Asylbewerber: Nur eine Minderheit lebt im Bunker
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Temporäre Asylunterkunft: Die unterirdische Zivilschutzanlage Utenberg ist der SP-Juso-Fraktion ein Dorn im Auge. (Bild: Archiv zentralplus)

Kanton Luzern will keine zu starke Integration Asylbewerber: Nur eine Minderheit lebt im Bunker

2 min Lesezeit 1 Kommentar 29.11.2016, 16:01 Uhr

In einem SP-Postulat wird der Luzerner Stadtrat aufgefordert, Asylsuchende idealerweise in Wohnungen unterzubringen. Auf eine unterirdische Unterbringung solle möglichst verzichtet werden. Die Stadtregierung weist darauf hin, dass ihr wegen Vorgaben des Kantons teilweise die Hände gebunden seien.

Mario Stübi und Ester Burri fordern namens der SP/Juso-Fraktion des Grossstadtrats, Asylsuchende nicht in Bunkern unterzubringen. Der Vorstoss zielt auf die umstrittene Zivilschutzanlage Utenberg (zentralplus berichtete).

Laut der Stellungnahme ist es ein klares Anliegen der Stadt, oberirdische Asylunterkünfte zu finden – «soweit dies möglich ist». Die Zivilschutzanlage Eichhof wurde Ende Juni wegen Sanierungsbedarf geschlossen und fiel damit weg. Als einziger Ersatz sei die Zivilschutzanlage Utenberg in Frage gekommen, da sie Platz für 100 Asylsuchende biete. Sie ist laut Stadtrat eine temporäre Lösung und soll maximal zwei Jahre offen sein. Eine oberirdische Alternative sei nicht zur Verfügung gestanden.

Insgesamt 965 Personen im Asyl- und Flüchtlingsbereich in Luzern

In seiner Stellungnahme informiert die Stadtregierung auch über die Zahlen: Mitte September waren 285 Asylbewerber in Luzern unterbracht. Von diesen lebten 52 (oder 18 Prozent) im Zentrum Utenberg, also unterirdisch, in einer Zivilschutzanlage. 114 lebten im Zentrum Hirschpark und 119 seien in Wohnungen untergebracht, also oberirdisch (rund 82 Prozent).

Total leben 965 Menschen in Luzern, die ein Asylgesuch in der Schweiz gestellt haben, vorläufig aufgenommen sind oder als Flüchtlinge anerkannt sind. Wenn man diese Zahl als Referenz nimmt, sind nur fünf Prozent aller Personen im Asyl- und Flüchtlingsbereich unterirdisch untergebracht, schreibt die Stadtregierung. Auch die Notunterkünfte an der Tribschenstrasse und im Industriegebiet Ibach seien oberirdisch: Mitte September lebten 63 Menschen dort.

Oberirdische Unterbringung das Ziel

Der Stadtrat hat im Herbst 2015 eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die den Auftrag hat, nach oberirdischen Unterkünfte zu suchen. Doch dies sei wegen Vorgaben des Kantons nicht immer einfach zu realisieren. «Für Durchgangszentren oder temporäre Unterkünfte strebt der Kanton eine Mindestgrösse an. Sie sollen für 100 Personen Platz bieten», heisst es weiter. Laut Asylstrategie 2016 des Kantons wolle man Asylsuchende grundsätzlich während der Verfahrensdauer in einen kantonalen Asylzentrum unterbringen und nicht in Wohnungen, wie es den Postulanten vorschwebe. Der Kanton wolle Asylsuchende nur minimal integrieren.

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1 Kommentare
  1. Boris Kerzenmacher, 29.11.2016, 19:46 Uhr

    Nur eine ganz kleine Minderheit der angeblichen Flüchtlinge haben eine traumatische Vergangenheit hinter sich. Längst nicht alle kommen aus den Kriegsgebieten. Viele kamen aus den Gebieten, wo gar kein Krieg herrscht, wo es relativ sicher ist und wo man gut leben kann.
    Eine «Flucht» ist zudem sehr teuer und längst nicht alle können solche Beträge aufbringen.
    «Traumatisiert» scheinen jene angeblichen Flüchtlinge auch nicht zu sein, welche randalierend an den Grenzen stehen, Unterkünfte anzünden, Tore einreissen wollen und sich in die Bresche werfen, um die Grenzen zu stürmen. Depressive Menschen werden eher als antriebslos und lethargisch wahrgenommen. Das passt irgendwie nicht zu den Typen, welche hier illegal eindringen und sich noch über die zu kleinen Wohnungen, die üppige Sozialhilfe und zu langsames WLAN beschweren.

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