Am Sonnenberg spenden Goethe und Lamas Hoffnung in der Coronakrise
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Der Hoffnungsweg führt am Hang des Sonnenbergs entlang. (Bild: cbu)

Hoffnungsweg 21 in Kriens Am Sonnenberg spenden Goethe und Lamas Hoffnung in der Coronakrise

4 min Lesezeit 2 Kommentare 10.04.2021, 12:00 Uhr

In Zeiten von Corona kann etwas Hoffnung nie schaden. Das dachte sich die evangelische Kirche in Kriens und hat am Hang des Sonnenbergs in Luzern einen Hoffnungsweg aufgestellt, der uns in der Corona-Krise mit Zitaten und netten Worten aufmuntern soll. zentralplus hat sich auf den Weg gemacht.

Unsere Reise der Hoffnung beginnt an der Talstation der Sonnenbergbahn in Kriens, die seit Kurzem in die neue Saison gestartet ist (zentralplus berichtete). Vorbei an Zwergen und zögerlich blühenden Blumen tuckern wir bis zur Mittelstation Zumhof und befinden uns auch schon am Startpunkt des Hoffnungswegs.

Nur, wo finden wir diesen Startpunkt? Mit dem Handy und der interaktiven Karte in der Hand gehen wir die Strasse ein paar Meter auf und ab, werfen sogar noch einmal einen Blick zurück in das Wartehäuschen der Bahnstation – wo uns ein Anschlag vorsorglich zum erfolgreichen Absolvieren des Foxtrails gratuliert – und schliesslich etwas ratlos zurück auf die Strasse.

Dann bemerken wir einen Holzpflock am Strassenrand. Et voila. Startpunkt gefunden. «Willkommen auf dem Weg der Hoffnung», begrüsst uns ein Schild und weist mit einem Pfeil und dem gezeichneten Bild einer niedlichen Katze den weiteren Weg.

Aufmunternde Worte von Goethe und Co.

Von hier an fällt es uns leicht, dem Hoffnungsweg zu folgen. Die 13 Posten sind nämlich meist in Sichtweite voneinander entfernt in die Wiese neben der Strasse gestemmt worden. Sie führen im ersten Abschnitt der Gabeldingerstrasse entlang Richtung Luzern.

Einen kurzen Zwischenstopp legen wir bei einem Bauernhof ein. Nicht, weil uns da eine weitere hoffnungsvolle Message erwartet, sondern weil uns knuffige Alpakas beobachten. Weil die flauschigen Vierbeiner aber lieber in der Wiese kniend Gras futtern statt uns aus der Nähe zu betrachten, gehen wir unverstreichelter Dinge weiter.

Vorbei am Schulhaus Gabeldingen führt uns der Weg weiter bis zu einer Weggabelung. Kurz die Karte auf dem Handy konsultiert und weiter geht’s, vorbei an einem weiteren Hof – leider ohne Alpakas – auf der Strasse Hinter-Amlehn. Unterwegs verweilen wir bei jedem der Hoffnungsweg-Posten und lesen die Zitate.

Manche sind von Goethe, andere stammen aus der Bibel oder von KZ-Überlebenden. Allen gemein ist das Thema der Hoffnung, das mal aufmunternd, mal zum Durchhalten animierend thematisiert wird. Die dazugehörigen Bilder stammen von Fotografen oder Schulkindern und zeigen Szenen aus der Natur- und Tierwelt.

Durchaus passende Sujets, denn was uns bei unserem Spaziergang auffällt, ist die wunderschöne Aussicht auf den Pilatus, die Stadt Luzern und den Bürgenstock, die an diesem sonnigen Frühlingsmorgen vom Wetter besonders imposant in Szene gesetzt worden sind.

Ein Weg für alle

Etwas später erreichen wir Schild Nummer 13 und damit etwas abrupt die Endstation des Hoffnungsweges. Von hier aus kann man gemütlich nach rechts im Gütschwald weiter spazieren gehen oder an der Bushaltestelle Obergütsch auf den nächsten Bus Richtung Luzern warten.

Die Strecke des Hoffnungsweg 21 ist für alle geeignet, Wanderschuhe sind nicht nötig und Steigungen oder starkes Gefälle gibt es nicht. Wer sich die Zeit nimmt, hat in rund 30 Minuten alle Posten abgelaufen – je nachdem, wie lange man die fluffigen Alpakas anhimmelt oder die herrliche Aussicht geniesst.

Ein lohnender Ausflug

Man mag von den Zitaten halten, was man will, einigen werden sie durchaus Aufmunterung verschaffen, andere sehen darin wohl eher eine Abart von austauschbaren Kalendersprüchen. Nett ist die Idee des Weges aber allemal.

Hinter dem Projekt steht das Ehepaar Jens und Kathi Kaldewey aus dem baslerischen Riehen, das unter anderem im Bereich Seelsorge und Familientherapie tätig ist. In Kriens zeichnet die Freie Evangelische Gemeinde Horw-Kriens für den Hoffnungsweg 21 verantwortlich, die mit dem Projekt Impulse aussenden und zum Nachdenken anregen will, wie es auf der Website heisst.

Haben wir nun neue Hoffnung geschöpft? Eher nicht. Wir haben sie aber auch noch nicht vollends verloren. Dafür hat der Gang an die frische Luft, die Sonne und der gemütliche Spaziergang in der Höhe für eine angenehme Abwechslung zum Büroalltag gesorgt. Und unterwegs ein paar bebilderte Zitate von Goethe und Co. zu lesen, schadet gar nichts. Selbst wenn einem die ganzen Sprüche und Ermutigungen nichts sagen – oder man sie schlicht übersieht – die Wanderung lohnt sich trotzdem. Sei es nur schon wegen der Aussicht. Und den Lamas.

Die Beschilderung des Hoffnungswegs 21 bleibt noch bis am 24. April bestehen.

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2 Kommentare
  1. Markus Wüthrich, 11.04.2021, 19:18 Uhr

    Vielen Dank für die authentische Beschreibung des Hoffnungswegs. Finde ich toll, dass Zentralplus auf solche Ausflugtipps aufmerksam macht.

  2. Peter Bitterli, 10.04.2021, 14:28 Uhr

    „Getretner Quark wird breit, nicht stark.“ (Goethe)

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