Alte Rigi-Lok lernt das Fliegen
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Die Reise der «Lok Nr.7» war eine logistische Herausforderung. (Bild: chb)

Zum 150-Jahr-Jubiläum Alte Rigi-Lok lernt das Fliegen

3 min Lesezeit 15.09.2020, 19:15 Uhr

Damit sie rechtzeitig zum 150-Jahr-Jubiläum wieder auf die Rigi fahren kann, hat das Verkehrshaus Luzern die alte Tenderlok Nr.7 nach Vitznau verfrachtet – über den Vierwaldstättersee.

Im Jahr 2021 wird die erste Bergbahn Europas – die Rigi-Bahn – 150 Jahre alt. Dieses Jubiläum will die Rigi-Bahnen AG gebührend feiern. Darum hat man sich mit dem Verkehrshaus der Schweiz in Luzern zusammengetan, um ein Relikt aus längst vergangenen Tagen wieder einsatztauglich zu machen: Die Tenderlok H1/2 Nummer 7. Von 1873 bis 1938 beförderte die Zahnradbahn Gäste von Vitznau auf die Rigi und zurück. Nun soll sie nach 61 Jahren erneut zum Einsatz kommen.

Doch wie bringt man eine fast 15 Tonnen schwere Lokomotive von Luzern nach Vitznau? Über den «historischen» Weg, wie uns Martin Bütikofer, Direktor vom Verkehrshaus, erklärt. Soll heissen: über den See. Erst wurde die Lok, die seit der Eröffnung des Verkehrshauses 1959 zu den begehrtesten Exponaten gehört, mit einem Lastwagen zum Anleger beim Lido gefahren. Von da aus hievte ein Kran das 14,75 Tonnen schwere Gefährt auf eine schwimmende Plattform, einen Ponton. Mit einem Nauen wurde sie schliesslich nach Vitznau verschifft.

In Vitznau wurde die Lok von einer Menge Schaulustiger und urchigen Alphornklängen empfangen. Ein weiterer Kran hob die Lok vom Nauen und verfrachtete sie auf die Drehscheibe vor dem Depot in Vitznau. Applaus wird laut, als die Räder der Maschine den Boden berühren. Bis die Lok aber auf die Rigi tuckern darf, dauert es noch eine Weile. Martin Horath, der für die Inbetriebnahme der alten Dame, wie er die Tenderlok nennt, zuständig ist, rechnet mit rund 300 Stunden, bis sie wieder schienentauglich ist. Die «Dame» besteht überwiegend aus Originalteilen. Einzig das Getriebe hat man für den modernen Schienenbetrieb ausgetauscht und einige Anpassungen am Kessel vorgenommen.

Bei aller Freude ist die Ausleihe für Bütikofer auch ein «Verlust», wie er sagt. «Die Lok Nr.7 ist eines der wichtigsten und begehrtesten Objekte des Verkehrshauses.» Trotzdem fand er die Idee, die Bahn wieder zum Leben zu erwecken, toll. «Wir müssen Sorge tragen zu diesen Objekten. Aber wir dürfen sie nicht nur einlagern, sondern müssen sie auch brauchen.» Das seien schliesslich Fahrzeuge und keine Stehzeuge, sagt Bütikofer weiter. «Ich freu mich darauf, die Lok bald wieder dampfen zu sehen – und genauso freue ich mich, sie in drei Jahren wieder zurückzubekommen.»

Der Startschuss für die Lok Nr.7 fällt am 21. Mai 2021. Dann soll das 150-Jahr-Jubiläum gemäss Rigi-Bahnen-AG-Chef Frédéric Füssenich mit einem «grossen Rahmenprogramm» eröffnet werden. «Wir haben die beste Werbung gemacht in einer schwierigen Zeit», so Füssenich weiter. Eine schwierige Zeit, die aber vorbeigehen wird. «Corona kommt, Corona geht, aber die Rigi-Bahnen bleiben», sagt Füssenich abschliessend und erntet Applaus. Bleiben wird auch die «alte Dame». Für die nächsten drei Jahre wird sie Gäste nach alter Tradition auf die Rigi fahren.

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