Auf Stimmenfang bei Kapnorth
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Kapnorth feierte am Samstag in Luzern die Plattentaufe von «Materealize». (Bild: zVg)

An der Plattentaufe der Luzerner Band Auf Stimmenfang bei Kapnorth

3 min Lesezeit 08.05.2016, 15:48 Uhr

Südpol 07.05.2016: Auf musikalisch hohem Niveau taufte Kapnorth gestern ihr neuestes Werk «Dematerealize». Kulturteil.ch war dabei und holte sich Zuschauerstimmen ein. Die waren mal gut, mal schlecht, mal irgendwie nichtssagend.

Das Leben eines Rezensionsschreibers ist nicht immer einfach. Vor allem, wenn er es mit einer Band wie Kapnorth zu tun hat. Was soll man schon Kritisches über die vier Luzerner schreiben? Sie sind alle äusserst talentiert, haben den Sprung ins Ausland geschafft (was irgendwie für jede Schweizer Band ein grosser Schritt ist) und sind einfach eine fabelhafte Band. Deshalb wird diesmal das Kritisieren Anderen überlassen, und zwar Gästen, die bei der Plattentaufe mit dabei waren. Aus Sicherheitsgründen werden hier keine Namen genannt.

Zum Song «Pixies»

«Ich fand den Song cool, den sie für Montagmorgen geschrieben haben. Es ist aber nicht wirklich ein Lied für den Montagmorgen, oder? Eher was für Leute, die ihren Job nicht mögen oder so.»

Hier kann man sich ein eigenes Urteil bilden:

Die projizierten Visuals

«Sieht irgendwie recht nach 90ern aus.»

«Ich verstehe nicht so ganz, was es mit der Musik oder dem Album zu tun hat. Es sieht gut aus, so wirklich passend fand ich es aber nicht.»

«Anscheinend haben die doch zu jedem Song vom neuen Album ein Video gemacht, sie hätten doch die im Hintergrund laufen lassen können.»

Über die Performance im Allgemeinen

«Ich fands meeeeeeeega geil.»

Jep, das war die ganze Aussage.

«Ich glaube, wir alle hier wissen, dass sie gute Musiker sind und es war auch wirklich gut, aber es wurde recht langatmig mit der Zeit. Ein bisschen Abwechslung wäre nicht schlecht gewesen.»

«Irgendwie hätt ich es toll gefunden, wenn Timo Keller (er hat das neue Album aufgenommen) sie abgemischt hätte oder so.»

Natürlich kann man das hier nicht so stehen lassen. Wäre ja recht leicht verdientes Geld. Allerdings kann man in vielen Punkten dem Publikum zustimmen. Kapnorth machen wunderbare Musik. Art Pop, wie sie es selber bezeichnen, hat definitiv würdige Vertreter in Luzern. Man könnte das ganze jedoch sicher noch optimieren.

Es könnte daran liegen, dass Elia Lobina am Gesang und am Piano unter seiner Grippe sichtlich litt; zudem sprang der Funke zum Publikum nicht so richtig über. Es wurde zwar aufmerksam zugehört, mehr als ein Beingewippe lag aber nicht drin.

Schlussendlich war es dennoch eine erfolgreiche Plattentaufe für Kapnorth. Das Publikum klatschte frenetisch, so dass es auch noch Anlass für eine Zugabe gab und nach dem Konzert wurden rege Polaroids geschossen, die man erstehen konnte (das Album gibt es nämlich nur Online) und auch die Rückenklopfer für die Band blieben nicht aus.

Was auch noch erwähnt werden muss, ist der mysteriöse Support, der nur als «Special Guest» angekündigt worden war:

Es handelte sich hierbei um ein neues Projekt, bei dem Nick Furrer seine Finger im Spiel hat. Anders als bei «Haubi Songs» sass er hier am Schlagzeug. Es klang sehr hip mit Synthies und Gitarren. Alle warteten gebannt auf einen Namen. Am Schluss kam dann die Auflösung (wie man den Namen schreibt, bleibt allerdings ein Mysterium): sie würden sich «Eiser(?)» nennen. Man darf gespannt sein.

Marc Wermelinger

 

Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit kulturteil.ch entstanden und kann dort ebenfalls gelesen werden.

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