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Ambulant vor stationär: Kanton Luzern zieht positive Bilanz
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Hauptgebäude Luzerner Kantonsspital Luks (Bild: les)

Drei Millionen Franken pro Jahr gespart Ambulant vor stationär: Kanton Luzern zieht positive Bilanz

3 min Lesezeit 19.11.2019, 09:25 Uhr

Als erster Kanton führte Luzern im Juli 2017 in der Gesundheitsversorgung «ambulant vor stationär» ein. Der Kanton hat nach eigenen Angaben die gesteckten Ziele erreicht und teils übertroffen.

Der Kanton Luzern will unnötige stationäre Spitalbehandlungen vermeiden. Deshalb gestaltete er als erster Kanton eine Liste von Eingriffen und Behandlungen, die seit Juli 2017 nur noch dann vom Kanton mitfinanziert werden, wenn sie aus medizinischen Gründen nicht ambulant durchgeführt werden können.

Patientinnen und Patienten könnten dank «ambulant vor stationär» rascher nach Hause. Zudem würden laut Mitteilung des Kantons Luzern die Gesundheitskosten entlastet, da ambulante Behandlungen günstiger sind als stationäre.

Über drei Millionen Franken gespart

Die neueste Auswertung für das Jahr 2018 zeige: Die gesteckten Ziele wurden erreicht oder gar übertroffen. Analysiert hat der Kanton die Eingriffe bei Erwachsenen ohne Begleiterkrankungen. Die stationären Behandlungen gingen 2018 bei den definierten Eingriffen um über die Hälfte (52,2 Prozent) zurück, im Vergleich zu 2016. Es wurden über 1000 stationäre Fälle weniger registriert als 2016. Dies entspricht Einsparungen von 3,2 Millionen Franken. Gerechnet hat der Kanton bei der Einführung mit einem jährlichem Sparpotential von 3 Millionen Franken.

Die Spitäler hätten auch zusätzliche Fälle ambulant behandelt, die vom Kanton nicht überprüft wurden. Ein Grund dafür dürfte sein, dass die Spitäler ihre neu vorhandenen ambulanten Kapazitäten nutzen würden und mit zunehmender Erfahrung weitere Patientengruppen ambulant behandeln. Zähle man diese zusätzlichen Fälle dazu, seien 2018 über 1200 Fälle in den ambulanten Bereich verlagert worden. Damit wären Einsparungen von über 4,4 Millionen Franken erzielt worden.

Verlagerungen bei Behandlungen

«Die zahlenmässig stärkste Verlagerung von stationär zu ambulant sind bei den Kniespiegelungen, den Leistenbrüchen und bei den Behandlungen von Krampfadern auszumachen», lässt sich Christos Pouskoulas, Leiter Gesundheitsversorgung der Dienststelle Gesundheit und Sport in der Mitteilung zitieren. Bei den Herzkatheteruntersuchungen, der Behandlung von Hämorrhoiden, Nierensteinzertrümmerungen, Metallentfernungen und bei Eingriffen an der Gebärmutter zeigen sich ebenfalls grosse relative Rückgänge zwischen 38 und 89 Prozent.Pouskoulas: «Die Auswertung zeigt, dass eine Verlagerung dieser Eingriffe von stationär zu ambulant ohne Nachteile für die Patientinnen und Patienten möglich ist. Ebenso kommt es zu keiner Mehrbelastung für die Grundversicherung.»

Gleichzeitig seien die nicht gelisteten stationären Eingriffe im selben Zeitraum um über 500 Fälle zurückgegangen, trotz einem leichten Bevölkerungswachstum und einer zunehmenden Alterung der Bevölkerung. «Damit zeigt sich, dass die Spitäler den eingeschlagenen Weg der ambulanten Versorgung konsequent weitergehen, was ein Ziel der Massnahme war», so Pouskoulas.

Gesundheitsdirektor ist zufrieden

Regierungsrat Guido Graf, Vorsteher des Gesundheits- und Sozialdepartementes, freut sich über die positive Bilanz. «Wir sparen Gesundheitskosten, ohne Abstriche in der Qualität der Gesundheitsversorgung zu machen und ohne die Krankenkassen und somit die Prämienzahler mehr zu belasten.» Den eingeschlagenen Weg wolle man fortsetzen.

Graf sagt: «Das Potential ist noch nicht ausgeschöpft. Die Entwicklung zu mehr ambulanter Medizin wird weitergehen. Damit «ambulant vor stationär» ein Erfolg bleibt, braucht es entsprechende Anpassungen bei der Spitalplanung und betriebswirtschaftlich berechnete, faire Preise.»

Seit dem 1. Januar 2019 werden auf nationaler Ebene sechs Gruppen von operativen Eingriffen nur noch bei ambulanter Durchführung von der Krankenkasse vergütet. Ausnahmen gilt es zu begründen. Die Liste des Kantons Luzern umfasst alle Eingriffe des Bundes, ist jedoch umfassender.

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