«Äbiker» unterschreiben fleissig, damit «Pinot» bleiben kann
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Esel «Pinot» auf dem Rütihof-Areal in Ebikon. (Bild: zvg)

Zwist um Familiengärten in Ebikon «Äbiker» unterschreiben fleissig, damit «Pinot» bleiben kann

3 min Lesezeit 27.07.2020, 15:38 Uhr

Die heutige Nutzung des oberen Rütihof in Ebikon ist nicht zonenkonform. Setzt sich der Gemeinderat durch, muss auch die als Ausflugsziel beliebte Kleintierhaltung weichen.

Die Schrebergärten liegen seit 1974 auf dem Areal Rütihof am Lamperdingenweg in Ebikon. Nun sollen die oberen Gartenparzellen verschwinden. Den Pächtern wurde von der Gemeinde per Ende Oktober gekündigt. Als Kündigungsgrund wurde vermerkt, dass auf dem Areal eine Begegnungszone geplant ist (zentralplus berichtete).

Davon betroffen ist auch eine Parzelle, die Felix Joller seit zehn Jahren als Futterwiese für seinen Esel nutzt. «Eigentlich ist es ja heute schon eine Begegnungszone, einfach eine private», meint er. Familien besuchen gerne den Esel «Pinot», den Joller vor elf Jahren vor dem Schlachthof rettete.

Auch das Pony und die Gänse erfreuen sich vieler Gäste in Ebikon. Dass nun einfach Schluss sein soll, will Joller nicht akzeptieren. Momentan hält er noch die Pacht an einem Teil des Rütihofs, den er von der Stadt Luzern gepachtet hat. «Doch die Hälfte des Futters ist nun weg.»

Gemeinsam mit anderen Anwohnern hat er vor zehn Tagen mit dem Sammeln von Unterschriften begonnen. «Wir haben schon die Hälfte zusammen», so Joller. Er gibt sich zuversichtlich, dass die notwendigen 300 voll werden: «Das schaffen wir ganz sicher!» Die dafür ins Leben gerufene IG Rütihof hat noch 50 Tage Zeit, um nun noch insgesamt 150 Unterschriften zu sammeln.

Die Gemeinde hält an ihrem Vorhaben fest

Die SVP Ebikon, wo Pensionär Joller früher selbst Mitglied war, hatte sich zuvor mit einem offenen Brief an die Gemeinde gewandt. Darin stellt sie den Nutzen der zukünftigen Nutzung als Begegnungszone infrage.

Aus der Antwort der Gemeinde geht hervor, dass «nicht die zukünftige, sondern die bisherige Nutzung» problematisch sei: «So wie die Parzellen ausgebaut und bewirtschaftet werden, ist eine Weiterführung der bestehenden Anlage nicht möglich», heisst es da.

Verwahrloste Schrebergärten und unzulässige Kleintierhaltung

Die aufsummierten Probleme: Die Duldung von Neophyten auf dem Gelände, der übermässige Ausbau der Gartenhäuser, die Kleintierhaltung, sowie die teilweise Verwaldung einzelner Parzellen seien nicht zonenkonform – und könnten auch aus Haftungsgründen nicht geduldet werden.

Es sei die schiere «Summe der aktuellen Gegebenheiten», die zur Kündigung der Pachtverträge geführt habe, heisst es in der von Gemeindepräsident Daniel Gasser gezeichneten Antwort schliesslich.

Gemeinde befürchtet Imageschaden

Die Parzellen Rütihof sollen – geht es nach dem Gemeinderat – in der künftigen Nutzung «der gesamten Bevölkerung von Ebikon» zur Verfügung stehen. Dies stelle eine Aufwertung für Natur und Landschaft dar und fördere so «aktiv ein positives Image der Gemeinde», heisst es schliesslich.

Das letzte Wort in diesem Streit scheint damit noch nicht gesprochen. Zumindest scheint es sehr realistisch, dass die Unterschriftensammlung der IG Rütihof zustande kommt. Dann hätte das Volk das letzte Wort.

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