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Asylzentrum Hirschpark nimmt Betrieb auf

3 min Lesezeit 06.05.2014, 11:17 Uhr

Die ersten 35 Asylsuchenden beziehen ihr Quartier im Asylzentrum Hirschpark in Luzern. Es handelt sich dabei mehrheitlich um syrische Familien sowie Familien und Einzelpersonen aus Eritrea, Nigeria und dem Maghreb.

Für den Zentrumsbetrieb und die Betreuung ist die Caritas Luzern im Auftrag des Kantons zuständig. Die Sicherheit wird durch die Securitas gewährleistet. Bis Ende Mai 2014 wird das Zentrum im Vollbetrieb sein und bis zu 100 Asylsuchende beherbergen, teilt der Kanton mit.

Die Betriebsdauer des Asylzentrums ist auf drei Jahre befristet. Es dient im Kanton Luzern ankommenden Asylsuchenden für die ersten drei bis sechs Monate als Unterkunft. In dieser Zeit werden sie mit den hiesigen Lebensgewohnheiten vertraut gemacht und erwerben rudimentäre Deutschkenntnisse. Nach der Zentrumsphase sollen sie gerüstet, individuellen Wohnraum zu beziehen.

Für den Betrieb des Asylzentrums Hirschpark ist die Caritas Luzern zuständig. Im Auftrag des Kantons Luzern sorgt sie für einen geordneten und sicheren Zentrumsbetrieb und stellt eine 24-Stunden-Betreuung sicher. Das Zusammenleben im Zentrum ist durch eine Hausordnung geregelt. Diese beinhaltet Bestimmungen zu Hausarbeiten, Nachtruhe, sensible Zonen, Besucher und Besucherinnen, Drogen und Alkohol, Verhalten bei Feuerausbruch sowie Schäden und Haftung.

Wird die Hausordnung nicht eingehalten, kann die Zentrumsleitung Sanktionsmassnahmen ergreifen – zum Beispiel eine Kürzung der täglichen Sozialhilfe von 11.50 Franken auf 8 Franken. Bei schweren Zuwiderhandlungen wie mutwilliger Beschädigung, handeln oder konsumieren von Drogen sowie Gewalttätigkeit kann ein befristeter Ausschluss aus der Unterkunft erfolgen.

«Dank der guten Vorbereitung zusammen mit der direkten Nachbarschaft, der Stadtverwaltung und der Luzerner Polizei sowie der langjährigen Erfahrung der Caritas Luzern sind die besten Voraussetzungen für einen reibungslosen Zentrumsstart gegeben», ist der Luzerner Asylkoordinator Ruedi Fahrni überzeugt.

Selbstverantwortung für Asylsuchende

Die Asylsuchenden sind für ihre Verpflegung, ihre Wäschepflege sowie die Reinigung ihres persönlichen Wohnraumes selbst verantwortlich. Mit diesen Aufgaben soll eine Tagesstruktur sichergestellt werden. Die Beschäftigungsmöglichkeiten werden zudem durch Aufgaben wie Reinigung der Gemeinschaftsräume, Umgebungspflege und gemeinnützige Einsätze zugunsten von Gemeinden ergänzt. Schulpflichtige Kinder besuchen den zentrumsinternen Schulunterricht. Im Weiteren werden Deutschkurse für alle Zentrumsbewohner angeboten.

Sicherheit im Quartier

Mit dem Sicherheitsdienst in der näheren Umgebung ist die Securitas beauftragt. Zu ihren Aufgaben zählen Prävention durch Präsenz, Wegweisung von Personen die sich unberechtigt in den sensiblen Zonen aufhalten, Entschärfung von kritischen Situationen und gezieltes Eingreifen bei Ereignissen. Die Einsätze der Securitas wurden in Zusammenarbeit mit der Begleitgruppe Asylzentrum Hirschpark definiert. Sie werden durch einen Sicherheitsstab mit Vertretern der Luzerner Polizei, des Amtes für Migration, des Sicherheitsdienstes des Luzerner Kantonsspitals, der Luzerner Psychiatrie sowie der Dienstelle Soziales und Gesellschaft regelmässig überprüft und gegebenenfalls angepasst. Stellt die Bevölkerung Probleme im Zusammenhang mit Asylsuchenden aus dem Zentrum Hirschpark fest, kann sie sich bei der Zentrumsleitung melden oder sich auch direkt an den kantonalen Asylkoordinator Ruedi Fahrni wenden. Für die Sicherheit im Zentrum ist die Caritas Luzern als Zentrumsleiterin verantwortlich. Im Notfall erhält sie Unterstützung durch die Luzerner Polizei.

Begleitgruppe Asylzentrum Hirschpark

Die Begleitgruppe Asylzentrum Hirschpark ist ein beratendes Gremium. Die Zentrumsbetreiberin Caritas Luzern ist verpflichtet, die Vorschläge und Anregungen der Begleitgruppe vertieft zu prüfen und nach Möglichkeit umzusetzen. Im Rahmen einer jährlichen schriftlichen Berichterstattung an das Gesundheits- und Sozialdepartement Luzern evaluiert die Gruppe die Umsetzung der vorgeschlagenen Massnahmen. Sie hat ihre Arbeit Ende März aufgenommen. Ein Ausschuss aus der Begleitgruppe hat an der Erarbeitung des Sicherheitskonzeptes mitgewirkt.

Die 15-köpfige Begleitgruppe Asylzentrum Hirschpark besteht aus Vertreterinnen und Vertretern von Quartiervereinen, des Schulhauses St. Karli, der Pfarrei St. Karl, des Vereins Freunde des Hirschparks, des Pflanzland-Pächtervereins, des Luzerner Kantonsspital, der Luzerner Psychiatrie, der Luzerner Polizei, der Stadt Luzern sowie des Kantons Luzern.

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