt werden – immer über die Lorzentobelbrücke, die Tangente, zur Metalli und zum Bahnhof. Auf dem Rückweg macht sie noch eine Schlaufe über den Postplatz und stellt so eine umsteigefreie Verbindung in die Innenstadt sicher. Umsteigehaltestelle der Schnellkurse in Richtung Baar und Menzingen wird Nidfuren sein.

Neue Buslinie fürs Ägerital

Die Buslinie 34 zwischen Baar und Oberägeri wird ausgebaut, bedient alle Haltestellen und verkehrt über Allenwinden. Und schliesslich gibt’s 2024 auch noch eine neue Buslinie fürs Ägerital: Sie erhält die Nummer 12 und bedient in verkehrsstarken Zeiten alle Haltestellen der heutigen Linie 1 via Allenwinden.

Ziel ist es, eine bessere Anbindung des Ägeritals an Baar zu erreichen, «wo ein guter Anschluss an das übergeordnete Bahnnetz gewährleistet ist», wie man beim Kanton glaubt. Ausserdem soll es mehr Schnellverbindungen nach Zug geben. Die neue Linie 12 und die Umsteigemöglichkeit auf die Linie 2 sollen die heutigen Verbindungen zwischen Ägeri und dem Zuger Altstadtbereich sicherstellen.

Linie 3 fährt von Baar zur Zugerbergbahn

2024 ist ausserdem eine andere wichtige Änderung bei stark frequentierten Buskursen angedacht. Die Buslinie 3 fährt vom Baar-Lättich nicht mehr bis nach Oberwil, sondern zur Schönegg und somit zur Talstation der Zugerbergbahn. Umgekehrt verkehrt die Linie 11 von Zug-St. Johannes nicht mehr bis zur Schönegg, sondern übernimmt bei der Metalli den Streckenteil der Linie 3 und fährt nach Oberwil. Ziel: die Schaffung «attraktiver Durchmesserlinien in der Stadt Zug», heisst es im Konzept. Die bisherigen langen Wartezeiten zu gewissen Tageszeiten und Wochentagen an der Haltestelle Metalli/Bahnhof fielen damit weg.

Die Hauptlinien der ZVB in Zukunft (Bild zvg)

Zwei Jahre später sind im Ennetsee Anpassungen angedacht: Die Buslinie 7 (Zug–Chamerried) führt zwischen den Haltestellen Zug, Lorzen und Steinhausen, Sumpfstrasse über die neue Chollerstrasse und bedient später das neue Quartier, das im äussersten Westen der Stadt Zug entstehen soll. Die Buslinie 16 (Steinhausen–Zug) wird als eigene Linie aufgehoben und in die Buslinie 6 (Cham–Steinhausen–Zug) integriert.

Von Rotkreuz direkt ins Shoppingcenter

Und schliesslich noch ein Blick in die fernere Zukunft. Ist die Umfahrung Cham-Hünenberg fertig, soll die Buslinie 48 von Rotkreuz nach Cham bis ins Einkaufszentrum Zugerland verlängert werden. Projektiert ist das für 2028. Damit erhälte Cham wieder eine attraktive Durchmesserlinie, so steht es im Zukunftsplan. Zusammen mit der Buslinie 6 (Zug–Steinhausen–Cham) könne so zwischen Cham und dem Einkaufszentrum Zugerland ein dichter Takt angeboten werden, welcher mehr Anschlussbeziehungen im öffentlichen Verkehr ermöglicht.

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1 Kommentare
  1. Rosie, 29.05.2021, 07:13 Uhr

    Ist erstaunlich wie viel getan wird, um die mit Autos überfüllten Städte zu entlasten.
    ABER: Nun noch eine zusätzliche Buslinie Nr. 12, die sich durch das Nadelöhr Neuägeri quetschen muss. Wer denkt eigentlich an die Neuägerer Bevölkerung, die den stetig zunehmenden Verkehr aushalten muss? Eine Umfahrung soll in Planung sein, aber Neuägeri würde auch da ausgelassen, Ein/Ausfahrt bei Mazta Garage und Neuägeri bleibt immernoch eine Quetschzone. Gibt es unter den Politiker/Innen auch jemand, welchen das Wohl der Neuägerer Bevölkerung etwas am Herzen liegt und auch diese in einer Umfahrungsplanung mit einbezieht?
    Das Dörfchen Neuägeri ist älter als das erste gebaute Auto, möchte ich einfach mal erwähnen…
    Ein denkanstoss an unsere Verkehrspolitiker…

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