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Am Valentinstag auf der Suche nach Zärtlichkeit und romantischen Stunden
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«Ich bin gross, schlank, romantisch, mit Niveau. Freue mich auf Anruf», heisst es etwa in einer Zeitungsannonce. (Bild: Adobe Stock/Montage ida)

Luzerner, die ihr Glück per Zeitungsinserat suchen Am Valentinstag auf der Suche nach Zärtlichkeit und romantischen Stunden

4 min Lesezeit 14.02.2019, 12:19 Uhr

Valentinstag: Was bei den einen Glückshormone ausschüttet, sorgt bei anderen für Verzweiflung. Abhilfe auf der Suche nach «der grossen Liebe» schaffen Annoncen, beispielsweise in Zeitungen. Wer sind die analogen Nomaden, die im digitalen Zeitalter auf Papier setzen? Wir haben bei Inserenten nachgefragt.

Spätestens dann, wenn die VBL-Busse wieder mit Blumenbouquet an der Front durch Luzern brettern, wird allen wieder klar: Es ist Valentinstag. Für manche Singles jedoch kein leichtes Unterfangen, an jeder Ecke auf den «Tag der Liebe» aufmerksam gemacht zu werden. 

Onlinedating schafft da Abhilfe. Doch das emotionslose Swipen auf dem Smartphone gegen den tristen Singlealltag ist nichts für Mario*, der seit vier Monaten Single ist. «Mein Handy ist doch kein Streichelzoo», sagt er. «Ich streichle nicht mein Handy, sondern eine Frau.» Und weil Datingplattformen in der Regel kosten, entschied er sich – ganz pragmatisch, aus Kostengründen – für das Schalten einer günstigen Annonce in der «Barni-Post».

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«Ich gebe doch dafür nicht einen Haufen Geld aus», sagt der Mann, der sich einen anderen Telefonanruf als einen solchen von zentralplus erhoffte. «Nachher sitzt du verzweifelt alleine zu Hause – und wenn du Pech hast, hast du für die Abogebühr auch noch Geld aus dem Fenster geschmissen.»

Lieber persönlich als übers Internet

«Ich, 35/185, sportlich, suche: Frau ab 20, die etwas unternehmen möchte. Z. B. Ausgang oder auch mal gemütlich essen gehen», steht nun schwarz auf weiss. Für ihn sei das Internet eine Welt der Intrigen und der gefälschten Profile. Beim Schreiben würden zudem viele Missverständnisse entstehen. «Besser mal anrufen», lautet die Devise Marios.

«Mann, 74/180, sucht eine treue, liebe Partnerin, für die nächsten 100 Jahre.»

Eine Zeitungsannonce

Die alte Beziehung ging in die Brüche, zu oft habe er sich mit seiner Ex-Freundin verkracht. Er sehne sich wieder nach Zärtlichkeit und romantischen Stunden zu zweit. Bis anhin habe er erst einige Nachrichten auf das Inserat erhalten, aber es sei ja auch noch ganz frisch. Ob er auf ein schönes Date hofft? «Na ja, hoffen schon, aber erwarten tue ich nichts», räumt dieser ein. «Sich mit jemandem zu treffen, ist ja immer so eine Sache, bis dann auch alles so richtig passt.» Aber auf den einen oder anderen schönen Telefonanruf hoffe er schon. Schliesslich dürfe auch mal die Frau den ersten Schritt machen.

Nur Singles, bitte keine Abenteurer

Ganz so zuversichtlich wie Mario ist Martina* nicht. «In der Regel melden sich meistens diejenigen auf die Inserate, die man nicht will.» Auch sie hat ein Inserat in der «Barni-Post» geschaltet – jedoch nicht für sich selbst. Denn Martina ist Partnervermittlerin beim Luzerner Singletreff. Sie trifft Singles persönlich auf einen Kaffee und filtert dabei heraus, wie der Mensch tickt und was er möchte. «Ich vermittle nur Personen, die Single sind», stellt sie klar.

«Witwer sucht hübsche Frau, für alles, was zu zweit mehr Spass macht.»

Das unterscheide eine Partnervermittlerin von Datingplattformen. «Das Internet nimmt alles an», so Martina. «Lügen, Fake-Fotos – und Männer und Frauen, die eigentlich verheiratet sind und nur auf der Suche nach Abenteuer und Profit sind.»

Mehrere Anläufe notwendig

Lässt sich damit wirklich die grosse Liebe finden? «Natürlich», so Martina. Früher oder später verliebe sich jeder Mensch, wenn auch nicht immer gleich schnell. «Das kommt natürlich sehr auf die Sympathie des Gegenübers an, was man nicht bestimmen kann.»

«Ich bin gross, schlank, romantisch, mit Niveau. Freue mich auf Anruf.»

Ob gerade der erste Vorschlag ein Treffer sei, könne man nicht garantieren. Manchmal brauche es mehrere Anläufe. Doch die Partnervermittlerin ist überzeugt, dass man zum Ziel kommen wird – sonst würde sie die jeweilige Person nicht bei sich aufnehmen. Beim Luzerner Singletreff seien mittlerweile über 2’000 Mitglieder aufgeführt. 

Männer wollen eine selbständige Frau

Martina blickt in ihrer zehn Jahre langen Tätigkeit als Partnervermittlerin auf viele verkuppelte Paare zurück. Eine Erfolgsquote kann sie jedoch keine nennen. Sie sei bereits an Hochzeiten eingeladen worden, freue sich aber auch über schlichte Nachrichten von Verliebten, die ihr etwa sagen, dass sie keine neuen Partnervorschläge brauchen. Für sie sei es das Schönste, andere zu verkuppeln und glücklich zu machen.

«Uns gibt es nur zu zweit. Ich und mein Hund suchen auf diesem Weg einen lieben Partner, für den Rest des Lebens.»

Interessant: Die beiden Geschlechter gelangen nicht aus denselben Gründen zur Partnervermittlerin. «Männer kommen zu mir, weil sie eine Frau wollen, die mit beiden Beinen selbständig im Leben steht. Und nicht etwa eine, die bloss aus Sicherheitsgründen einen Mann sucht. Und Frauen kommen zu mir, weil sie zumeist schlecht abschätzen können, was Männer wirklich wollen: Sprich, ob er ihr Herz oder bloss ihren Körper möchte.»

*Der Name wurde geändert. Es handelt sich um einen zufällig gewählten Vornamen.

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