Auf diesen Zuger Strassen kracht’s am häufigsten
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Einer von über 30 Unfällen, die sich in sieben Jahren in der Blegikurve ereigneten. (Bild: zvg)

Die Blegikurve bleibt ein Problemkind Auf diesen Zuger Strassen kracht’s am häufigsten

4 min Lesezeit 3 Kommentare 20.03.2019, 10:28 Uhr

Im Kanton Zug werden besonders viele Unfälle deshalb verursacht, weil jemand zu sehr aufs Gaspedal gedrückt hat. Auf der Chamerstrasse zwischen Zug und Chollermühle gibt’s jedoch ein anderes Problem – bereits 50 Unfälle gehen auf dessen Konto.

Eingebeulte Autos und kaputte Velos sind im Kanton Zug kein seltenes Bild. Von 2011 bis 2017 gab es im Kanton Zug 1’918 Verkehrsunfälle, bei denen jemand verletzt wurde. Das zeigen die Online-Karten des Bundes.

Diese schaffen einen guten Überblick über Verkehrsunfälle und deren Hergänge. Allerdings sind ausschliesslich Unfälle mit Personenschaden verzeichnet. Von diesen kann man aber beispielsweise jeden einzelnen auf der Karte anzeigen lassen.

Rasen die Zuger gerne?

In einigen Belangen schlagen die Zuger deutlich obenaus. Ein Beispiel dafür ist der Anteil aller Unfälle, die überhöhte Geschwindigkeit zum Grund haben. Tatsächlich gibt es keinen anderen Kanton, bei dem dieser Anteil so hoch ist wie in Zug.

Bei der Anzahl Unfälle pro 1’000 Einwohner liegt der Kanton dafür etwa im schweizerischen Mittel. Im Jahr 2017 waren es etwas weniger als im Schweizer Durchschnitt. Während es im ganzen Land 2,11 Unfälle auf 1’000 Einwohner gab, waren es in Zug «nur» 2,07.

Viele Schleuder- und Selbstunfälle

Bei der Anzahl Unfälle mit Schwerverunfallten pro 10’000 Einwohner liegen die Zuger auch im Mittelfeld. Das waren aber immerhin 65 im Jahr 2017. Bei vieren davon waren Fahrer unter Alkoholeinfluss der Hauptgrund für den Unfall. Auch damit liegt Zug im schweizweiten Vergleich im Mittelfeld.

So sieht der Kanton Zug aus, wenn alle Unfälle mit Personenschaden von 2011 bis 2017 eingezeichnet sind.

So sieht der Kanton Zug aus, wenn alle Unfälle mit Personenschaden von 2011 bis 2017 eingezeichnet sind.

(Bild: Screenshot map.admin.ch)

Während es im Jahr 2017 in Zug zehn Unfälle weniger gab als im Vorjahr, stieg die Anzahl der Unfälle mit Schwerverletzten von 49 auf 62 an. Die meisten Unfälle listet das Bundesamt für Strassen unter dem Typ Schleuder- und Selbstunfälle (auf der Karte pink).

Stadtzentren sind gefährlich

Nicht sehr überraschend ist: Die meisten «Fussgängerunfälle» wurden in Siedlungszentren wie Zug, Baar oder Unterägeri verzeichnet. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Dort befinden sich die Strassen, auf denen sich die meisten Fussgänger bewegen.

Sowieso häufen sich die Unfälle in den Stadtzentren, vor allem in Zug und Baar. Daneben sind die kantonsinternen Hauptachsen besonders unfallgefährdet. Dies sind Kantonsstrassen, wie zum Beispiel die zwischen Ägeri und Zug oder zwischen Zug und Cham.

Gefahrenherd Blegikurve

Da die Autobahn richtungsgetrennt ist, ereignen sich dort tendenziell auch wenig Unfälle. Erst bei den Ausfahrten, wo es viele Spurwechsel gibt und der Verkehr naturgemäss langsam wird, häufen sich die Kollisionen.

Anders als auf dem Rest der Autobahn sieht es bei der Blegikurve aus, von 2011 bis 2017 wurden dort ganze 31 Schleuder- und Selbstunfälle verzeichnet. Dazu kommen einige Auffahrunfälle.

Vier Unfälle auf 20 Meter

Um bei gefährlichen Kurven zu bleiben: Die Linkskurve von Neuheim kommend kurz vor Sihlbrugg hat wohl jeder schon mal unterschätzt. So kommt es auch, dass sich dort auf einer Strecke von weniger als 20 Metern in sechs Jahren vier Unfälle mit Personenschaden ereigneten. Dazu kommen vermutlich viele, bei denen es lediglich zu Sachschaden gab.

Zwar gibt es einige Stellen im Kanton, bei denen es auf ebenso kurzen Abschnitten mehr Unfälle gegeben hat, doch handelt es sich dabei fast ausschliesslich um Kreuzungen, die natürliche «Gefahrenherde» darstellen.

Spitzenreiter der Auffahrunfälle

Die Chamerstrasse ist unangefochtener Spitzenreiter in Sachen Auffahrunfälle. In den sieben erfassten Jahren ereigneten sich dort fast 50 Auffahrunfälle, allein zwischen Zug und der Chollermühle.

Alle Grünen Zeichen sind Auffahrunfälle. Auf der Chamerstrasse gab es einige.

Alle Grünen Zeichen sind Auffahrunfälle. Auf der Chamerstrasse gab es einige.

(Bild: Screenshot map.admin.ch)

Zum Vergleich, zwischen dem Zuger Postplatz und Baar, also einer Strecke, die etwa gleich lang ist, gab es in der selben Zeit nicht einmal zehn Auffahrunfälle. Das könnte allerdings darin liegen, dass diese Strecke keine Hauptverkehrsachse mehr ist.

Wo die Kollision mit einem Tier gefährlich ist

Insgesamt komme es im Kanton jährlich zu 100 bis 160 Wildunfällen nur mit Rehen, wie viele weitere Unfälle durch Katzen, Hunde und andere Tiere noch geschehen kann man sich ausmalen.

Zwischen 2011 und 2017 wurden im Kanton Zug aber durch das Bundesamt für Strassen nur drei «Tierunfälle» erfasst. Das sind deswegen so wenige, weil das Bundesamt für Strassen nur Unfälle mit Personenschaden erfasst.

Das heisst, es wurden vermutlich weitaus mehr Tiere bei Verkehrsunfällen verletzt, dabei sind aber nur dreimal auch Menschen zu Schaden gekommen. Bemerkenswert: Alle drei Tierunfälle sind in der Gemeinde Cham verzeichnet.

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3 Kommentare
  1. M. Power, 21.03.2019, 08:49 Uhr

    @Frapedi: Ja das ist korrekt, es ist nicht verboten langsamer zu fahren.
    Nur bei guten Bedingungen nicht nachvollziehbar und zeigt das viele Autofahrer unfähig sind.
    Es ist extrem nervig wenn ein Autofahrer im 80er Bereich nur 50 Km/h fährt, das ist für mich auch eine Art von Nötigung. Auf wenn das gesetzlich leider nicht so gesehen wird.

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  2. M. Power, 20.03.2019, 10:59 Uhr

    Die meisten Unfälle passieren wegen Unaufmerksamkeit der Fahrer, oft ist Ablenkung durch Handy die Ursache für Unfälle.
    Aber auch am Fussgängerstreifen, sind Fussgänger unaufmerksam und laufen ohne zu schauen über die Strasse.
    Mein generelles Empfinden auf den Zuger Strasse ist, dass es sehr viele Schleicher und Träumer hat. Man kann nur selten die vorgeschriebene Geschwindigkeiten fahren, oft deutlich darunter. Dies provoziert Überholmanöver und Aggression, darüber wird aber nie etwas geschrieben in der Presse.
    «Raserschlagzeiler» verkaufen sich eben besser, sind aber Einzelfälle.

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    1. Franz Peter Dinter, 20.03.2019, 20:24 Uhr

      «Man kann nur selten die vorgeschriebene Geschwindigkeiten fahren, oft deutlich darunter.» Vorgeschriebene Geschwindigkeit?? Sie meinen: die erlaubte Höchstgeschwindigkeit! Wenn «50» signalisiert ist, darf nicht schneller gefahren werden, langsamer zu fahren ist aber nicht verboten!!

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