Von wegen autofreie Bahnhofstrasse: Falschfahrer kommen im Minutentakt
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Manchen Verkehrsteilnehmern sind die Schilder zu wenig gut sichtbar. (Bild: ios)

Stadt Luzern muss über die Bücher Von wegen autofreie Bahnhofstrasse: Falschfahrer kommen im Minutentakt

2 min Lesezeit 6 Kommentare 06.10.2020, 05:00 Uhr

Seit bald drei Monaten ist ein Teilabschnitt der Bahnhofstrasse in Luzern autofrei. Das befürchtete Verkehrschaos blieb bisher aus. Doch halten sich auch alle an das Fahrverbot? zentralplus hat sich vor Ort umgesehen.

Das geplante Fahrverbot schlug im Vorfeld hohe Wellen. Einige der ansässigen Geschäfte fürchteten ein Verkehrschaos, andere witterten hingegen eine Chance (zentralplus berichtete). Nach rund vier Monaten kommen Stadtrat und Kanton zum Ergebnis: Das befürchtete Chaos blieb aus (zentralplus berichtete).

Wie ein Augenschein vor Ort zeigt, ist die Botschaft aber noch nicht ganz bei allen Autofahrern angekommen. Wie viele Lenker – wissentlich oder unwissentlich – durch das Fahrverbot gekurvt sind, siehst du im Video. Wir waren zwei Stunden vor Ort. Eine Stunde über die Mittagszeit und eine Stunde im Feierabendverkehr.

Anlieferer und Dienstfahrzeuge wurden aus dem Video herausgeschnitten und nicht gezählt.

Doch warum fahren noch immer so viele Autos durch das Fahrverbot? Liegt es an der Beschilderung? «Die Beschilderung ist korrekt und aus unserer Sicht klar», sagt Lukas Deschwanden auf Anfrage. Er ist der Projektleiter «Neue Bahnhofstrasse» beim Tiefbauamt Luzern. Wenn es nach der Bevölkerung geht, ist sie allerdings nicht ganz so klar: «Aufgrund der Rückmeldungen werden wir beim Eingang zum Fahrverbot beim Theaterplatz eine zusätzliche Signalisierung erstellen», so Deschwanden weiter.

Auch bei Google sei die Routenplanung zwischenzeitlich angepasst worden. Mit der Ausrede «Das Navi hat mich hier durchgeführt» kommt man also nicht mehr weit.

Polizei büsst regelmässig

Die nicht repräsentative Zählung von zentralplus deckt sich auch mit den Messungen der Stadt. Wie Deschwanden schreibt, seien während drei Kontrollen zu je 60–85 Minuten jeweils zwischen 15 und 30 Personen von der Luzerner Polizei gebüsst worden.

Bei der Stadt hat man eine erste Zwischenbilanz gezogen. Und diese fällt positiv aus. Deschwanden betrachtet die Einführung der Teilsperrung als «gelungen». Der Verkehr auf der Bahnhofstrasse sei «markant zurückgegangen», bestätigt er. Derzeit werde ein Monitoring durchgeführt, dessen Ergebnisse im Verlauf des Monats publik gemacht werden sollen.

Den Leuten gefällt’s mehrheitlich

Auch in der Bevölkerung scheint das Projekt anzukommen. «Grundsätzlich sind die Rückmeldungen positiv und erfreut, dass das Fahrverbot nun umgesetzt werden konnte», so Deschwanden. Auch die Sitzgelegenheiten vor der Migrosbank seien beliebt. Negative Kommentare seien bisher nur im Zusammenhang mit den Missachtungen des Fahrverbotes eingegangen.

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6 Kommentare
  1. MvR, 07.10.2020, 17:49 Uhr

    Auch wenn es eigentlich irrelevant ist was das Navi sagt, es gibt eine Beschilderung die Vorrang hat, ist die Aussage Google hätte angepasst, also keine Ausrede mehr nur teilweise korrekt. Wer nicht sein „Handy“ als Navi benutzt und nicht ein neuere Fahrzeug oder einen Tesla hat, dann sind die Navi Daten mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht von Google. Mein 5 jähriger BMW hat die Navi Daten von BMW und die werden maximal 2x im Jahr angepasst, wenn es denn jemand BMW gemeldet hat. Dies gilt natürlich für alle Anpassungen im Strassennetz.

  2. Rentner Müller, 07.10.2020, 17:11 Uhr

    jaaa diese Velofahrer dürfen ja alles als nicht genug kommen nun die E Trottinets auch auf dem Trottoir angeflitzt, Frechheit erst kürzlich kam einer Angeflitzt ich zack stand ihm mitten im Weg der musste Bremsen flog fast ins Gebüsch und ich schrie ihn an Du Flegel du,, du hast hier nichts verloren Denkst eigentlich auch an die Älteren Leute DU,, muss ich Anrufen, der war ganz Brav, stotterte was von Entschuldigung und schob sein Vehikel von dannen.,

  3. Thea, 06.10.2020, 11:38 Uhr

    Leider verhalten sich viele Velofahrer rücksichtslos und wider jegliche Verkehrsregeln.

  4. Walter Albrecht, 06.10.2020, 10:27 Uhr

    Man könnte noch viel entspannter flanieren, wenn einem nicht regelmässig auch an Markttagen
    ein beträchtlicher Teil der Radfahrenden ungeachtet von Geschlecht und Alter um die Ohren fahren. Man sollte sich bei den Verantwortlichen mal für längere Zeit einen Augenschein nehmen
    und fehlbare Zweiradfahrende ermahnen und notfalls auch büssen.

    1. Luke, 06.10.2020, 10:53 Uhr

      Vielleicht sollte sich die Stadt generell überlegen, den Markt an einen anderen Ort zu verschieben, als ihn mitten auf einer der Hauptzufahrtsrouten zum Bahnhof und mehreren regionalen und nationalen Velorouten stattfinden zu lassen. Man macht ihn ja auch nicht auf der Zentralstrasse oder der Hauptstrasse…

  5. acel, 06.10.2020, 07:49 Uhr

    … wo wurde das kunstwerk auf der almend eigentlich aufgestellt? was wurde sus den geld?

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