Jetzt Community-Mitglied werden und profitieren!
News
Badeunfall im Lido: Verteidiger gibt Söhnen des Opfers Mitschuld
  • Aktuell
Der Mann war 2014 vom Steg im Lido gesprungen. (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Halswirbel bei Kopfsprung gebrochen Badeunfall im Lido: Verteidiger gibt Söhnen des Opfers Mitschuld

2 min Lesezeit 23.06.2020, 20:51 Uhr

Wegen eines Kopfsprungs ins seichte Wasser beim Lido im Jahr 2014 ist ein Mann heute Tetraplegiker. Das Kantonsgericht musste nun im Berufungsprozess die Schuldfrage klären.

Ein Badegast hat sich 2014 zwei Halswirbel gebrochen, als er im Lido Kopf voran ins Wasser sprang. Seine Söhne zogen ihn schliesslich aus dem Wasser. Das Opfer ist seither Tetraplegiker. Gegen den 48-jährigen Bademeister und den 54-jährigen Geschäftsführer des Bades wurde ein Verfahren eingeleitet, sie wurden in erster Instanz jedoch freigesprochen. Ihnen war grobe fahrlässige Körperverletzung durch Unterlassung vorgeworfen worden, weil sie vor dem Sprung nicht interveniert hatten. Die Familie des Opfers hatte angegeben, dass die Söhne und der Vater vor dem Unfall mehrmals Kopf voran ins Wasser gesprungen waren.

Am Dienstag fand nun vor dem Kantonsgericht der Berufungsprozess statt. Der Verteidiger der Beschuldigten stellte in den Raum, dass möglicherweise die Söhne des Verunfallten eine Mitschuld tragen könnten. Der ältere, heute 19-jährige Sohn gab bei der Befragung an, dass er als erster bei seinem Vater war und ihn bis zur Hälfte die Treppe hochgezogen habe. Dann hätten ihm zwei weitere Personen geholfen, berichtet die Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Laut dem Verteidiger könnte die Rettung zur Verletzung beigetragen haben. Auch sei nicht klar, ob der Vater nicht von den Söhnen geschubst worden war.

Söhne bestreiten Vorwurf

Der Bademeister gab im Gegensatz zur Familie an, dass er keine Kopfsprünge bemerkt habe. Vater und Söhne hätten miteinander friedlich gespielt, der Vater habe den jüngeren Sohn mit den Füssen voran ins Wasser geworfen. Deshalb habe er auch nicht interveniert. Der Geschäftsführer ergänzte, dass die Stelle, wo der Unfall geschah, zu seicht für einen Kopfsprung sei. Er glaubt deshalb, dass der Sprung nicht absichtlich erfolgte.

Die Söhne bestreiten hingegen, dass sie ihren Vater geschubst haben. Im Gegenteil, ihr Vater habe sie noch gewarnt.

Ein Urteil ist am Dienstag noch nicht gefallen, es wird im Juli erwartet.

War dieser Artikel nützlich für Dich?

Ja

Nein

War dieser Artikel nützlich für Dich?
Löse ein freiwilliges Abo und hilf uns, Artikel wie diesen auch in Zukunft anzubieten.

CHF

Deine Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, musst Du auf zentralplus eingeloggt sein. Bitte logge dich ein oder registriere dich jetzt und profitiere von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Deine Meinung ist gefragt!

0 Kommentare

Wie viel ist Dir unabhängiger Journalismus wert?

Schön besuchst Du zentralplus. Für Dich gehen wir vor Ort, sind mitten drin und nahe dran. Doch ganz gratis geht Qualitätsjournalismus nicht. Um die unabhängige Stimme zu den Grossverlagen in der Zentralschweiz zu bleiben, benötigen wir Deine Unterstützung. Zeig uns mit Deinem freiwilligen Abo oder einem einmaligen Beitrag, was wir Dir wert sind.

Schön besuchst Du zentralplus. Du verwendest einen Adblocker. Werbung ist für eine wichtige Einnahmequelle, die uns hilft, die unabhängige Stimme zu den Grossverlagen in der Zentralschweiz zu bleiben. Denn gratis geht Qualitätsjournalismus nicht. Zeig uns mit Deinem freiwilligen Abo oder einem einmaligen Beitrag, was wir Dir wert sind.

CHF