An Zuger Schulen soll der Gesamteindruck statt Notenschnitt zählen
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Zuger Schüler sollen weniger Druck durch Schulnoten spüren. (Bild: Adobe Stock)

Hünenberg als Vorreiter An Zuger Schulen soll der Gesamteindruck statt Notenschnitt zählen

2 min Lesezeit 2 Kommentare 16.11.2020, 09:51 Uhr

Das Zuger Schulkonzept «Beurteilen und Fördern» gibt es bereits seit 2009 – umgesetzt wird es bisher nur von wenigen Gemeinden. Zum Beispiel in Hünenberg, wo Eltern nur noch quartalsweise über den Stand ihrer Kinder informiert werden – was nicht immer auf Gegenliebe stösst.

Das Schulkonzept wird in der Gemeinde Hünenberg seit diesem Sommer eingesetzt. Ziel der Übung: «Nicht mehr die Note soll im Zentrum stehen, sondern der Lernprozess und das, was der Schüler gelernt hat», sagt Rektor Rolf Schmid gegenüber der «Luzerner Zeitung».

Das Konzept «Beurteilen und Fördern» sieht vor, dass Schüler bereits während dem Lernprozess beurteilt werden und nicht erst am Ende eines Themas. Dies, damit Lehrer frühzeitig eingreifen und Schüler unterstützen können. Denn: «Wenn man erst nach der abschliessenden Prüfung weiss, wo man steht, ist der Zug bereits abgefahren», wird Schmid weiter zitiert.

Der Gesamteindruck soll zählen

Zusätzlich zu den klassischen Prüfungen sollen auch Lernprozesse bewertet werden, welche die Kompetenzen der Schüler aufzeigen sollen. Am Ende soll die Zeugnisnote nicht nur aus den Prüfungsnoten errechnet, sondern mit Beobachtungen und Gesprächen ergänzt werden, damit einzelne Ausreisser bei Prüfungen eines sonst starken Schülers weniger stark ins Gewicht fallen.

«Das Gespräch zwischen Eltern, dem Kind und der Lehrperson soll im Vordergrund stehen.»

Renate Durrer, Leiterin Steuergruppe Schulentwicklung

Weil die klassischen Prüfungen weniger ins Gewicht fallen, werden diese auch nicht mehr wie früher den Eltern nach Hause gegeben. Neu werden die Eltern quartalsweise über die Fortschritte ihrer Kinder informiert – was bei manchen auf Unsicherheiten und Unverständnis stösst. Das ist gemäss Rektor Schmid nachvollziehbar. Er versichert aber, dass die allermeisten Lehrpersonen sehr gewissenhaft agieren und die Eltern jederzeit die Möglichkeit haben, die Leistungen ihrer Kinder einsehen zu können.

«Das Gespräch zwischen Eltern, dem Kind und der Lehrperson soll im Vordergrund stehen», sagt Renate Durrer, die Leiterin der Steuergruppe Schulentwicklung der Schulen Hünenberg gegenüber der Zeitung.

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2 Kommentare
  1. Bräm, 16.11.2020, 14:08 Uhr

    Eine Beurteilung während des Lernprozesses erscheint mir sehr sinnvoll. Warum die Tests nicht mehr nach Hause gegeben werden verstehe ich jedoch nicht. Damit kann das Kind sofort zeigen was beim Test geschehen ist und nicht x Wochen später. Es gibt den Eltern einen kleinen Einblick ins Geschehen der Schule. Es geht nicht um die Note, sondern um den Inhalt. Die Kinder lernen auch Dinge rechtzeitig zu erledigen, wie Unterschriften holen und zurückbringen, was sie später dringend brauchen.

  2. René Gruber, 16.11.2020, 10:58 Uhr

    Für mich tönt das System nach viel Zeit die für administrative Arbeiten der Lehrer drauf geht und dann für den eigentlichen Unterricht fehlt. Aufwand/Nutzenverhältnis scheint mir da in einem absoluten Missverhältnis zu stehen

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