Aller Anfang ist anders
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Es laufe gut, freut sich die neue Wirtin Edda Steinmann. Doch der kommende Winter gibt ihr zu denken. (Bild: jav)

Vom «Meridiani» zum «Piccolino» Aller Anfang ist anders

4 min Lesezeit 07.11.2014, 15:06 Uhr

Einen Monat ist es her, seit das «Piccolino» seine Türen für die Gäste öffnete. Der Betrieb läuft zusehends, die ersten Startschwierigkeiten sind überwunden. Das «Meridiani» und das ehemalige Team bleiben sehr präsent, die grosse Aufregung jedoch hat sich gelegt.

Ein schöner Herbsttag, vor dem ehemaligen «Meridiani» sind alle Tische an der Sonne besetzt. Doch öfters fehlen hier die üblichen Verdächtigen. Einige Meridiani-Stammgäste sind im Piccolino nicht mehr zu sehen. Das liege am Kaffee, finden die einen, die anderen, es sei die Atmosphäre.

Man geht wieder hin

Das Piccolino öffnete vor knapp einem Monat seine Türen. Edda Steinmann startete voller Elan in ihre neue Aufgabe, obwohl sie sich vorher mit so einigen Anfeindungen und negativen Reaktionen herumzuschlagen hatte. (zentral+ berichtete)

Viele Stammgäste solidarisierten sich mit den ehemaligen Betreibern und dem Team. Der Wechsel sei nicht fair abgelaufen, eine Sauerei sei es gewesen, hiess es. Die Stammgäste verstanden nicht, weshalb der Besitzer das Lokal zwar weiterhin wollte, jedoch unter neuer Führung. «Es hat eine Weile lang auffällig weniger Gäste gehabt», sagt ein Stammgast. Nun kämen diese Leute aber langsam wieder. «Man» gehe wieder hin.

Es bleibt das Meridiani

«Ich habe die Aufregung nie wirklich verstanden», so Beat Reichenbach, ebenfalls ein Stammgast des Meridiani und nun auch des Piccolino. «Wer das Lokal führt, ist mir nicht so wichtig, sondern wie wohl ich mich darin fühle, und wie man bedient wird», findet Reichenbach und ergänzt: «Für mich ist und bleibt es das Meridiani.»

«Ich habe die Aufregung nie wirklich verstanden.»
Beat Reichenbach, Stammgast

Das Publikum habe sich etwas verändert, weiss Edda Steinmann. Aber es sei auch jetzt eine gute Mischung von Gästen aller Generationen. Einige Stammgäste seien erfreulicherweise auch bereits wieder da. Aber leider nicht alle. «Ich würde mir wünschen, dass auch die anderen wiederkommen», so Steinmann. «Früher sind wohl auch mehr Künstler Stammgäste gewesen.»

Das Team macht die Musik

Stefan Sägesser wohnt direkt um die Ecke des Piccolino und trinkt morgens seinen Kaffee dort und liest Zeitung. Sägesser ist überzeugt, dass vor allem die ehemalige Crew die Atmosphäre des Lokals ausgemacht hat.

«Die ehemaligen Pächter hatten ein sehr gutes Händchen mit dem Personal. Es waren viele junge Leute in Ausbildung: Grafiker, Musiker und so weiter.» Diese hätten automatisch Kundschaft aus der kreativen Szene angezogen. «Um das Personal ist es sehr schade. Die Atmosphäre hat verloren», findet Sägesser. Nun werde sich zeigen, wie sich das Lokal und die Kundschaft in dieser neuen «Ära» entwickeln werde.

Wenn die Maschine nicht will

«Die Morgen-Stammgäste sind mehr oder weniger alle noch da», so Sägesser. Doch am Anfang sei der Kaffee nicht gut gewesen, weshalb einige der Stammgäste weggeblieben seien. «Ich fand jedoch, man muss dem Ganzen eine Chance geben.» Er habe seine Kritik am Kaffee mitgeteilt und mittlerweile sei dieser gut.

Steinmann weiss um die Startschwierigkeiten mit der Kaffeequalität. «Wir haben zwei Wochen mit unserer brandneuen Kaffeemaschine gekämpft. Teilweise musste sie fast täglich neu eingestellt werden, da sie neu war und sich die Messer der Mühlen noch einschleifen mussten.» Mittlerweile zeige sich aber, dass sich die Investition in die Maschine gelohnt habe.

«Wir sind nur noch über Handwerker geklettert.»
Edda Steinmann, Geschäftsführerin des «Piccolino»

Edda Steinmann blickt auf eine bewegte Startphase mit dem Piccolino zurück. Im ersten Monat gab es so einige Auf und Ab’s, so einige Anlaufschwierigkeiten. Nicht nur die Kaffeemaschine hat ihr dabei zu schaffen gemacht. «Diverse neue Gastro-Geräte, wie der Ofen und die Geschirrspülmaschine sind ausgefallen. Und auch die Musikanlage wollte streiken. Zu guter Letzt stieg an der Heizung noch ein Verteilerventil aus», erzählt Steinmann und lacht: «Wir sind nur noch über Handwerker geklettert.»

Doch mittlerweile haben sich die Startschwierigkeiten gelegt. «Ich bin sehr zufrieden», so Steinmann. Das ganze Team habe sie stark unterstützt und mitgezogen. Doch nun steht der Alltag an. «Ich hab schon noch so einige Ängste im Rücken. Gerade jetzt, wo der Winter kommt», verrät Steinmann. Diese Sorge ist verständlich, da das Lokal doch vor allem durch seine Laube und die Aussensitzplätze besticht.

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