Autoposer, aufgepasst: Nun kommen die Lärmblitzer
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Mit Lärmblitzern will eine grüne Kantonsrätin Autoposer ausbremsen. (Symbolbild: Unsplash)

Luzerner Kantonsrätin ärgert sich über Verkehrslärm Autoposer, aufgepasst: Nun kommen die Lärmblitzer

3 min Lesezeit 8 Kommentare 07.09.2020, 17:55 Uhr

Für die einen Hobby, für die anderen Horror: Aufheulende Motoren und dröhnende Auspuffe. Die Luzerner Kantonsrätin Monique Frey will sie jetzt mit Lärmblitzern zum Schweigen bringen.

Wer zu schnell fährt, wird geblitzt. Bald vielleicht auch, wer zu laut unterwegs ist?

Das schwebt zumindest der Luzerner Kantonsrätin Monique Frey vor. Sie fordert in einem Postulat, dass die Luzerner Polizei sogenannte Lärmblitzer anschafft. Sie funktionieren analog zu Radarfallen: Lärmsünder würden registriert und müssten damit rechnen, dass ihnen eine Busse ins Haus flattert.

Ob in der Stadt oder an Passstrassen

«Viele Personen im Kanton Luzern, die entlang von Strassen in der Stadt, auf dem Lande oder an Passstrassen in den Bergregionen wohnen, sind von übermässigem Lärm betroffen», begründet die Politikerin aus Emmen. In der Stadt seien es eher «Autoposer», auf dem Land Töfffahrer, die ihren Motor aufheulen lassen würden.

Ist der «Sound» für die Szene ein wichtiger Teil ihres Hobbys, empfinden Anwohner ihn oft als ärgerliche Belästigung. In der Luzerner Neustadt beispielsweise gibt es seit Jahren Klagen über Autofahrer, die spasseshalber übermässigen Krach verursachen.

Für Frey ist klar: «Der Kanton muss die Bevölkerung vermehrt vor mutwilligem Strassenlärm schützen, welcher von Motorfahrzeugen mit Auspuffklappen, Soundmaschinen, präparierten Auspuffen oder von einer mutwillig hochtourigen Fahrweise verursacht wird.»

Bund soll gesetzliche Grundlage schaffen

Mit dieser Forderung ist die Fraktionschefin der Grünen nicht alleine. Das Thema sorgt diesen Sommer vielerorts für Gesprächsstoff. In der Stadt Luzern haben SP und GLP den Einsatz von Lärmblitzern auf Kantonsstrassen angeregt.

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Ebenso läuft die Diskussion auf nationaler Ebene. Die Aargauer Nationalrätin Gabriela Suter hat kürzlich mittels parlamentarischer Initiative verlangt, dass der Bund die nötigen Voraussetzungen für Lärmblitzer schafft. Für Emotionen scheint gesorgt zu sein: Die SP-Politikerin, die auch ein Fahrverbot für besonders laute Motorräder möchte, sah sich laut «NZZ am Sonntag» gar mit dem Vorwurf des «Motorradrassismus» konfrontiert. 

Was nützen Kontrollen?

Trotz den offenen Fragen zur Gesetzesauslegung: Für Monique Frey ist klar, dass der Kanton Luzern unabhängig davon bereits aktiv werden muss. Sie schlägt vor, dass er sich bei Entwicklern melden und sich an Tests beteiligen soll.

Zudem verweist die Kantonsrätin auf Artikel 33 der eidgenössischen Verkehrsregelnverordnung: Demnach dürfen Fahrer «keinen vermeidbaren Lärm erzeugen». Bereits heute büsse die Polizei Fahrer auf dieser Gesetzesgrundlage, so Frey. «Eine Besserung hat sich leider nicht eingestellt.»

Die Luzerner Polizei ziehe regelmässig getunte Fahrzeuge aus dem Verkehr. sagte Polizei-Mediensprecher Urs Wigger kürzlich gegenüber zentralplus. In der Autotunerszene gebe es im Kanton Luzern diverse «Hotspots». Diese führen beispielweise über die Seebrücke oder durch das Hirschmattquartier.

Ob Lärmblitzer eine valable Ergänzung zu herkömmlichen Kontrollen wären, dazu will sich die Polizei aufgrund des hängigen Vorstosses derzeit nicht äussern.

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8 Kommentare
  1. stofe, 08.09.2020, 16:26 Uhr

    wie wäre es, wenn die Polizei die Garagen mal genauer unter die Lupe nähme, welche diese Umbauten für die Poser ausführen????
    Da wäre doch das Problem schon zu 80 Prozent beseitigt

  2. Jörg Willi, 08.09.2020, 16:23 Uhr

    Endlich mal eine gute „grüne Idee“! Es ist eine absolute Rücksichtslosigkeit und Frechheit, mit der gewisse „Lärmfreaks“ die Bevölkerung terrorisieren. Am wirksamsten wären sicher Wildwestmethoden, um solche Psychopathen zu eliminieren. Aber wenn zivilisiertere auch zum Ziel führen, umso besser!

  3. CScherrer, 08.09.2020, 11:47 Uhr

    Hotel Montana, Haldenstrasse, Schweizerhofquai, Alpenstrasse, Pilatusstrasse, Zentralstrasse sind ebenfalls Hotspots. Freitagabend, Samstagabend einfach mal die Adligenswilerstrasse absperren unten beim Schweizerhof ein Posten aufstellen und schon geht es los.
    Danke an die Luzerner Polizei für ihren Einsatz am Wochende. Weiter so an den erwähnten Hotspots.

  4. Rogu, 08.09.2020, 07:55 Uhr

    Der Auto Lärm geht im alltags Verkehr unter. Auch der Schwer-verkehr ist zu laut, müssen diese nun auch gebüsst werden? Besser wären es alternative Möglichkeiten auszuschöpfen, statt den Leuten wieder Geld abzuknöpfen. z.B Tempolimit 20-30 Km/h von 20 Uhr – 7:00 Uhr. Mit Tempo 20 durch Kreuzstutzkreisel oder Baselstrasse wäre mega 🙂

  5. Astrid, 07.09.2020, 21:17 Uhr

    Kreuzstutzkreisel/Baselstrasse ist leider auch ein hot spot. Hier muss unbedingt ein Blitzer hin.
    Ich verstehe nicht, wie man es einfach dreist ein „Hobby“ nennen kann anderen Menschen den Schlaf zu rauben. Ok, dann muss es halt ein teures Hobby werden…

  6. Matthias Jauch, 07.09.2020, 20:57 Uhr

    Betrifft die Website – nicht diesen Artikel:
    Ich habe das nicht schon mal geschrieben – aber es sieht ganz danach aus alls hättest Du ein Problem mit den „Klicks“ auf deiner Website, das dann zum doppelklick verleitet. Das solltest Du als Webmaster wirklich besser machen. LG Güllemätteli

  7. Matthias Jauch, 07.09.2020, 20:51 Uhr

    Da setzen sich linksgrüne Frauen aber energisch und entscheidend gegen „Lärmverschmutzung einzelner“ ein. Typisch, gegenüber VW und manipulierte Abgaswerke gehen sie nicht entschlossen vor? Allein, weshalb halte ich das von den Frauen Monique Frey und Gabriela Suter für billige Politpropaganda? Man könnte es auch als Links-Populismus bezeichnen. Haben Sie einer dieser Frauen die Stimme gegeben? Kopfschüttel-schüttel für Sie als Wähler meinerseits. Da hätten Sie den Wahlzettel doch besser das Klo hinunter gespült statt die Wahlurne zu beschmutzen.

    1. CScherrer, 08.09.2020, 07:47 Uhr

      Was haben solche Massnahmen mit links-grün zu tun? Solchen Automobilisten fehlt es schlichtweg an Bildung und Verstand. Nicht mehr und nicht weniger. Es ist legitim, dass man sich endlich gegen diese sinnlose Rumfahrerei zur Wehr setzt. Für die Stadt sind diese Automobilisten wohl kaum einen Mehrwert.

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