Architekt kritisiert Kantonsgericht für Bundesplatz-Urteil
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Wird dieses Gebäude jemals zum Stehen kommen? Das Luzerner Kantonsgericht sagt vorerst Nein. (Bild: nightnurse images GmbH)

Ewige Brache mitten in Luzern Architekt kritisiert Kantonsgericht für Bundesplatz-Urteil

2 min Lesezeit 3 Kommentare 06.09.2021, 10:25 Uhr

Das Luzerner Kantonsgericht hiess im Juni eine Beschwerde gegen den Gestaltungsplan der beiden geplanten Hochhäuser am Bundesplatz gut. Während die Eigentümer den Fall vors Bundesgericht ziehen, kritisiert ein Architekt an der Hochschule Luzern das Urteil des Kantonsgerichts.

Die Brache am Bundesplatz beschäftigt weiter. Nach jahrelangem Knatsch und mehreren Anläufen zur Bebauung der Brache, ist im Juni eine Beschwerde gegen den neusten Gestaltungsplan vom Luzerner Kantonsgericht gutgeheissen worden (zentralplus berichtete). Das Kantonsgericht kommt in seinem Urteil zum Schluss, dass der Gestaltungsplan nicht ausreichend darlegt, in welcher Art und Weise der Neubau die benachbarten Bauten und das Ortsbild beeinflusst.

Dieses Urteil provozierte Kritik. Nicht nur vonseiten der Bauherren, sondern auch von Mitgliedern des Bunds Schweizer Architekten (BSA). Beispielsweise von Dieter Geissbühler, Lehrbeauftragter für Architektur an der Hochschule Luzern. Geissbühler war als Experte in der Testplanung wie auch im Beurteilungsgremium des Studienauftrages für das Bundesplatz-Projekt beteiligt.

Gegenüber der «Luzerner Zeitung» sagt Geissbühler, dass das Urteil des Kantonsgerichts «nicht nachvollziehbar» sei. Denn das Projekt sei in einer aufwendigen Testplanung und in mehreren Besprechungen mit der Stadtbaukommission der Stadt Luzern ausgearbeitet worden. Die Stadtbaukommission befand das Projekt letztlich als verträglich mit dem Ortsbildschutz. Doch das Kantonsgericht nehme diese fachlich seriöse Arbeit in seinem Urteil «schlicht nicht zur Kenntnis.»

Von «städtebaulich hoher Qualität»

Die geplanten Hochhäuser auf dem Bundesplatz sollen 32 und 35 Meter hoch werden. Gemäss Geissbühler sei diese Bauhöhe für den Standort am Bundesplatz zulässig. Das geplante Projekt würde sich aufgrund der bescheidenen Überhöhe gut in den bestehenden Baubestand in der Neustadt eingliedern. Zudem sei der Gestaltungsplan von «städtebaulich und architektonisch sehr hoher Qualität», wie Geissbühler sagt.

Auch Norbert Truffer, der Obman des BSA Zentralschweiz, bestätigt die Kritik von Geissbühler am Kantonsgericht. Er sagt gegenüber der «Luzerner Zeitung»: Das am Bundesplatz geplante Projekt ist klar mit dem Stadtbild verträglich.»

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3 Kommentare
  1. Bürkli, 07.09.2021, 08:25 Uhr

    Mir sieht die Fassade zum Bundesplatz etwas zu brutalistisch aus. Sehr menschlich ist dieses Aussehen nicht. Hier könnte man noch etwas nachbessern. Aber die Volumen sind an diesem Ort richtig, wo sonst sollte man in der Stadt verdichten? Wie im Artikel gesagt, gibt es in der Stadt Luzern nur gerade drei Standorte für so hohe Häuser. Wir können nicht von innerer Verdichtung sprechen und dann immer «not in my backyard» sagen. Wobei der Backyard ja eben erst mit dem Projekt entsteht… Hoffentlich sind aber auch die Wohnungen so geplant, dass kein Platz verschwendet wird.

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  2. schaltjahr, 07.09.2021, 08:20 Uhr

    «Aufgrund bescheidener Ueberhöhe» …. Ist es nun zu hoch, oder nicht ? Wenn ja, ist das ein Verstos gegen geltendes Gesetz und damit nicht Bewilligungsfähig. So soll dass für Alle gelten und wegen Aestetik und besserer Rentabilität gibt’s keinen Sonderweg.
    So habe ich das mindestens im Kopf … Die Architekturbranche sieht das offensichtlich anders …

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  3. Laurin Villiger, 06.09.2021, 23:11 Uhr

    Man könnte ja einfach ein Stockwerk reduzieren und dann wäre das Problem gelöst. Aber heutzutage muss das Bauvolumen halt bis zum letzten optimiert werden…

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