Asylsuchende bleiben unterirdisch einquartiert – neu im Utenberg
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Die Asylunterkunft Eichhof wird nun definitiv geschlossen. Als Ersatz wird die Zivilschutzanlage Utenberg eröffnet. (Bild: bra)

Stadt Luzern: Ersatz für Notunterkunft Eichhof Asylsuchende bleiben unterirdisch einquartiert – neu im Utenberg

3 min Lesezeit 25.05.2016, 09:43 Uhr

Die Asyl-Notunterkunft Eichhof in der Stadt Luzern wird nach 15-monatigem Betrieb geschlossen. Es stehen dringend notwendige Sanierungsarbeiten an. Als Ersatzlösung wird in der Zivilschutzanlage Utenberg Luzern eine neue temporäre Notunterkunft eingerichtet. Ab Juli 2016 werden dort für maximal zwei Jahre 100 Asylsuchende untergebracht.

Infolge dringend notwendiger Sanierungsarbeiten an Lüftungs- und Elektroanlagen muss die temporäre Asyl-Notunterkunft in der Zivilschutzanlage Eichhof in Luzern nach 15-monatigem Betrieb geschlossen werden (zentralplus berichtete). Aufgrund der weiterhin sehr angespannten Unterbringungssituation ist ein Ersatz notwendig. Wie die Staatskanzlei des Kantons Luzern schreibt, hat die Stadt Luzern für eine Anschlusslösung Hand geboten.

Ab Juli 2016 wird die Zivilschutzanlage Utenberg als temporäre Notunterkunft (TUK) betrieben. Für maximal zwei Jahre werden dort 100 Asylsuchende untergebracht. Es handelt sich dabei ausschliesslich um Männer, vorwiegend aus Afghanistan, Syrien und Eritrea. Die direkte Anwohnerschaft wurde diesen Dienstag an einer Informationsveranstaltung über die Eröffnung der TUK Utenberg informiert.

Betrieb: Alles wie gehabt

Die TUK Utenberg wird in einem 24-Stunden-Betrieb geführt. Die Betreuung wird durch die kantonale Asylorganisation sichergestellt. Die Asylsuchenden sind jedoch für ihre eigene Versorgung wie Einkaufen, Kochen, Wäschepflege und Reinigung selber besorgt, wie es auch von anderen Unterkünften bekannt ist. Für die Sicherheit rund um die Notunterkunft wird ein privater Sicherheitsdienstleister eingesetzt.

Eine Gruppe aus Vertretern des Kantons Luzern, der Luzerner Polizei, der Stadt Luzern und der direkten Nachbarschaft wird den Betrieb eng begleiten. Sie trifft sich regelmässig und kann bei allfälligen Problemen rasch Massnahmen für den weiteren Betrieb definieren. Um den Asylsuchenden Tagesstrukturen zu bieten, sind gemeinnützige Arbeitseinsätze wie Umgebungspflege, Instandstellung von Wanderwegen sowie Wald-, Bach- und Seeufersäuberungen zugunsten der Stadt Luzern sowie umliegender Gemeinden geplant.

Die unterirdische Anlage befindet sich gleich bei der Schulanlage Utenberg.

Die unterirdische Anlage befindet sich gleich bei der Schulanlage Utenberg.

Im Sommer wird Anstieg der Flüchtlingszahlen erwartet

Der Kanton befürchtet, dass die Asylmigration nach Europa wird mit Einsetzen der warmen Jahreszeit wieder stark ansteigen wird. Nach Schliessung der Balkanroute ist damit zu rechnen, dass die Fluchtroute über das zentrale Mittelmeer nach Italien vermehrt an Bedeutung gewinne. Aufgrund des geltenden Verteilschlüssels von Bund und Kantonen, werden dem Kanton Luzern 5,4 Prozent aller ankommenden Asylsuchenden zur Unterbringung und Betreuung zugewiesen.

«Wir sind daran, auch oberirdische Lösungen zu finden.»

Silvia Bolliger, Abteilungsleiterin Flüchtlingswesen

Obwohl in den vergangenen Wochen die Asylgesuche in der Schweiz auf einem eher tiefen Niveau lagen und die Luzerner Gemeinden im Rahmen der Gemeindeverteilung grosse Anstrengungen unternahmen, um zusätzliche Unterkunftsplätze bereitzustellen (siehe Box), sind kaum Reserveplätze vorhanden. Trotzdem habe es mit dem Entscheid zur Eröffnung der Zivilschutzanlage Utenberg etwas gedauert, bestätigt auch Silvia Bolliger, interimistische Abteilungsleiterin Flüchtlingswesen des Kanton Luzern. «Die Unterkunft Eichhof konnte länger geöffnet bleiben, weshalb wir mit dem Entschied bis jetzt zugewartet haben.»

Die Verantwortlichen sind sich bewusst, dass die unterirdische Beherbergung von Asylsuchenden nicht optimal ist. Aufgrund der anhaltend schwierigen Unterbringungssituation kann aber auch in den nächsten Monaten nicht auf den Betrieb von temporären Notunterkünften in Zivilschutzanlangen verzichtet werden. Bolliger sagt: «Wir sind daran, auch oberirdische Lösungen zu finden. In Buttisholz wird nun eine Containersiedlung erbaut, Einsprachen sind keine eingegangen.» Es ist bekannt, dass noch eine zweite Siedlung geplant ist, den Standort kann Bolliger aber nicht verraten. «Zuerst informieren wir immer die betroffenen Anwohner.»

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