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Altglas-Chaos in der Luzerner Altstadt
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Ein seltsames Bild bot sich am Samstag beim Löwengraben. Wer es da wohl lustig hatte? (Bild: Leserfoto )

Beim Löwengraben scheint man tüchtig zu bechern Altglas-Chaos in der Luzerner Altstadt

3 min Lesezeit 30.04.2019, 15:00 Uhr

Am letzten Samstag standen Hunderte leere Flaschen bei der Sammelstelle am Luzerner Löwengraben. Trotz eines sonntäglichen Einsatzes der Mitarbeiter der Stadt drängte sich am Montagmorgen bereits die nächste Ladung um die Einwurfstellen. Wird in der Altstadt schlicht zu viel getrunken?

Ein Anwohner des Luzerner Löwengrabens staunte nicht schlecht, als er am vergangenen Samstag bei der dortigen Altglassammelstelle vorbeiging. «Da waren sicher 100 bis 150 vorwiegend Weinflaschen, die da auf dem Boden standen», sagte er zu zentralplus. Die beiden unterirdischen Container für das Grünglas seien übergequollen. 

Doch auch einige Bier- und Schnapsflaschen gesellten sich dazu. «Es ist nicht so, dass mich das irgendwie stören würde. Ich muss es ja nicht den ganzen Tag anschauen.» Vielmehr habe er sich darüber amüsiert und sich gefragt, wer in seiner Nachbarschaft wohl so viel trinkt, sagt der Anwohner, der anonym bleiben möchte. «Ich möchte nicht als Bünzli daherkommen», so seine Begründung. Eine Vermutung, wer die Flaschen hingestellt haben könnte, hat er nicht.

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Wer da wohl so viel trinkt?

Bei der Stadt hat man sich der Situation angenommen, wie Manimaran Visvalingam, Leiter Abfallbewirtschaftung und Logistik, auf Anfrage sagt. «Am Sonntag war die Sammelstelle Grabenstrasse total überfüllt. Unsere Mitarbeiter haben die Flaschen, die neben der Sammelstelle standen, entfernt und die Umgebung gereinigt.»

Trotz des sonntäglichen Einsatzes der städtischen Mitarbeiter zeigte sich am Montagmorgen schon wieder ein ähnliches Bild. Erneut standen gut drei Dutzend leere Weinflaschen neben den Einwurfstellen. Die Container quollen noch immer über. Wie kann das sein? Visvalingam verweist auf die Real, die für den Betrieb und den Unterhalt der Sammelstellen verantwortlich ist.

Die Stadt enfernte die Flaschen am Sonntag. Doch am Montag ging es munter weiter.

Die Stadt entfernte die Flaschen am Sonntag. Doch am Montag ging es munter weiter.

(Bild: Leserfoto)

Einer der Container war leer

«Die Sammelstelle Löwengraben wurde am 2. April das letzte Mal geleert. Die nächste Leerung wäre für diesen Dienstag vorgesehen gewesen», sagt George Estermann, Leiter Logistik bei Real. Aufgrund der Nachfrage von zentralplus seien die Container aber noch am Montag innert einer Stunde geleert worden, womit die Sammelstelle wieder voll funktionstüchtig sei. 

Doch die Real-Mitarbeiter dürften nicht schlecht gestaunt haben, als sie die Container aus dem Untergrund hoben. Während sich in einem davon 1’570 Kilogramm Altglas befanden und dieser damit vollständig gefüllt war, war sein Nachbar fast leer. Lediglich fünf Kilo Altglas wurden hineingeworfen.

Wie kann das sein? Auf den Leserfotos ist doch eindeutig zu sehen, dass die beiden Einwurfstellen für das Grünglas überquellen. Estermann hat eine simple Erklärung parat. «Kurz nach der letzten Leerung wurde die Säule des einen Grünglasbehälters durch einen Plastiksack verstopft.»

Und weiter: «Die Flaschen müssen seit längerer Zeit genau gleich in der Säulenöffnung gesteckt haben. Anscheinend wurde dies von der Putzmannschaft der Stadt nicht bemerkt», so Estermann. Gleich dürfte es den Leuten ergangen sein, die ihr Leergut einwerfen wollten. So haben sie ihre Flaschen wohl einfach in der Annahme, dass der Container überfüllt ist, neben die Einwurfsäulen gestellt.

Seit einem Jahr nicht mehr überfüllt

Bei Real scheint man nicht unbedingt damit gerechnet zu haben, dass eine solche Situation eintreffen würde. «Die Sammelstelle Löwengraben wurde im Laufe des Jahres 2017 so optimiert, dass ab Mai 2018 eine komplett optimierte Sammelstelle in Betrieb genommen werden konnte», erklärt Estermann.

Seither sei sie 29-mal geleert und sukzessive in einen Vier-Wochen-Rhythmus eingebunden worden. Dabei würden auch Feiertage, an denen grössere Mengen Altglas anfallen, berücksichtigt. «Seitdem hat die Sammelstelle am Löwengraben problemlos funktioniert und war nie mehr überfüllt», schildert Estermann die Lage. 

Zumindest der Füllstand der beiden Behälter für das Weissglas gibt dem Rhythmus der Leerungen recht. Sie waren gut einen Monat nach der letzten Leerung zu 81 beziehungsweise 89 Prozent gefüllt und somit voll funktionstüchtig. Es lässt sich nur mutmassen, ob dies auch beim Grünglas der Fall gewesen wäre. 

Überfüllte Sammelstellen könne es trotz guter Bewirtschaftung in absoluten Ausnahmefällen geben, räumt Estermann jedoch ein. «Diese überfüllten Sammelstellen müssen Real aber von den Gemeinden möglichst rasch gemeldet werden.» Die Gemeinden hätten eine Aufsichtspflicht für die Sammelstellen.

Nun hat alles wieder seine Ordnung: Die Sammelstelle Löwengraben am Dienstagmorgen.

Nun hat alles wieder seine Ordnung: die Sammelstelle Löwengraben am Dienstagmorgen.

(Bild: bic)

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