Aus Sicherheitsgründen: VBL-Chauffeure tragen weiterhin keine Maske
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Im Bus gilt Maskenpflicht - ausser für den Chauffeur. (Bild: VBL)

Grenzen der Maskenpflicht Aus Sicherheitsgründen: VBL-Chauffeure tragen weiterhin keine Maske

2 min Lesezeit 4 Kommentare 30.10.2020, 17:00 Uhr

Die neuesten Verschärfungen der Coronamassnahmen von Bund und Kanton machen die Schutzmaske praktisch omnipräsent. Selbst im Auto muss man nun öfters eine Maske tragen. Auffällig: Zu den wenigen Personen, denen man maskenlos im öffentlichen Raum begegnet, gehören die Chauffeure der VBL.

Innert weniger Tage verschärften zunächst der Kanton Luzern und dann der Bund die Vorgaben in Sachen Maskentragen. In geschlossenen Privat- und Transportfahrzeugen gilt beispielsweise eine Maskenpflicht, wenn Personen transportiert werden, die nicht im gleichen Haushalt leben (zentralplus berichtete).

Der Bundesrat führte in der Folge die Maskenpflicht überall dort ein, wo die Abstände nicht mehr eingehalten werden können, zum Beispiel in belebten Fussgängerbereichen. De facto wird in der Luzerner Innenstadt der Nasen-Mund-Schutz zur Pflicht (zentralplus berichtete).

Seither fallen die Chauffeure der VBL besonders auf. Sie gehören nun zu den wenigen Personen im öffentlichen Leben, die zwar mitten im Trubel sind, dennoch keine Maske tragen. Weshalb eigentlich?

«Sicherheitsabstand ist weiterhin gewährleistet»

Die meisten Busse haben zwar die vordersten Sitzreihen abgesperrt und auch die vorderste Türe bleibt zu – aber reicht das angesichts der momentanen Situation noch? «Wir halten uns an die Weisungen des Schutzkonzepts für den öffentlichen Verkehr», sagt VBL-Mediensprecher Sämi Deubelbeiss auf Anfrage. «Dem Fahrpersonal in der gesamten Schweiz bleibt es weiterhin offen, freiwillig eine Maske zu tragen.»

«Für Brillenträger ist das Tragen einer Maske während der Fahrt sogar gefährlich, weil sich die Brille beschlägt.»

Sämi Deubelbeiss, Mediensprecher VBL

Gemäss Deubelbeiss wird den Chauffeusen und Chauffeuren auch in der jetzigen Lage ein Arbeitsplatz gewährleistet, der mit den Sicherheitsvorgaben des Bundes konform ist. «Der geforderte Abstand von 1,5 Meter kann weiterhin eingehalten werden. Die vorderste Türe bleibt bis auf Weiteres geschlossen.»

Als weitere Massnahme würden in den kommenden Wochen in diversen Bussen der VBL bei der Fahrerkabine Plexiglassscheiben eingebaut, sagt Deubelbeiss: «Somit kann dann auch wieder der Ticketverkauf stattfinden.»

«Diverse Sicherheitsgründe»

Wie aber sieht es das VBL-Personal selbst? Sieht man einen Nachteil darin, wenn Chauffeure eine Maske tragen müssten? «Das Empfinden ist unterschiedlich», sagt Deubelbeiss. «Verschiedene Fahrdienstmitarbeitende tragen bereits heute während der Fahrt freiwillig eine Schutzmaske.»

Letztlich könne das Maskentragen zum Risikofaktor werden, glaubt man bei der VBL. «Für Brillenträger ist das Tragen einer Maske während der Fahrt sogar gefährlich, weil sich die Brille beschlägt», führt Deubelbeiss aus. «Zudem muss aus diversen Sicherheitsgründen in den Führerständen keine Maske getragen werden.»

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4 Kommentare
  1. Daniel Steiner, 30.10.2020, 19:22 Uhr

    Aber Brillen tragenden Autofahrer beschlägt die Brille nicht?

  2. Andreas Peter, 30.10.2020, 18:07 Uhr

    «Für Brillenträger ist das Tragen einer Maske während der Fahrt sogar gefährlich, weil sich die Brille beschlägt»
    Stimmt, aber wieso gilt diese Einsicht nur für Busfahrer?
    Das ist doch für Autofahrer bzw. Fahrschüler nicht anders?
    Naja gut, mit Logik hat die Coronapolitik sowieso nicht viel zu tun.

    1. Roli Greter, 31.10.2020, 19:45 Uhr

      An die Herren Steiner und Peter. Der Fahrdienstmitarbeiter kann im Gegensatz zu Ihnen beiden nicht einfach mal zwischendurch anhalten und fährt nicht selten 4 Stunden ohne Pause auf einer Linie. Ihre Vergleiche sind lächerlich.

  3. Roli Greter, 30.10.2020, 17:26 Uhr

    Bravo! Schön dass die Vernunft hier greift.

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