Abbau bei SIP und Ausbau bei Sommerbars
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Christina Rubin, Teamleiterin der SIP, präsentiert mit einem Mitarbeiter die neue Uniform. (Bild: Jonas Wydler)

Stadt Luzern passt Sicherheitsmassnahmen an Abbau bei SIP und Ausbau bei Sommerbars

3 min Lesezeit 4 Kommentare 15.03.2016, 11:27 Uhr

Die Stadt Luzern muss erneut bei der SIP-Truppe (Sicherheit, Intervention, Prävention) sparen. Deshalb wird das Team deutlich verkleinert. Und auch bei den extra wegen Sicherheitsproblemen ins Leben gerufenen Sommerbars tut sich was – aber in die andere Richtung.

Verschiedene Massnahmen der Stadt Luzern tragen zu sicheren öffentlichen Räumen bei. Dazu gehört die nicht unumstrittene SIP Luzern (Sicherheit, Intervention, Prävention), die sich als Einsatzgruppe in Absprache mit der Polizei, dem Strasseninspektorat und Privaten seit zehn Jahren für Sicherheit und Sauberkeit im öffentlichen Raum engagiert.

Nach der dreijährigen Pilotprojektphase wurde die SIP im Jahr 2008 definitiv eingeführt. 2011 erfolgte durch Einbezug von Zivildienstleistenden eine erste Stellenreduktion der SIP. Die gesammelten Erfahrungen der vergangenen Jahre sowie der Beitrag von 250’000 Franken an das Sparpaket «Haushalt im Gleichgewicht» führten dazu, dass sich die SIP im 2016 neu ausrichten muss.

Ein Drittel weniger SIP

Diesen Dienstag nun teilt die Stadt Luzern mit: «Das Team der SIP wird von 700 Stellenprozente und drei Zivildienstleistenden auf 500 Stellenprozente und zwei Zivildienstleistende reduziert und richtet seinen Fokus vermehrt auf die nachhaltige Präventionsarbeit und die Früherkennung. Zudem werden die Einsatzzeiten reduziert.» Die gute Absprache mit der Luzerner Polizei ermögliche es, dass die SIP gezielter eingesetzt werden könne. Trotz reduzierter Einsatzzeiten wird dadurch die Zuverlässigkeit und Präsenz der SIP weiterhin gewährleistet.

Die Mittel für die SIP-Truppe werden erneut gekürzt.

Die Mittel für die SIP-Truppe werden erneut gekürzt.

(Bild: zvg)

«Wir schätzen den guten Austausch mit der SIP. Auf ergänzende Art und Weise sorgen wir gemeinsam für einen sicheren öffentlichen Raum», sagt Marco Stocker, Chef Sicherheitspolizei Stadt. Mit einer neuen Uniform erscheint die SIP im 2016 auch äusserlich in einem neuen Kleid. Die Stadt schreibt: «Die Farbe Blau der neuen Bekleidung soll die SIP klar als Teil der Stadt Luzern erkennbar machen und zusammen mit der Farbe Türkis die Werte einer vermittelnden und besonnenen Kommunikation widerspiegeln.»

Sommerbars als voller Erfolg

Auch die Sommerbars auf der Ufschötti (seit 2005) und dem Inseli (seit 2008) hatte die Stadt Luzern ursprünglich im Rahmen von Massnahmenpaketen für mehr Sicherheit und Sauberkeit im öffentlichen Raum initiiert. Zwei weitere Projekte (Volière 2012 und Europaplatz 2014) wurden seither im Rahmen des Projekts «Sommerbars als Sicherheitsmassnahme» umgesetzt. «In einer heutigen Bilanz können die Sommerbars als Erfolg bezeichnet werden: Das Ziel, die betroffenen öffentlichen Räume wieder für alle zugänglich zu machen, ist erreicht. Die soziale Kontrolle wurde erhöht, Sicherheit und Sauberkeit haben sich stark verbessert. Die Sommerbars stellen aus heutiger Sicht keine reine Sicherheitsmassnahme mehr dar: Sie erfreuen sich grosser Beliebtheit und sind Teil der Stadt Luzern geworden», schreibt die Stadt.

Die Sommerbar «Buvette» steht jährlich seit 2008 beim Inseli.

Die Sommerbar «Buvette» steht jährlich seit 2008 beim Inseli.

(Bild: cha)

Verlängerung bis 2019

Das Projekt für die bestehenden Standorte läuft Ende 2017 aus. Aufgrund der grossen positiven Resonanz und der erreichten Aufwertung der Stadträume Ufschötti, Inseli und Europaplatz sollen die Standorte aber nicht abgebaut, sondern ein lückenloser Betrieb gewährleistet werden.

Der Stadtrat beschloss, dass das Projekt Sommerbars um zwei Jahre (bis und mit Saison 2019) verlängert wird. Ziel dieser Verlängerung ist es, nahtlos an das Projekt «Stadtraum Luzern – Strategien für die Nutzung und Gestaltung des öffentlichen Raums» anzuknüpfen. Das Projekt hat unter anderem zum Ziel, bis Ende 2017 aus einer Gesamtsicht zu klären, an welchen Standorten welche Form von Gastronomieangeboten in öffentlichen Räumen realisiert werden können. Auf die Saison 2020 ist mit den Erkenntnissen aus dem Projekt ein offenes Vergabeverfahren für die Sommerbars in der Stadt Luzern geplant. Dieses Verfahren ermöglicht es der Stadt Luzern, aus einem breiten Feld von interessierten Gastronomen das geeignetste Konzept auszuwählen.

Neue Bars an Reusszopf und Bahnhofstrasse

Zwei zukünftige Standorte sind bereits festgelegt: 2017 sollen im Reusszopf und 2020 in der Bahnhofstrasse eine Sommerbar in Betrieb genommen werden. Die Betreiberschaft im Reusszopf soll als Pilotprojekt mit einem offenen Vergabeverfahren ausgewählt werden. So können am Beispiel Reusszopf Erfahrungen gesammelt werden, um an den Standorten der bestehenden Sommerbars auf die Saison 2020 ein faires, offenes Vergabeverfahren durchführen zu können.

Hinweis: Anfang Nachmittag folgt ein detaillierter Artikel über die Umwälzungen bei der SIP und den Sommerbars mit Stimmen aller Beteiligten.

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4 Kommentare
  1. Mario Lütolf, 15.03.2016, 19:51 Uhr

    @Lozerner: wieso „Beamten-Haue“ und Misstrauen? Man(n) darf auch gerne zur Kenntnis zu nehmen, dass hier – was kein Verwaltungskritiker auch nur zu hoffen wagt – ein aktiver Sparbeitrag geleistet wird, weil es eine neue Lagebeurteilung eben erlaubt. Isch doch rüüdig guet, oder?

  2. Risige Penix, 15.03.2016, 18:18 Uhr

    Die Zahlen klingen ja rüdig gut. Werden die konstant Kontrolliert oder kann jeder SIP-Type oder jedes SIP-Gespann einfach aufschreiben was es will?

    Das ist ja gut zu hören, dass man den Beamten vertraut. Weil wir sind ja statistisch gesehen und erfahrungsgemäss alles ehrliche Menschen.

  3. Mario Lütolf, 15.03.2016, 16:44 Uhr

    @Lozerner: ich liefere ein paar (unvollständige) Argumente, warum die SIP meiner Meinung nach NICHT „vollkommen überflüssig“ ist: Erstens ruft das „8jährige Kind mit dem Handy“ eben nicht die Polizei, sondern springt davon. Zweitens haben die „Vogelscheuchen in Uniform“, wie Sie die engagierten und mit individueller, spezifischer Aus- und Weiterbildung versehenen SIP-Mitarbeitenden nennen, im Jahr 2015 u. a. 127x Drogendeals und 493x Drogenkonsum gemeldet, 24x direkt die Polizei avisiert, 95x Gewaltprävention geleistet, 237x Umfeldkonflikte verfolgt, 24x Vandalismus angezeigt und 95x Nachruhestörungen verfolgt. Sie tun das bei Tag und Nacht und jedem Wetter. Dann eben, wenn wir a) wegschauen oder b) gemütlich in Lokalen oder zuhause vor dem TV sitzen. SIP ergänzt die Arbeit der Polizei in abgestimmter, sinnvoller Weise und ist damit ein wichtiges Bindeglied zwischen Staat, Jugendlichen, Randständigen und allen anderen Menschen, die sich im öffentlichen Raum aufhalten. Ich meine, so gesehen sind die Beiträge der SIP für ein friedliches und rücksichtsvolles Miteinander doch durchaus von bleibendem Wert, oder?

  4. Risige Penix, 15.03.2016, 14:35 Uhr

    Als jemand der im öffentlichen Raum der Stadt Luzern arbeitet und die SIP fast täglich bei der „Arbeit“ sieht, kann ich nur sagen dass diese Institution meiner Meinung nach vollkommen überflüssig ist.

    Wenn etwas passiert, dann rufen die die Polizei. Ein 8yäriges Kind mit einem Handy kann das auch. Luzerner zahlen 500 Stellen Prozent für ein paar Uniformen die nicht viel mehr tun als mit Leuten am Bahnhof zu tratschen, rumzuwatscheln und während dem Dienst Zigis zu rauchen und auf Bänken zu sitzen! Ein paar Vogelscheuchen mit Uniform wären billiger.

    Währenddessen wird bei den Schulen gespart und unsere Zukunft verkauft. Aber wer braucht eine Zukunft, wenn man heute ein paar Beamtenstellen schaffen kann.

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