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Bär soll unmittelbar vor der Luzerner Haustür stehen
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Treffen Luzerner schon bald auf einen Bären? (Symbolbild). (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Angebliche Spuren bei Escholzmatt Bär soll unmittelbar vor der Luzerner Haustür stehen

3 min Lesezeit 06.06.2018, 13:32 Uhr

Im Gebiet Beichlen bei Escholzmatt sind vermeintliche Bärenspuren gesichtet worden. Es handelt sich möglicherweise um den gleichen Bären, der Ende Mai im Raum Lombachalp unweit der Luzerner Grenze unterwegs war. In der Gemeinde nimmt man es (noch) gelassen.

Im Gebiet Beichlen ob Escholzmatt sind vermeintliche Bärenspuren gesichtet worden. Die Beobachtung wurde mit Zeitverzug gemeldet, die Spuren konnten nachträglich nicht mehr bestätigt werden.

Ist es M29?

Möglich ist, dass die vermeintlichen Spuren vom gleichen Bären stammen, der am Pfingstsonntag am Thunersee und Ende Mai im Berner Jagdbanngebiet Augustmatthorn unterwegs war. Vermutlich handelt es sich dabei um den Bären M29, welcher bereits in der Zentralschweiz und im Kanton Bern beobachtet wurde.

Die genetische Bestätigung steht allerdings noch aus. Da der Bär in kurzer Zeit grosse Strecken zurücklegen kann, ist seine Präsenz auf Luzerner Kantonsgebiet möglich. Der Bär M29 gilt als scheues Tier, das bisher unauffällig unterwegs war. Wichtig ist, den Bären auf keinen Fall mit Futter anzulocken. Problematisch sind zudem offene Abfalltonnen oder der Aufbruch von auf der Jagd erlegten Tieren.

Gemeinde nimmt’s noch gelassen

Bei der Gemeinde Escholzmatt-Marbach nimmt man die Kunde über einen allfälligen Bären bisher gelassen, wie Gemeinde Präsident Fritz Lötscher (CVP) auf Nachfrage sagt: «Natürlich hat jetzt die eine Hälfte der Leute Freude, während die andere Hälfte eher weniger amüsiert darüber ist.»

Gefahr bestehe aktuell noch gar keine, da sich das Tier weit ausserhalb des bewohnten Gebietes aufhalte. «Zurzeit findet der Bär noch genügend Nahrung, weshalb er kaum in die Nähe einer Siedlung kommen wird», erklärt Lötscher.

Folglich habe man auch noch keine Vorbereitungen oder Sicherheitsmassnahmen getroffen. Einzig wenn man im weiteren Umfeld der Gemeinde in der freien Natur unterwegs ist, sei vorsicht geboten. Dies gelte also vor allem für Wanderer.

Sofort Wildhut oder Polizei benachrichtigen

Wer dem Bären begegnet, sollte sich auf keinen Fall nähern, sondern Distanz halten. Wer vom Bären bemerkt wurde, sollte sich als Mensch zu erkennen geben, mit ruhiger, klarer Stimme sprechen und sich langsam zurückziehen, rät die kantonale Dienststelle für Landwirtschaft und Wald.

Beobachtungen und Bärenspuren (Tatzenabdrücke, Kot) sowie aufgebrochene Bienenstöcke oder durchwühlte Abfalltonnen, sind umgehend der kantonalen Wildhut (Dienststelle Landwirtschaft und Wald, Tel. 041 349 74 30) oder der Polizei (117) zu melden. Dokumentieren Sie den Fundort oder die Beobachtung so präzise wie möglich.

Streng geschützte Tierart

Der einheimische Braunbär wurde in der Zentralschweiz vor rund 200 Jahren ausgerottet. Alle aus Quellen belegten Bärennachweise im Kanton Luzern stammen aus der Zeit vor 1800. Mit Prämien wurden damals Bären-Abschüsse belohnt. Heute gehört der Braunbär in der Schweiz zu den streng geschützten Tierarten. Seit mehr als zehn Jahren wandern regelmässig einzelne Bären aus dem italienischen Trentino in die Schweiz ein.
 
Mit einem Gewicht von bis zu 350 Kilogramm ist ein ausgewachsener Bär ein Schwergewicht unter den heimischen Wildtieren. Er hat keine natürlichen Feinde. Aufgrund der jahrhundertelangen Verfolgung durch den Menschen leben Bären in Mitteleuropa heute vorwiegend in waldreichen und wenig besiedelten Gegenden, in höheren Lagen an der Waldgrenze.

Die Urner Jagdbehörden haben festgestellt, dass der Bär M29 2016 ein Habitat genutzt hat, das weitgehend dem Lebensraum von Gämsen entspricht: hoch gelegen, an der Waldgrenze und ein anspruchsvolles «Klettergebiet».

Obwohl der Bär zu den Raubtieren zählt, ist er ein ausgesprochener Allesfresser. Er deckt seinen Nahrungsbedarf mit Blättern, Trieben, Wurzeln, Beeren, Früchten, Nüssen und Wildhonig, aber auch Insekten, Vogel-Gelegen, Säugetieren und Aas. Selten erbeuten Braunbären auch ungeschützte Nutztiere.

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