BAG zählt nur positive Coronafälle – der Kanton Zug rechnet anders
  • News
Im Kanton Zug finden Reihentests an Schulen statt. (Bild: Adobe Stock)

Negative Reihentest-Resultate mitgezählt BAG zählt nur positive Coronafälle – der Kanton Zug rechnet anders

2 min Lesezeit 2 Kommentare 11.04.2021, 09:48 Uhr

Weil durch das vermehrte Testen auf das Coronavirus neben den Fallzahlen auch die Positivitätsrate und der R-Wert steigen, rechnet der Kanton Zug nun anders als das BAG. Negative Resultate aus den Reihentests werden mitgezählt.

Das Coronavirus hält die Schweiz seit über einem Jahr in Atem und gibt den Takt vor. Menschen werden in Corona-Testzentern auf Covid-19 getestet, an Zuger Schulen finden Reihentests statt. Der Kanton hat die Corona-Tests Ende März auf Primarschulen ausgedehnt (zentralplus berichtete). In Zug werden laut einem Bericht im «Blick» 12 Prozent der mobilen Bevölkerung getestet.

«Werte sind verzerrt»

Wird mehr getestet, werden auch mehr Fälle gefunden. Doch die Testoffensive treibt neben den Fallzahlen auch die Positivitätsrate und den R-Wert nach oben. Nicht nur, weil es mehr Fälle gibt, sondern auch, weil das BAG nur die positiven Resultate der Massentests zählt und die negativen Resultate nicht miteinbezieht.

«Weil nur die positiven Resultate gemeldet werden, führt das zu verzerrten Werten», wird Martin Bühler, Leiter des Bündner Corona-Krisenstabs im Medienbericht zitiert. Kantone, die mehr testen, würden doppelt bestraft werden.

Fallzahlen, R-Wert und Positivitätsrate würden so an Gehalt verlieren. Auch der Luzerner Gesundheitsdirektor Guido Graf sagt im Bericht, dass das ausschliessliche Melden der positiven Testresultate zu einem veränderten Bild der epidemiologischen Lage führe.

Kanton Zug zählt die negativen Resultate aus Reihentests mit

Der Kanton Zug habe nun entschieden, anders als das BAG zu rechnen. Zuger Kantonsarzt Rudolf Hauri sagt im Medienbericht: «Wir zählen die negativen Resultate aus den Reihentests mit.» Während das BAG für Zug aktuell eine Positivitätsrate von 6,1 Prozent berechnet – kommen die Zuger selbst auf eine Positivitätsrate von 1,7 Prozent. Hauri sagt, dass es Sinn mache, über diese Werte neu nachzudenken.

Wie es im «Blick» weiter heisst, habe der Bundesrat nun entschieden, künftig auf die Positivitätsrate als Richtwert zu verzichten. Fosca Gattoni, stellvertretende Leiterin der Sektion Heilmittelrecht beim BAG hält aber auch fest, dass das vermehrte Testen ein Instrument sei, um Öffnungsschritte zu begleiten. «Es dient dazu, das Risiko zu vermindern, dass bei Lockerungen der Massnahmen die Fallzahlen zu stark ansteigen.»

War dieser Artikel nützlich für Dich?

Ja

Nein

War dieser Artikel nützlich für Dich?
Löse ein freiwilliges Abo und hilf uns, Artikel wie diesen auch in Zukunft anzubieten.

CHF

Deine Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, musst Du auf zentralplus eingeloggt sein. Bitte logge dich ein oder registriere dich jetzt und profitiere von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Deine Meinung ist gefragt!

2 Kommentare
  1. mebinger, 11.04.2021, 13:45 Uhr

    Ich will gesellschaftlich die alte Normalität ohne jegliche Hysterie wieder und zwar sofort und ohne jegliche Einschränkung und Schutzkonzepte braucht es für einen normalem Vorgang , der alljährlich wiederkehrt auch nicht

  2. Nora Willisegger, 11.04.2021, 12:00 Uhr

    Neiaberau, wer hätte das gedacht, dass die Pos-Rate sinkt, wenn die neg. Resultate mitgezählt werden? Immerhin hats der Kantonsarzt gemerkt – wenn auch reichlich spät. Beim BAG wird wohl ewig weitergewurstelt.

Wie viel ist Dir unabhängiger Journalismus wert?

Schön besuchst Du zentralplus. Für Dich gehen wir vor Ort, sind mitten drin und nahe dran. Doch ganz gratis geht Qualitätsjournalismus nicht. Um die unabhängige Stimme zu den Grossverlagen in der Zentralschweiz zu bleiben, benötigen wir Deine Unterstützung. Zeig uns mit Deinem freiwilligen Abo oder einem einmaligen Beitrag, was wir Dir wert sind.

Schön besuchst Du zentralplus. Du verwendest einen Adblocker. Werbung ist für eine wichtige Einnahmequelle, die uns hilft, die unabhängige Stimme zu den Grossverlagen in der Zentralschweiz zu bleiben. Denn gratis geht Qualitätsjournalismus nicht. Zeig uns mit Deinem freiwilligen Abo oder einem einmaligen Beitrag, was wir Dir wert sind.

CHF