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Aus der Bieridee wurde die Stadtpfütze
  • Wirtschaft
Roland «Mumi» Mumenthaler mit einem Sixpack seiner Bier-Kreation. (Bild: pze )

Aus der Neustadt kommt ein neues Luzerner Bier Aus der Bieridee wurde die Stadtpfütze

3 Min 29.09.2017, 13:48 Uhr

Die neuste Luzerner Bier-Kreation heisst «Stadtpfütze». Entstanden ist die Idee im Rausch des Münchner Oktoberfests – heute produziert Bierbrauer Roland «Mumi» Mumenthaler sein eigenes Bier an der Neustadtstrasse. Der gelernte Bäcker kennt sich gut mit alkoholischen Getränken aus – schliesslich gehört ihm ein Weingut.

«Stadtpfütze» – diesen liebevollen Namen trägt eine neue Luzerner Biermarke. Eine in Handarbeit etikettierte Flasche lädt zum Genuss ein, auf der Flasche steht geschrieben: «Und nicht vergessen … eis isch keis!»

Roland «Mumi» Mumenthaler strahlt, als er die Tür öffnet. «Willkommen in meiner kleinen Brauerei!», sagt der 48-Jährige stolz. An der Neustadtstrasse 10, im Keller des «B&B Bettstatt», befindet sich die Brauerei Mumenthalers. Die Bettstatt Bar im Erdgeschoss der Gaststätte gehört Roger Stalder, einem guten Freund von «Mumi» – und ist der erste und bisher einzige Ort, wo «Stadtpfütze» ausgeschenkt wird. 

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Idee entstand am Oktoberfest

Am Ursprung von «Stadtpfütze» steht eine richtige Bieridee: «Mit Roger Stalder war ich vor ein paar Jahren in München am Oktoberfest. Im Zug nach Hause, nicht mehr ganz nüchtern, sagten wir uns: Warum brauen wir nicht ein eigenes Bier?»

So sieht der 500-Liter-Tank aus, in dem Mumenthaler sein Bier braut.

Die «Mumifaktur»: So sieht der 500-Liter-Tank aus, in dem Mumenthaler sein Bier braut.

(Bild: pze)

Kaum zu Hause, bestellten sich die zwei ein 20-Liter-Brauset und setzten die Idee in Taten um. «Damit hat es angefangen. Seither schreibe ich eigene Rezepte», führt Mumenthaler aus und zeigt einen randvollen Ordner. «2014 entwickelte ich das erste Bier – seither sind ganz schön viele dazugekommen», sagt er mit einem Schmunzeln.

«Mumi» beliefert Lieblingsbeizen

Sein Braukeller ist Mumenthalers «Mumifaktur». Inzwischen braut er dort in einem 500-Liter-Tank. Das ergebe rund 350 Liter Bier. «Bis jetzt reicht dies für ungefähr einen Monat», erklärt er. Künftig müsse er da aufstocken.

«Ich habe schon Anfragen von verschiedenen Lokalen», sagt der Luzerner, «alle werde ich nicht beliefern können. Doch es gibt ein paar Beizen, in die ich selber gerne gehe – da wäre es schon speziell, wenn ich die mit meinem eigenen Bier beliefern könnte.» Namen gibt es – noch – keine. Aber die dürften bald folgen.

Keller selber eingerichtet

Leben von der Bierbrauerei wolle er nicht. «Es ist sehr zeitintensiv und eine höhere Produktion wäre mit Investitionen verbunden, das wäre ein grosser Schritt.» Auch müsste er aus dem Keller ausziehen – das möchte er eigentlich nicht.

So sieht die «Stadtpfütze» aus:


 

Den «Bettstatt»-Braukeller hat er nämlich selber eingerichtet. «Der ganze Raum war überstellt. Wir mussten erst einmal alles ausmisten.» Das bedeutete: jede Menge Arbeit. «Im Kopf war die Brauerei schneller umgesetzt, als es dann in der Realität dauerte.» Viele Wochenenden und Abende verbrachte er mit Aufräumen, Umbau, Einbau der Geräte und Herrichtung der Instrumente. Jetzt ist es sein ganz eigener «Braukeller Mumi».

Gelernter Bäcker-Konditor

Lebensmittel, allem voran Getränke, sind Mumenthalers Passion. Ihm gehört ein Rebberg zwischen Ebikon und Adligenswil. Aus den Trauben macht er aber keinen Wein – er produziert einen eigenen, süsslich schmeckenden Schnaps.

Im «B&B Bettstatt» gibt's die «Stadtpfütze» bereits zu trinken.

Im «B&B Bettstatt» gibt’s die «Stadtpfütze» bereits zu trinken.

(Bild: pze)

Die Affinität für die Lebensmittelherstellung kommt nicht von ungefähr: Mumenthaler ist gelernter Bäcker-Konditor. Das Erstellen von Rezepten falle ihm leicht. Doch seine Ausbildung bietet ihm auch anderes, wichtiges Knowhow: «Ich kenne auch die Lebensmittel-Hygiene-Regeln, das ist sehr wichtig.» Sowohl Bier wie auch Schnaps werden vom Unternehmen «Mumifaktur» vertrieben.

Neben dem Brauen arbeitet Mumenthaler als Informatiker – gebraut wird an Wochenenden. «Der Brauvorgang dauert jeweils zwölf Stunden – mit Kesselputzen», sagt er. Während dieser Zeit müssen die einzelnen Schritte genau eingehalten werden, längere Pausen kann man sich nicht leisten.

Noch macht er alles zusammen mit seiner Lebenspartnerin Sibylle Imfeld. Wie es weitergehe, wisse er nicht. «Wir wollen nichts forcieren», sagt er, «das Bierbrauen soll auch weiterhin Spass machen und ein Hobby bleiben.» Wer weiss, welche Bierideen dem Luzerner dank «Stadtpfütze» künftig noch zufliegen.

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