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Autofreie Bahnhofstrasse: Kantonalbank geht auf Konfrontation
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Lässt noch auf sich warten: die autofreie Bahnhofstrasse. (Bild: jwy )

LUKB schlägt Rechtsweg ein – SP lanciert Petition Autofreie Bahnhofstrasse: Kantonalbank geht auf Konfrontation

3 min Lesezeit 1 Kommentar 13.05.2019, 15:40 Uhr

Die Luzerner Bahnhofstrasse wird zum gerichtlichen Zankapfel: Die Luzerner Kantonalbank hat Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen die geplante Teilsperrung für Autos eingereicht. Sie fordert bessere flankierende Massnahmen für den Verkehr im Quartier. Die SP reagiert empört – und lanciert eine Petition.

Die Luzerner Kantonalbank (LUKB) hat beim Kantonsgericht eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen die geplante Teilsperrung der Bahnhofstrasse eingereicht. Das teilt die Bank am Montagnachmittag mit.

Sie wehrt sich konkret gegen die neuen Verkehrsanordnungen, welche die Stadt Luzern Mitte April im Kantonsblatt publiziert hat und die Ende Juni umgesetzt werden sollen. Darin umreisst die Stadt die geplanten Massnahmen, die im Zusammenhang mit der Sperrung des Abschnitts zwischen Theaterplatz und Seidenhofstrasse für Autos umgesetzt werden sollen. So ist es Autos beim Knoten vor dem Hotel Astoria künftig nicht mehr möglich, von der Winkelried- in die Pilatusstrasse rechts abzubiegen (zentralplus berichtete).

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LUKB fordert flankierende Massnahmen

Dass sich die LUKB gegen eine aus ihrer Sicht überhastete Sperrung wehrt, machte sie bereits Anfang Jahr klar. Dies, nachdem das Stadtparlament Ende 2018 beschlossen hat, dass der Stadtrat vorwärts machen soll. Denn seit die Stimmbevölkerung die Initiative für eine attraktivere Bahnhofstrasse 2013 gutgeheissen hat, ist vordergründig nichts geschehen – was auf linker Seite auf Unverständnis stiess (zentralplus berichtete).

Nun wollte der Stadtrat im Sommer eine erste Etappe umsetzen. Ob dieser Zeitplan angesichts der Beschwerde eingehalten werden kann, dürfte fraglich sein.

«Wir gehen davon aus, dass die Sperrung, so wie sie jetzt von der Stadt geplant ist, zu massiven Verkehrsproblemen im ganzen Quartier führen wird», begründet LUKB-Mediensprecher Daniel von Arx das Vorgehen der Bank. Als Beispiel nennt er die Kreuzung beim Hotel Astoria. «Ohne Ampel wird es extrem schwierig sein, aus der Winkelried- in die Pilatusstrasse links einzubiegen, um in Richtung Seebrücke zu fahren. Zu Spitzenzeiten, sprich am Abend zwischen 16 und 19 Uhr, gibt es hier bereits heute kaum Lücken im Verkehrsfluss.»

«Unsere Bank ist nicht gegen eine attraktivere Bahnhofstrasse.»

Daniel von Arx, LUKB-Mediensprecher

Von Arx weist zudem darauf hin, dass nicht nur die LUKB im Quartier ein Parkhaus betreibt, sondern auch mehrere private Parkings existieren, zum Beispiel unter der Buobenmatt und zwischen Theater- und Seidenhofstrasse. «Wenn es an der Astoria-Kreuzung oder auf dem Viktoriaplatz nicht vorwärts geht, staut sich das in der Rush Hour überall hin. Das kann in unserer Einschätzung nicht funktionieren.»

Die LUKB fordert bei der Sperrung der Bahnhofstrasse deshalb flankierende Massnahmen. Diese sollen dafür sorgen, dass der Verkehr während der Spitzenzeiten von 16 bis 19 Uhr im Quartier weiterhin flüssig läuft. Das ist laut LUKB mit der derzeitigen Planung offenbar nicht der Fall. Sie bezeichnet die geplanten Verkehrsanordnungen als «isoliert».

Die Autos aus dem LUKB-Parkhaus müssen dereinst neu über die Pilatusstrasse (rot) statt wie bisher über die Bahnhofstrasse (gelb). Der blaue Kreis zeigt die Kreuzung, die neu gestaltet werden soll.

Die Autos aus dem LUKB-Parkhaus müssen dereinst neu über die Pilatusstrasse (rot) statt wie bisher über die Bahnhofstrasse (gelb). Der blaue Kreis zeigt die Kreuzung beim Hotel Astoria.

Welche flankierenden Massnahmen die Stadt treffen müsste, dazu will sich Daniel von Arx derzeit nicht im Detail äussern. «Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Wir können mit der Beschwerde das Problem derzeit aber nur juristisch angehen. Alles andere ist ein politischer Prozess.»

Kritik und Petition seitens der SP

Bei der Stadt Luzern wollte sich auf Anfrage niemand zu den Kritikpunkten äussern, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt. Deutlicher wird dafür die Stadtluzerner SP, die hinter der Initiative von 2013 steht. «LUKB – so nicht», schreibt die Partei auf Facebook. Die Bank verzögere mit ihrer Beschwerde die Umsetzung und stelle ihre kommerziellen Interessen als Parkingbetreiberin über den demokratischen Volksentscheid. Das sei unhaltbar, kritisiert die SP.

Die Partei hat deshalb umgehend eine Petition lanciert. Darin fordert sie den sofortigen Rückzug der Beschwerde sowie eine konstruktive Mitarbeit in der Umsetzung von demokratischen Volksentscheiden.

Die SP kündigt auf Facebook ihre Petition an:

 

Seitens der LUKB betont man, dass es keineswegs darum gehe, einen Volksentscheid auf juristischem Weg zu torpedieren. «Unsere Bank ist nicht gegen eine attraktivere Bahnhofstrasse», kontert der LUKB-Mediensprecher Daniel von Arx. «Aber wir fühlen uns mitverantwortlich für die Attraktivität der Innenstadt und da gehört die Erreichbarkeit dazu. Ein Verkehrschaos dient niemandem.»

Wenn der Verkehr im Quartier blockiert sei, betreffe das nicht nur Kunden der Bank, sondern auch Besucher des Luzerner Theaters, der Läden und der Stadt ganz allgemein.

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1 Kommentare
  1. Paul Ottiger, 14.05.2019, 12:33 Uhr

    Vielleich geht es auch darum, dass die motorisierten Mitarbeiter welche in der Bank arbeiten 30 Sek. pro Tag “gewinnen”. Übrigens Geld war noch nie demokratisch wie soll es eine Bank sein?