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Jubel zum Sieg bei Zugs Timo Helbling, Dominic Lammer und Santeri Alatalo. (Bild: Melanie Duchene EQ Images )

Mit Vertrauen marschiert der EVZ auf den Titel zu Alles für das Team

3 min Lesezeit 14.04.2017, 10:56 Uhr

Mit dem 3:2 Sieg nach Verlängerung glich der EVZ am Gründonnerstag die Finalserie auf 2:2 aus und versetzte die Zuger Fans inner- und ausserhalb des Stadions in kollektive Ekstase. Bereits zum vierten Mal in diesen Playoffs gewannen die Kolinstädter in der Verlängerung – was zeichnet ihre Nervenstärke aus?

Zu Beginn des langen Hockey-Abends tauchte Saul Miller, dieses Mal mit zwei intakten Brillenbügel unterwegs, auf. Der Sportpsychologe, der sich in der Schweiz einen Ruf als Erfolgsmacher erworben hat und diese Saison den EVZ betreut, strahlte unmittelbar vor Spielbeginn eine unerschütterliche und ansteckende Zuversicht aus. Wie einer, der an die Fähigkeiten seiner Schützlinge glaubt und felsenfest von deren Qualitäten überzeugt ist. Mit derselben Einstellung stürmten die Zuger von der ersten Minute an los und liessen dem SCB im ersten Drittel nicht den Hauch einer Chance.

Das Heimteam powerte, als gäbe es kein Morgen. Am besten mag dies das Ende des dritten, erfolglosen Powerplays illustrieren. Bevor sich beide Teams auf das Spiel bei numerischem Gleichstand einstellen konnten, spielte der frisch auf das Eis gekommene Diem mit einem Energieanfall Schnyder vor dem Tor frei, der die Führung kurz nach Ablauf der Berner Strafe auf 2:0 erhöhte. Angesichts des kontinuierlichen Zuger Sturmlaufs wussten die Gäste nicht, wie ihnen geschah.

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«Das war ein gutes Drittel, so haben wir uns das vorgestellt.»
Schnyder, nach 20 Minuten Spielzeit

Glaube an die eigenen Qualitäten

Einziger Wermutstropfen war, dass die Zuger nach 20 Minuten nur mit zwei Toren führten. Doch die Selbstverständlichkeit, mit der sie ihren Job ausführten, beeindruckte. So kommentierte Torschütze Schnyder, der später auch den Siegestreffer erzielten sollte, die Leistung nach dem ersten Drittel lakonisch: «Das war ein gutes Drittel, so haben wir uns das vorgestellt.» Just diese Selbstverständlichkeit und der Glaube in die eigenen Qualitäten liessen sie auch vom zwischenzeitlichen Erstarken der Berner und den beiden doch eher unglücklichen Gegentreffern nicht aus dem Konzept bringen. Folgerichtig konnten die Zuger die Partie nach Umwegen in der Verlängerung für sich entscheiden.

Zum zweiten Mal in Folge gewannen sie in der Verlängerung. Insgesamt fünfmal bestritten die Kolinstädter in diesen Playoffs eine Verlängerung – viermal konnten sie als Sieger vom Eis gehen. Dies, nachdem sie in der Qualifikation von neun Zusatzschichten deren drei gewinnen konnten.

Unerschütterliches Vertrauen in die Mitspieler

Was ist das Erfolgsrezept, dass der EVZ in den entscheidenden Momenten sein bestes Hockey abzurufen scheint? Klingberg meint: «Wir geben nie auf und wissen um unsere Qualitäten. Wir alle wissen, dass wir uns auf unsere Teamkollegen verlassen können. Auf unsere Linienpartner, unsere Verteidiger, unseren Torhüter. Wir sind wie eine 20-Mann-Maschine auf dem Eis.» Das Vertrauen in die Mitspieler spüre er, wenn er in der Garderobe den Teamkollegen in die Augen sehe. «Wenn ich jedem meiner Mitspieler in die Augen sehe, gibt es absolut keinen, der nicht alles für das Team auf den Tisch bringen würde.»

Diese Entschlossenheit zeichnet diese EVZ-Ausgabe schon während der gesamten Saison aus. Die Zuger scheinen auf einer Mission zu sein und wollen sich selber und der ganzen Hockey-Schweiz beweisen, dass sie ihren Ruf als gutes Qualifikations-Team, das in den Playoffs jeweils früher oder später versagt, ablegen können. Offenbar hat das letztjährige Playoff-Debakel gegen Lugano die Spieler derart in ihrem Stolz verletzt, dass sie diese Scharte ohne Wenn und Aber auswetzen wollen. Dafür ist nur das höchste Ziel gut genug. Es überrascht folglich nicht, wenn Matchwinner Schnyder den Erfolg in der Verlängerung damit erklärt, dass «wir mehr wollen und nie aufgeben.»

«Wir sind noch nicht soweit.»
Harold Kreis, Cheftrainer

Momentum auf Zuger Seite

Nachdem den EVZ am Dienstag fünf Spielminuten von einem wohl vorentscheidenden 0:3-Rückstand in der Serie trennten, haben sie sich eindrücklich zurückgemeldet und das viel beschworene Momentum auf ihrer Seite. Die Zuger bilden sich darauf jedoch nichts ein. Dementsprechend lassen sie sich nicht von der Euphorie der Fans anstecken. Schnyder: «Wir merken, dass die Fans hinter uns stehen. Aber für uns ist jetzt nicht der Zeitpunkt zum Geniessen. Das können wir im Sommer tun.» Denn die Zuger haben, wie Cheftrainer Kreis betonte,  «a job to do. Wir sind noch nicht soweit.»

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