Jetzt Community-Mitglied werden und profitieren!
Als Hobby-Designer Webseiten gestalten durften
  • Regionales Leben
  • Technik
Minimalistisch oder animiert: Mit abenteuerlichen Designs kamen Zuger Webseiten früher daher. (Bild: Screenshot / Montage: lob)

Schräg: Zuger Webseiten zur Jahrtausendwende Als Hobby-Designer Webseiten gestalten durften

5 min Lesezeit 2 Kommentare 19.11.2017, 05:19 Uhr

Heute investieren Stadt, Vereine und Kultur viel in den eigenen Web-Auftritt – aber wie sahen diese früher aus? Wir haben uns in die Untiefen der Website-Archive begeben – und sind auf Word Art, GIF-Herzen und eine Vorliebe für Schwarz gestossen.

Das waren noch Zeiten: Als das Telefon nicht besetzt sein durfte, wenn man im Internet surfen wollte. Und man ganz automatisch die paar Minuten Geduld aufbrachte, bis die Seite geladen war. Das Internet eroberte so langsam die Welt, und in den späten 90er-Jahren wurde der Web-Auftritt langsam, aber sicher ein Muss.

Natürlich sind auch in Zug Homepages aus dem Netz geschossen wie Pilze aus dem Boden. Wir reisen deshalb in der Zeit zurück, schwelgen in Erinnerungen und ja – müssen hin und wieder doch über die mehr oder minder kreativen Erzeugnisse schmunzeln.

Unterstütze Zentralplus

Aber zuerst: Einwählen! Inklusive altbekannter Geräuschkulisse:

Sportvereine: Früh übt sich

Lustig anzuschauen sind sicherlich die Hompages der Sportvereine. Der EVZ mischte schon früh im Web mit und hatte 1997 fast alles, was wir von einer Retro-Website erwarten würden: Einen Wasserzeichen-Hintergrund, animierte Herzchen und Männchen und das damalige Logo war sowieso eine Klasse für sich.

GIFs und Retro-Logo: So sah die EVZ-Homepage 1997 aus.

GIFs und Retro-Logo: So sah die EVZ-Homepage 1997 aus.

(Bild: Screenshot)

Das Highlight in Rot: 1998 wurde im Web so der bisher einzige Titel des EVZ gefeiert. Leider werden nicht alle Bausteine angezeigt, deshalb wissen wir nicht, ob da mitterweile vielleicht noch mehr Farben (oder mehr GIFs) waren. Die 25 Franken für das Meisterbuch waren wohl relativ fair, obwohl wir das nicht mit völliger Sicherheit sagen können – wir haben das Werk nie zu Gesicht bekommen.

Etwas mehr Farben für die Meisterfeier: So feierte der Eissportverein 1998 den bisher einzigen Titel im Web.

Etwas mehr Farben für die Meisterfeier: So feierte der Eissportverein 1998 den bisher einzigen Titel im Web.

(Bild: Screenshot)

Natürlich soll der Fussball nicht unterwähnt bleiben. Zug 94 hatte den Internet-Nutzern 2003 diese Frontpage zu bieten: spartanische Menüauswahl, Fussbälle satt und so etwas wie 50 Shades of Blau und Schwarz. Nicht besonders informativ, aber irgendwie noch schön anzuschauen.

Fliegende Fussbälle und Blautöne a gogo: die Zug-94-Startseite 2003.

Fliegende Fussbälle und Blautöne a gogo: die Zug-94-Startseite 2003.

(Bild: Screenshot)

 

Und spannender als das Pendant, welches ein halbes Jahr später anzutreffen war. Besonders der Text-Einzug des jeweils ersten Satzes macht die Flatteroptik irgendwie nicht besser. Da rissen auch die beiden Fussballer im Titelbild oben nicht mehr viel an Dynamik heraus. Passt irgendwie in die Zeit, sticht aber nicht wirklich heraus.

Flattersatz ahoi: Die Zug-94-Startseite nach der Überarbeitung, immernoch 2003.

Flattersatz ahoi: Die Zug-94-Startseite nach der Überarbeitung, immernoch 2003.

(Bild: Screenshot)

Word Art beim Kanton

Apropos herusstechen: So sah im Jahr 2003 die Website von Zug Tourismus aus. Inklusive – ja tatsächlich – einer Word-Art-Grafik für die Titel-Überschrift. Retro pur, aber nicht unbedingt sehr ästhetisch. Vermutlich nicht der erfolgreichste Werbekanal, so weit lehnen wir uns mal aus dem Fenster. Immerhin ist aber das Bild schön.

Potenzielle Touristen fanden 2003 diese Website vor – heute fast unvorstellbar.

Potenzielle Touristen fanden 2003 diese Website vor – heute fast unvorstellbar.

(Bild: Screenshot)

 

Ohne lustige Word-Grafiken kam die Homepage des Kantons Zug 2002 aus – aber dafür war sie aus heutiger Sicht Langeweile pur. Blau auf weissem Grund dominiert zwar auch heute noch, Bilder peppen das Ganze allerdings zumindest ein bisschen auf. Hier wäre Farbe nicht fehl am Platz gewesen. Vertreten war allerdings schon die neue «lingua franca» – die Seite gab es auch auf Englisch.

Blau und Weiss – die Farben von Zug – dominieren hier ganz klar. Und vertragen anscheinend auch nicht so viel Konkurrenz.

Blau und Weiss – die Farben von Zug – dominieren hier ganz klar. Und vertragen anscheinend auch nicht so viel Konkurrenz.

(Bild: Screenshot)

Die Festival-Seiten

Weiter geht es mit dem Zuger Freizeitleben: Events wie das Waldstock und das Boardstock (heute Zug Sports) gibt es im Kanton schon seit mindestens zehn Jahren, 2018 findet das Rock the Docks zum zehnten Mal statt. Was haben die potenziellen Besucher damals denn so angetroffen? Boardstock-Interessierte haben 2003 schon eine recht ordentliche Startseite vorgefunden:

Die Startseite des Boardstock-Festivals anno 2003 – schon ziemlich gelungen.

Die Startseite des Boardstock-Festivals anno 2003 – schon ziemlich gelungen.

(Bild: Screenshot)

Verhältnissmässig einladend, auch für heutige Ansprüche, und damals dürfte die Website ziemlich gut angekommen sein. Sehr viel karger kommt da der Erstling für das Rock the Docks von 2008 daher – mehr als ein paar Links und Text findet sich da nicht. Allerdings werden nicht alle Screenshots im Web-Archiv richtig dargestellt – vielleicht ist da etwas viel Farbe abhanden gekommen und wir tun dem Verein Unrecht.

Noch sehr dürftig hat der Web-Auftritt des Rock the Docks (vermutlich) ausgesehen.

Noch sehr dürftig hat der Web-Auftritt des Rock the Docks (vermutlich) ausgesehen.

(Bild: Screenshot)

Kommen wir zu Kandidat Nummer drei – dem Waldstock Openair. Hier kann designtechnisch eine ziemlich rasante Entwicklung in den frühen 2000ern ausgemacht werden. Denn während man 2002 noch dieses Resultat erhielt, wenn man waldstock.ch im Adressfeld eingab …

Ziemlich spartanisch, aber immerhin etwas farbig: der Online-Auftritt des Waldstock anno 2002.

Ziemlich spartanisch, aber immerhin etwas farbig: der Online-Auftritt des Waldstock anno 2002.

(Bild: Screenshot)

… sah es ein Jahr später auf der gleichen Seite so aus:

Waldstock nochmals, anno 2003 – diese Startseite konnte sich schon sehen lassen.

Waldstock nochmals, anno 2003 – diese Startseite konnte sich schon sehen lassen.

(Bild: Screenshot)

Ein beachtlicher Unterschied, gab es dann doch Links zum Ticketkauf, Bilder und sogar einen Trailer. So gross wie heute ein Handy-Bild mit mässiger Qualität. Und links unten war – die Teenies dieser Zeit werden gerade in Erinnerungen schwelgen – sogar das Speak 2 Us verlinkt, die damalige Party-Online-Community. Mit diesem Auftritt dürfte das Waldstock schon eher noch den einen oder anderen Festival-Neuling nach Steinhausen gelockt haben.

Alles auf Schwarz

Als Letztes inspizieren wir die ehemaligen Webauftritte aus dem Kulturbereich und platzieren gleich mal die Galvanik im Suchfeld. Wenn wir vermutlich bunte und freche Designs finden, dann hier. Im Juni 2002 sah die Startseite so aus:

Feuer, Totenköpfe und Zigis: So begrüsste die Galvanik jeden, der 2002 auf ihrer Website landete.

Feuer, Totenköpfe und Zigis: So begrüsste die Galvanik jeden, der 2002 auf ihrer Website landete.

(Bild: Screenshot)

Nun, bunt ist in diesem Fall relativ, frech passt schon eher. Ausserdem waren Hörner offenbar schwer in Mode – ob nun auf den Totenkopf oder auf die Stirn der Dame mit dem Beinahe-Nippelgate platziert. Zumindest passen sie zum düsteren, schwarzen Hintergrund, mit dem die Cartoons jedenfalls gut zur Geltung kommen.

Weiter im Text: Als Nächstes kommt die Website der Industrie 45 an die Reihe.

Industrie zum Zweiten: Abenteuerliche Daten gab es im Jahr 2003.

Industrie zum Zweiten: Abenteuerliche Daten gab es im Jahr 2003.

(Bild: Screenshot)

Ein bisschen Schwarz musste 2003 offenbar auch hier sein. Auffallend sind eher die ziemlich lustigen Daten gewisser Veranstaltungen. Im Jahr Null hatten die Römer vermutlich schon Konzerte, aber weniger Kabel und Stecker.

Last, but not least landen wir auf der 2004er-Homepage der Band Wake – zu dieser Zeit schwer angesagt und dieses Jahr mit Comeback (zentralplus berichtete.) Die Hintergrundfarbe der Seite? Raten Sie mal.

Der Trend setzt sich fort: Auch die Band Wake setzte auf Hell-dunkel-Kontraste.

Der Trend setzt sich fort: Auch die Band Wake setzte auf Hell-dunkel-Kontraste.

(Bild: Screenshot)

(Vermutlich) Richtig geraten: Schwarz! Und ohne coole Konzertbilder, die das Ganze etwas aufgepeppt hätten. Immerhin: Das Studiotagebuch hört sich ganz interessant an. Um darin zu schmökern, haben wohl die einen oder anderen Zuger Teenager stundenlang die Telefonleitung besetzt.

 

Deine Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, musst Du auf zentralplus eingeloggt sein. Bitte logge dich ein oder registriere dich jetzt und profitiere von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Deine Meinung ist gefragt!

2 Kommentare
  1. Reto Egloff, 19.11.2017, 18:21 Uhr

    Liebe Frau Bevilacqua
    Dieser Artikel ist leider nicht sehr objektiv.
    Klar sieht das Design der meisten Seiten aus den 90 und frühen 00er Jahre schlimm aus. Aber wenn man den technologischen Stand der Webentwicklung berücksichtigt, wird das vorschnelle Urteil über die Entwickler und die Designer dieser Zeit relativiert. Es war schlicht nicht viel mehr möglich. Und die Webästhetik musste sich auch erst entwickeln, weil das Medium neu war. Es gab sehr wenige Personen, die diese Technologie zu dieser Zeit beherrschten und noch weniger Designer, die in Zusammenarbeit mit einem Programmierer eine schöne und ansprechende Lösung entwickeln konnten. Ein ganzer Berufszweig musste sich erst erschaffen und die Ausbildungen waren nicht existent oder noch in den Kinderschuhen. So haben wohl alle das Beste gegeben zu dieser Zeit. Da finde ich es ziemlich despektierlich, jetzt über diese “Designer” herzuziehen.

    1. Loredana Bevilacqua, 21.11.2017, 08:24 Uhr

      Grüezi, danke für Ihren Kommentar. Natürlich ist es mir durchaus bewusst, dass man zu der Zeit nicht auf dem heutigen Entwicklungsstand war. Die alten Websiten heute zu betrachten ist aber gerade darum geeignet, etwas humorvoll und vielleicht sogar nostalgisch darauf zurückzublicken. Es gab auch damals – wie ich finde – aber schon designtechnische Unterschiede und ich habe mir deshalb erlaubt, dass auch so zu bewerten. Es sollte aber in keiner Weise despektierlich gemeint seint, sondern eher mit einem Augenzwinkern. 🙂