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FCL-Führungskrise wird immer deutlicher Babbel ist ein armes Schwein – Sieber muss weg

3 min Lesezeit 2 Kommentare 11.05.2017, 17:51 Uhr

Wann kehrt beim FCL endlich Ruhe ein? Gute Frage, denn derzeit brennt es lichterloh. Die Verantwortlichen stehen zwar hin, einer Schuld ist sich FCL-Boss Studhalter jedoch nicht bewusst. Dabei ist das Problem offensichtlich.

Es brodelt beim FC Luzern. An der Pressekonferenz diesen Donnerstag wollte Verwaltungsratspräsident Philipp Studhalter die Wogen glätten (zentralplus berichtete). Warum nur herrscht beim FCL immer ein solches Chaos? Studhalter wusste keine Antwort. Er fabulierte, wie grossartig die «Vision 2021» sei. Damit werde es gelingen, Innerschweizer Geldgeber anzulocken. Und er lobte CEO Marcel Kälin als Machertyp. Dass der CEO damit die Leute auf der Geschäftsstelle vor den Kopf stosse, sei logisch, denn es sei seine Aufgabe, alles und jeden zu hinterfragen.

Bei CEO Kälin beginnt das Hauptproblem. Als ehemaliger Meisterspieler wollte er dem Club eine Siegermentalität einimpfen. Nur ist Kälin selbst gar kein Siegertyp. Sondern war beim Titel 1989 ein Bankdrücker. Sponsoren sollte er suchen, doch bisher war er nur mit dem Verein und sich selbst beschäftigt – vollzeitlich. Studhalter verteidigt diese Prozesse, doch sie sind enttäuschend. Verwalten konnte Ruedi Stäger auch. Und der war nur zu 60 Prozent angestellt.

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Wirklich dramatisch wird es, wenn es um die Rolle von Verwaltungsrat Marco Sieber geht. Er ist der VR-Delegierte in der Sportkommission – hat von Fussball aber keine Ahnung. Anscheinend braucht es für diesen Posten etwa gleich viel Fachkompetenz wie fürs Weisse Haus. Seine Aufgabe wäre es, eine langfristige Betrachtung in die Sportkommission einzubringen. Offensichtlich mischt er sich gemeinsam mit CEO Kälin aber ganz konkret ins sportliche Alltagsgeschäft ein. Gemeinsam hat man Sportkoordinator Remo Meyer bestimmt. Schon jetzt gilt er als Marionette. Kein einfacher Start für den ehemaligen FCL-Spieler, der den ausgewiesenen Fachmann Remo Gaugler vergessen machen soll.

Die arme Sau der ganzen Geschichte ist Trainer Markus Babbel. Er ist der einzig Verbleibende, der etwas vom Geschäft versteht. Den FCL hat er auch schon als «Kindergeburtstag» bezeichnet. Wenn man bei den Bayern und in Liverpool war, ist das durchaus nachvollziehbar. Dennoch betont der Deutsche, wie sehr es ihm hier gefällt. Ein Wunder, angesichts der geballten Inkompetenz um ihn herum.

Die schlimmste Offenbarung: Nicht einmal FCL-Boss Studhalter ist sich der Führungsprobleme des Vereins bewusst. Selbstreflexion sucht man beim VR-Präsident vergebens. Es brauche nicht mehr Fussballkompetenz im Verwaltungsrat, sagt er. Man sei für strategische Belange zuständig. Lächerlich – wenn Sieber gleichzeitig in der Sportkommission sitzt. Doch so geht es beim FCL seit Jahren. Der Verein dreht sich ständig im Kreis. Präsidenten und Sportchefs kommen und gehen, nur der Verwaltungsrat sieht sich auf gutem Weg.

Dabei wäre ein Umdenken bitter nötig. Es braucht beim FCL einen starken Mann, der Ahnung vom Fussballgeschäft hat. Ob als CEO, VR-Delegierter oder mit welcher Bezeichnung auch immer ist egal. Das ist der Club dem Trainerstaff um Markus Babbel schuldig. Marco Sieber vom Hof zu jagen, wäre bestimmt ein guter erster Schritt. Derzeit versteckt man sich viel zu viel hinter der Vision 2021. Schlägt diese fehl, wird es endgültig Zeit für einen Neuanfang.

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2 Kommentare
  1. Daniel Wehner, 12.05.2017, 13:27 Uhr

    Hat zentralplus jetzt in den Gossenjargon umgeschaltet? Wenn ich den Titel mit dem Schwein lesen, muss ich das annehmen. Solche Ausdrücke benutzt man vielleicht in der Umgangssprache. Oder ist es ein verzweifelter Versuch für Aufmerksamkeit? Als Lehrer versuche ich meinen Schülerinnen und Schülern jedenfalls anständige Sprache beizubringen.

    1. Linus Estermann, 12.05.2017, 13:47 Uhr

      Guten Tag Herr Wehner

      Ich nehme Ihre Kritik gerne zur Kenntnis. Ich bin mir bewusst, dass der gewählte Titel grenzwertig ist. Der Ausdruck «armes Schwein» steht aus meiner Sicht für eine bemitleidenswerte Person. Inwiefern dies auf Markus Babbel zutrifft, sollte im Kommentar klar werden.

      Freundliche Grüsse
      Linus Estemrann