Aufräumarbeiten im Sijentalwald dauern über einen Monat
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Förster Clemens Weiss und sein Team räumen derzeit den Sijentalwald auf. (Bild: Gemeinde Risch-Rotkreuz)

Schwere Waldschäden in Rotkreuz Aufräumarbeiten im Sijentalwald dauern über einen Monat

4 min Lesezeit 06.08.2021, 16:04 Uhr

Der Sijentalwald in Risch-Rotkreuz ist bei Ausflüglern sehr beliebt. Derzeit ist der rund 30 Hektar grosse Mischwald für die Öffentlichkeit gesperrt – weil die jüngsten Unwetter grosse Teile des Forsts in Stücke geschlagen haben.

Ein gurgelnder Bach, eine gemütliche Feuerstelle und rundherum ein idyllischer Mischwald mit hohen Tannen und alten Eichen. Der Sijentalwald ist ein gut frequentiertes Ausflugsziel für Familien und Naturfreunde. Er liegt nahe beim Tischtennisclub und dem Freibad in der Gemeinde Risch-Rotkreuz, ist vom Dorfzentrum her in wenigen Minuten erreichbar.

Ein Waldlehrpfad bringt den Kids etwas über das Waldleben bei, sportliche Naturen erfreuen sich am Vita-Parcours. Wer derzeit einen gemütlichen Wochenendausflug in das Rotkreuzer Naherholungsgebiet plant, wird jedoch beim Eingang zum Wald von einem Schild begrüsst. Unerfreulicherweise steht darauf: «Betreten verboten».

Das hat seinen guten Grund. Der 21. Juni dürfte vielen Zentralschweizern noch immer tief in den Knochen sitzen. Heftige Gewitter zogen übers Land und richteten vielerorts grossflächige Schäden an (zentralplus berichtete). Nebst zerdepperten Autos, zerstörten Dächern und eingeschlagenen Scheiben, hat es auch die Natur stark erwischt – unter anderem den Sijentalwald.

Besucher trotz Sperrung

In dem rund 30 Hektar grossen Mischwald wurden Bäume abgeknickt, entwurzelt und teilweise regelrecht verdreht. Fusswege wurden unpassierbar, Holz lag kreuz und quer in der Landschaft. Die Gemeinde Risch-Rotkreuz publizierte daraufhin eine offizielle Mitteilung und informierte die Bevölkerung über die Sperrung des Gebiets. Diese hält an, bis die Aufräumarbeiten abgeschlossen sind.

Diese dauern nun schon über einen Monat und werden von einem Forst-Team der Korporation Zug durchgeführt. Zwischen drei und sechs Personen sind jeweils im Einsatz, wie Förster Clemens Weiss auf Anfrage erklärt. Sie kümmern sich nun darum, dass der Wald bald wieder in einen begehbaren Zustand gebracht wird.

Trotzdem gibt es ungeduldige Waldfreunde, die sich nicht an das Verbot halten. «Wir begegnen im Wald immer wieder Leuten», so Weiss. Das sei aber kein Problem. Die gröbsten Arbeiten seien erledigt und «man kommt gut aneinander vorbei».

Starke Windböen und heftige Hagelfälle haben im Wald eine Spur der Verwüstung hinterlassen.

Gefährliche Arbeit für die Förster

Spurlos gingen auch die dem 21. Juni nachfolgenden Regen- und Hagelstürme nicht an dem Wald vorbei. Zwar hätten sie hier und da einen Baum gelegt, «verglichen mit dem 21. Juni waren das aber lediglich Bagatellen». Immerhin: Bei den Unwettern gab es keine Verletzten, weder bei den Menschen noch bei den Tieren. «Die Tiere merken relativ schnell, wenn ein Gewitter im Anzug ist und fliehen dementsprechend früh aus dem Wald», sagt Weiss.

Gefährlich wirds dafür für die Forstarbeiter. Das liegt zum einen daran, dass abgerissene Äste noch in luftiger Höhe hängen und herunterfallen könnten. Zum anderen aber auch, weil die Bäume kreuz und quer liegen und erst beurteilt werden müssen, bevor man sich an die Arbeit macht. Einige könnten nämlich abrutschen oder stehen unter Spannung und «sprengen» auf, sobald man ihnen mit einer Kettensäge zu Leibe rückt.

Spürbare Nachwehen

Dafür haben einige Bäume den Sturm mehr oder minder unbeschadet überstanden. So auch die 32 Meter hohe Eiche, um die bis vor einigen Jahren ein Erkundungsturm gebaut war, der dem geneigten Erklimmer mittels Infotafeln etwas über den Baum beigebracht hat und an der Spitze einen herrlichen Ausblick über den Wald bot.

Weiss geht davon aus, dass der Wald ab nächster Woche wieder normal begehbar sein wird. «Derzeit räumen wir gerade die Fusswege frei.» Eine weitere Priorität hat die Aufrüstung und Verwertung von Nadelholz, weil dieses anfälliger auf Käfer ist.

Das Holz wird Papierfabriken und Sägereien zugeführt oder für Holzschnitzelheizungen verwendet. Doch selbst wenn die Aufräumarbeiten abgeschlossen und der Wald für die Öffentlichkeit wieder normal zugänglich sein wird, bleiben Nachwehen.

Einige davon dürften bis Weihnachten zu spüren sein. «Der Hagel hat eine Christbaumkultur in der Nähe stark in Mitleidenschaft gezogen», so Weiss. Er geht davon aus, dass sich die Nachfrage nach «Hageltannen» wohl in Grenzen halten wird.

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