Regionales Leben

Kantonsarzt warnt
An Zuger Schulen grassiert Corona stärker als im Sommer

Der Zuger Kantonsarzt Rudolf Hauri ist besorgt über den epidemiologischen Verlauf an den Schulen.
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Der Zuger Kantonsarzt Rudolf Hauri ist besorgt über den epidemiologischen Verlauf an den Schulen. (Bild: Unsplash / Annie Spratt)

Nach den Sommerferien entwickelten sich Schulzimmer als regelrechte Corona-Brutstätten. Ganze Klassen mussten in Quarantäne. Drei Wochen nach den Herbstferien zeigt sich in Zug: Die Situation ist angespannter, wenn auch aus anderen Gründen.

Die Schulen als Pandemietreiber: Ein Bild, das im Sommer heraufbeschworen wurde und sich – kaum hatte das neue Schuljahr im August wieder begonnen – bestätigte. Das Corona-Virus verbreitete sich damals rasant in den Schulzimmern dieses Landes. Ganze Klassen mussten in Quarantäne, kleinere Schulhäuser vorübergehend sogar ganz schliessen (zentralplus berichtete).

Entsprechend gross war die Besorgnis der Behörden, dass sich dieses Szenario nach den Herbstferien wiederholt. In Luzern stellte die Gesundheitsdirektion eine Woche nach den Herbstferien fest, dass die Ansteckungszahlen deutlich tiefer waren als noch im Sommer (zentralplus berichtete). Vreni Völkle, Rektorin der Volksschule Stadt Luzern, wies aber darauf hin, dass es eine Woche nach den Ferien noch zu früh sei, um Entwarnung zu geben.

Ihre Vorsicht hatte einen guten Grund, wie sich jetzt, drei Wochen nach den Herbstferien in Zug zeigt. Der Zuger Kantonsarzt Rudolf Hauri hält auf Anfrage von zentralplus nämlich fest: «Wir registrieren aktuell deutlich mehr Fälle an den Schulen als nach den Sommerferien.» Am Freitag befanden sich 88 Schülerinnen nach positivem Test in Isolation und 75 weitere in Quarantäne.

Zum Vergleich: Am 1. November waren gemäss der Zuger Gesundheitsdirektion im gesamten Kanton 185 Personen in Isolation und 197 in Quarantäne. Somit machen die Zuger Schüler knapp 50 respektive 40 Prozent der in Isolation oder Quarantäne steckenden Personen im Kanton aus.

Ferienrückkehrer sind nicht der Grund

Allerdings hebt Rudolf Hauri hervor, dass die Zunahme der Corona-Fälle nicht wie im Sommer vorwiegend auf Ferienrückkehrerinnen zurückzuführen ist: «Nach den Sommerferien hatten wir vermehrt Fälle von Personen, die aus den Ferien zurückkehrten, gerade auch in Schulklassen. Dieses Phänomen haben wir nach den Herbstferien auch im zeitlichen Verlauf nicht im gleichen Masse feststellen können.»

Stattdessen sei die hohe Ansteckungsrate auf den generellen epidemiologischen Verlauf zurückzuführen. Im ganzen Land würden derzeit die Corona-Fallzahlen stark ansteigen – und so auch an den Zuger Schulen. Als Hauptgrund dafür sieht Hauri die kälter werdenden Temperaturen.

«Wir gehen bei einigen Ausbrüchen in einzelnen Schulklassen tatsächlich davon aus, dass es zu Ansteckungen innerhalb der Klassen gekommen ist.»

Rudolf Hauri, Zuger Kantonsarzt

Die meisten dieser Ansteckungen lassen sich zurückverfolgen. So sagte der Zuger Kantonsarzt gegenüber der «Berner Zeitung», dass sich die meisten Kinder zu Hause in den Familien anstecken würden. Doch: «Wir gehen bei einigen Ausbrüchen in einzelnen Schulklassen tatsächlich davon aus, dass es auch zu Ansteckungen innerhalb der Klassen gekommen ist.» Wobei sich nicht abschliessend feststellen lasse, ob die Übertragung im Schulzimmer selbst oder ausserhalb der Schulräume stattgefunden hat.

Zug hält an Schutzmassnahmen fest

Hauri mahnt deshalb zur Vorsicht: «Es ist in der aktuell angespannten Phase besonders wichtig, die geltenden Hygieneregeln einzuhalten und auch bei kälteren Temperaturen die Schulzimmer regelmässig zu lüften.» An den aktuellen Schutzmassnahmen an den Schulen will die Zuger Gesundheitsdirektion weiter festhalten.

Ab der 4. Primarstufe nehmen Schüler regelmässig an Reihentests teil. Das erlaube es, positive Fälle schnell zu identifizieren und isolieren, wie der Zuger Kantonsarzt sagt. Zudem können die Schulen dank der Reihentests auf Klassenquarantänen verzichten. Auch bei den jüngeren Kindern, wo keine Reihentests durchgeführt werden, bestehen Schutzmassnahmen, mit denen positive Fälle schnell isoliert werden können und weiterhin Präsenzunterricht möglich ist. «Eine allenfalls erforderliche Anpassung der Massnahmen wird regelmässig überprüft», bekräftigt Hauri.

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7 Kommentare
  1. Bea Mächler, 08.11.2021, 22:37 Uhr

    Herr Hauri, Sie wagen es, von Schutzmassnahmen bei Kindern bis und mit 3. Klasse zu sprechen?? Wir haben KEINE, die Kinder sind dem Virus schutzlos überlassen, LPs (viele ungeimpft!) tragen nicht mal bei engem Kontakt Masken, keine Luftfilter/Sensoren, geschweige Reihentests usw? Das ist eine blanke Lüge sowas zu behaupten. Und sie wissen, dass Händewaschen nie ausgereicht hat! Das sind unsere Kinder, die Ihnen inkl. Behörden bis nach Bern scheinbar nichts wert sind. Himmeltraurig!

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  2. Darius, 08.11.2021, 15:28 Uhr

    Dann macht es ja umso mehr Sinn die ganzen Schüler mit dem ÖV (S-Bahnen) zu den Stosszeiten zur Schule zu schicken!

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  3. Lilian Vogt, 08.11.2021, 12:45 Uhr

    Wie viele Schüler sind denn überhaupt erkrankt? Gab es etwa Hospitalisierungen? Das grosse Schweigen, wie üblich. Es ist unseriös, nur über sog. Fälle zu informieren.

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  4. mebinger, 08.11.2021, 10:22 Uhr

    Na und, ist ganz normal für ein Respirationsvirus, hört einfach mit diese unqualifizierten Panikmache auf

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    1. Manjaro, 08.11.2021, 10:58 Uhr

      Ihnen ist einfach nicht zu helfen. Natürlich weniger ein Problem, wenn man wegen Dauergeschwurbel sowieso isoliert ist.

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    2. Besorgter Bauer, 08.11.2021, 11:09 Uhr

      Hören sie auf mit den Lügen. Ein normales Virus tötet nicht jeden 50ten Angesteckten, und führt nicht zu Langzeitfolgen bei jedem dritten Angesteckten.

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  5. Erstaunter, 08.11.2021, 07:05 Uhr

    Einfach nur traurig. Kinder als treiber und leidende der Pandemie. Und wir wissen nicht mal ob die Langzeitfolgen von Covid sich heilen lassen.

    Übrigens, bei den Massnahmen machen andere Länder vor, was möglich ist. Regelmässiges lüften ist da nur der Anfang – haben die Zuger schon von Luftfilter, CO2 Messung… und Masken gehört?

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