Auch bürgerliche Politiker sind für die Erbschaftssteuer

1 min Lesezeit 23.05.2015, 11:28 Uhr

Hubert Schuler, Kantonsrat Zug SP, äussert sich in einem Leserbrief zur Erbschaftssteuer.

Die liberale englische Gesellschaft wehrte sich im 17. Jahrhundert gegen die kostenlose Weitergabe der ererbten Pfründe. In Frankreich wechselte das System des Adels während der Revolution. Diese Steuererhebungen wurden eingeführt, lange bevor die Einkommen besteuert wurden. In vielen Ländern werden auch heute noch Erbschaftssteuern erhoben.

Nur die Schweiz baute diese Form des leistungslosen Gelderwerbes ab. Damit werden die Vermögen einzelner immer grösser. Die Schweiz, welche sich dem Leistungsprinzip und der Chancengleichheit verschrieben hat, will eine äusserst gerechte Steuer nicht einführen. Arbeitseinkommen und selbsterarbeitetes Vermögen werden ungehindert belastet, ererbtes Vermögen soll steuerfrei werden oder bleiben.

Mit der Volksinitiative erhält das Parlament die Möglichkeit die Gesetzte so festzulegen, dass weder die KMU noch die Kleinerbschaften zu stark leiden, denn die Freibeträge sind grosszügig bemessen. Die bürgerlichen Parteien finden, es würden auch ohne Erbschaftssteuern zu viele Abgaben verlangt. Wenn die Steuerbelastungen in den OECD-Ländern angeschaut werden, ist klar ersichtlich, dass die Schweiz immer noch weit vorne liegt. Winston Churchill soll gesagt haben, dass die «Erbschaftssteuer ein korrektiv gegen die Entwicklung von reichen Faulpelzen sei». Winston Churchill, ein durch und durch bürgerlicher Politiker würde am 14. Juni 2015 ja zur schweizerischen Erbschaftssteuer sagen.

Hubert Schuler, SP Hünenberg 

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