Anzeige gegen Ruvercap: Zuger Partnerfirma wird Betrug vorgeworfen
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Die Firmen sollen versucht haben, Investoren um ihr Geld zu bringen. (Bild: Austin Distel/Unsplash)

Investoren sollten das Nachsehen haben Anzeige gegen Ruvercap: Zuger Partnerfirma wird Betrug vorgeworfen

2 min Lesezeit 17.09.2020, 12:40 Uhr

Die Zürcher Firma Ruvercap gilt als «Millionengrab» für Investoren, auch die Zuger Pensionskasse verlor durch sie Geld. Doch nicht nur Ruvercap, auch eine Zuger Partnerfirma ist bereits im Visier der Justiz. Nun werden Details bekannt.

Zweieinhalb Millionen Franken hat die Zuger Pensionskasse abschreiben müssen, nachdem sie bei der Zürcher Investmentfirma Ruvercap investiert hatte (zentralplus berichtete). Im Vergleich zu anderen Investoren kam die Pensionskasse jedoch noch mit einem blauen Auge davon. In Zürich laufen gegen die Firma derzeit Ermittlungen.

Doch auch bei der Zuger Strafverfolgungsbehörden wurde Anzeige in der Sache eingegangen. Sie richtet sich aber nicht direkt gegen Ruvercap, sondern eine Zuger Partnerfirma (zentralplus berichtete). Dabei soll es sich gemäss «finews.ch» um die Batagon-Gruppe handeln. Gegen sie sei am 25. August eine Strafanzeige eingereicht worden.

Investoren hätten beinahe auf Geld verzichtet

Batagon soll wie folgt vorgegangen sein: Nachdem Ruvercap-Investoren von einer Verbriefungsgesellschaft in Luxemburg Anleihen für 87 Millionen Euro gekauft hatten, erhielt eine der Batagon-Firmen ein Darlehen in ebendieser Höhe. Einige Zeit später kaufte eine zweite Tochterfirma eine serbische Batteriefabrik für 7,35 Millionen Euro, verkaufte sie später jedoch für 80 Millionen Euro an eine dritte Batagon-Firma. Das Geld dafür erhielt diese als Darlehen von der ersten Batagon-Firma, die den Betrag von der Verbriefungsgesellschaft erhalten hatte.

Nur einen Tag, nachdem die Strafanzeige eingegangen war, hätten Ruvercap-Investoren, die Geld verloren hatten, einem Verzicht auf 87,4 Millionen Euro zustimmen sollen, berichtet das Portal. Dafür hätten sie die serbische Batteriefabrik erhalten. Batagon hingegen hätte über rund 80 Millionen Euro auf dem Konto behalten.

Doch dazu kam es nicht. Gemäss dem Finanzportal wurde die Versammlung der Ruvercap-Investoren in letzter Minute abgesagt – nachdem bekannt geworden ist, dass eine Strafanzeige eingereicht worden war. Mittlerweile seien bei der Zuger Staatsanwaltschaft mehrere Anzeigen eingegangen. Auch die Verbriefungsgesellschaft in Luxemburg ist mittlerweile im Visier der Justiz.

Bündner Banker in Verfahren involviert

Ruvercap und Batagon arbeiteten nicht zum ersten Mal zusammen. Die Zuger Firma soll für jene aus Zürich Investments auf dem Balkan getätigt haben. Batagon gehöre einem serbischen Staatsbürger, der in der Schweiz wegen Finanzdelikten einen Landesverweis erhalten hatte, schreibt das Portal.

Im Verwaltungsrat von Batagon habe bis im Juni auch Thomas Huber, damals gleichzeitig auch Mitglied des Bankrates der Graubündner Kantonalbank, gesessen. Gemäss der Strafanzeige spiele er eine zentrale Rolle in dem mutmasslichen Betrug, schreibt «finews.ch». Huber ist mittlerweile aus dem Bankrat zurückgetreten. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

Auch die Bündner Bank hatte bei Ruvercap investiert und Geld verloren. Ein Fehlverhalten seitens Huber habe eine Überprüfung des Investitionsentscheids aber nicht erkannt werden können, erklärte die Bank gegenüber dem Portal.

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