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Aufpimpen statt wegwerfen: Das Material-Brocki kommt nach Luzern
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Sie sind Offcut Luzern (von links): Nicole Küttel, Alessandra Degiacomi, Mirjam Küttel, Felicia Schäfer und Bigna Suter. (Bild: zvg)

Neuer Ort für Kreative und Fasnachts-Bastler Aufpimpen statt wegwerfen: Das Material-Brocki kommt nach Luzern

3 min Lesezeit 03.10.2019, 11:30 Uhr

Aufwerten, wiederverwenden, umfunktionieren: Der Materialmarkt «Offcut» gibt Resten und Abfällen ein zweites Leben. 2020 will das Projekt nach Luzern kommen, die Suche nach einem Standort läuft fieberhaft.

Man könnte sie einfach wegwerfen: die restlichen Gestaltungsmaterialien von der Fasnacht oder die übrig gebliebenen Hartschaumplatten, Bretter oder PVC-Rohre von Bauprojekten. Ebenso die Resten aus Polstereien, Schneidereien und Sägereien oder Stücke von alten Schaufensterdekorationen.

Oder man spendet sie «Offcut»: Das Projekt sammelt gut erhaltene Produktionsüberschüsse und verkauft sie als eine Art Brocki für Bastel- und Baumaterial zu einem günstigen Preis weiter.

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Aufwerten, wiederverwenden, umfunktionieren

So will das Team den Nachhaltigkeitsgedanken fördern: «Wir wollen zeigen, dass gebrauchte Materialien noch einen Wert haben», sagt Mirjam Küttel vom Verein Offcut Luzern. «Im Zentrum steht für uns, etwas gegen die Wegwerfmentalität zu unternehmen», bekräftigt Vorstandskollegin Alessandra Degiacomi.

«Einen so coolen, inspirierenden Ort braucht es auch in Luzern.»

Alessandra Degiacomi, Offcut Luzern

Werthaltiges neu kreieren statt vermeintlich Wertloses entsorgen, neues Leben einhauchen statt geplanter Obsoleszenz – damit will Offcut das Bewusstsein für Ressourcenschonung und Kreislaufdenken fördern und zu einem nachhaltigeren Lebensstil inspirieren. Und dabei gleichzeitig Kreativität und Experimentierfreude wecken.

Bereits in drei anderen Städten

Offcut Schweiz ist nicht nur eine Genossenschaft mit einer Vision, sondern auch eine mit bereits drei Projektstandorten: 2013 öffnete der erste Materialmarkt in Basel, es folgten Zürich und Bern. Nun soll 2020 mit Luzern ein vierter Standort eröffnet werden.

«Wir kannten Offcut von Basel her und dachten, einen so coolen, inspirierenden Ort braucht es auch in Luzern», sagt Alessandra Degiacomi. Sie und Mirjam Küttel sind Teil des inzwischen fünfköpfigen Vorstands von Offcut Luzern. Von dem Projekt profitieren sollen zum Beispiel Kunstschaffende, Lehrpersonen, Familien, Theatermacher, Designstudentinnen, Fasnächtler und alle, die gerne kreativ sind.

Vorbild Basel: So könnte der Offcut-Materialmarkt auch in Luzern dereinst aussehen. (Bild: Weisswert)

500-Quadratmeter-Raum gesucht

Das derzeit wichtigste Element will aber noch gefunden werden: Der ideale Raum. Nicht zu weit weg von der Stadt sollte er sein, gut mit dem ÖV erreichbar und mindestens 500 Quadratmeter gross. Denn: Offcut will mehr als nur Materialien verkaufen. Auch Atelierräume sollen vor Ort gemietet werden können.

Und ein vielfältiges Veranstaltungsangebot mit diversen Workshops ist angedacht. «Es soll auch ein Begegnungsort werden, wo zum Beispiel Fasnächtlerinnen mit bastelnden Eltern oder Kunststudenten zusammentreffen und sich gegenseitig auf neue Ideen bringen können», erklärt Alessandra Degiacomi. Inspiration, Vernetzung, aber auch Vermittlung sind zentrale Anliegen des Vereins.

Workshops und Vernetzung

Die bisherigen Standorte machen es vor: So werden etwa handwerkliche und gestalterische Kurse angeboten, Kunstinstallationen zum Thema Nachhaltigkeit durchgeführt, Bastelangebote für Familien oder Inputs für kreatives Upcycling gegeben.

«Es ist ein Projekt mit riesigem Potenzial.»

«Wir könnten uns auch vorstellen, in Luzern Recyclingworkshops mit Schülern durchzuführen, wie es Offcut Zürich bereits tut», sagt Alessandra Degiacomi. Dabei könne man anhand eines bestimmten Materials gleich den Rohstoffkreislauf mit den Kindern anschauen und so den Nachhaltigkeitsgedanken vermitteln.

Das Team denkt aber auch an die Zusammenarbeit mit Seniorinnen, zum Beispiel pensionierten Handarbeitslehrpersonen, die in Kursen ihr Wissen weitergeben möchten. «So könnten wir auch den Generationendialog fördern», sagt Degiacomi.

Möglich wäre sehr, sehr vieles: «Es ist ein Projekt mit riesigem Potenzial, darum haben wir alle so Freude daran.» Nun muss noch der richtige Ort dafür gefunden werden.

Offcut bietet ein ansehnliches wechselndes Sortiment, wie hier in Basel. (Bild: Weisswert)

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