Ab Montag dürfen nur noch 30 Leute in die Zuger Clubs und Bars
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Feiern mit mehr als 100 Personen ist im Kanton Zug ab Montag nicht mehr möglich (Symbolbild). (Bild: Vegas Dance Club)

Natelnummern werden überprüft Ab Montag dürfen nur noch 30 Leute in die Zuger Clubs und Bars

4 min Lesezeit 6 Kommentare 10.07.2020, 16:45 Uhr

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus nimmt im Kanton Zug erneut zu. Um die Ausbreitung einzudämmen, setzt der Regierungsrat deshalb bei den Nachtclubs und Bars an. Ab Montag gelten hier strengere Regeln.

Clubs und Bars im Kanton Zug dürfen ab dem kommendem Montag nur noch 100 Gäste gleichzeitig bedienen, wovon sich maximal 30 im Innenraum aufhalten dürfen. Veranstaltungen mit über 300 Personen sind zudem nur noch dann zugelassen, wenn der erforderliche Abstand eingehalten werden kann oder Masken getragen werden. Damit reagiert der Regierungsrat auf die steigenden Fallzahlen von Covid-19 im Kanton, wie er am Freitag mitteilte.

«Der Zuger Regierungsrat nimmt die Entwicklung des Coronavirus mit Beunruhigung zur Kenntnis. Es ist dringend nötig, die Ausbreitung des Virus zu bremsen, bevor es zu einem exponentiellen Wachstum kommt», begründet er den Schritt. Die Erfahrungen hätten gezeigt, dass Massnahmen rechtzeitig getroffen werden müssen, damit sie tatsächlich wirken, führt Gesundheitsdirektor Martin Pfister aus.

Strengere Vorgabe für Clubs und Bars

Und weiter: «Gerade in Clubs und Bars ist es sehr schwierig, die Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten. Deshalb sind hier verschärfte Auflagen nötig.» Etwas weniger risikoreich sei der Aufenthalt in Aussenbereichen, weshalb dort mehr Personen gleichzeitig anwesend sein könnten.

Die Bars und Clubs seien zudem nach wie vor verpflichtet, die Kontaktdaten aller Gäste zu sammeln, damit wenn nötig das Contact Tracing durchgeführt werden kann. Neu müssen die Betriebe die Namen der Gäste anhand eines Ausweises prüfen und kontrollieren, ob die angegebene Telefonnummer korrekt ist.

Veranstaltungen ab 300 Personen nur noch mit Auflagen erlaubt

Weiter hat der Regierungsrat entschieden, Einschränkungen bei öffentlichen und privaten Veranstaltungen zu treffen. Ab Montag, 13. Juli, gelten dabei folgende Regeln.

Veranstaltungen mit mehr als 300 Anwesenden dürfen nur durchgeführt werden, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Anwesenden eingehalten werden kann oder Schutzmassnahmen wie das Tragen einer Schutzmaske getroffen werden.

«Wir fordern alle Einreisenden aus den Risikogebieten ausdrücklich auf, sich nach der Ankunft sofort für 10 Tage in Quarantäne zu begeben und sich beim Kanton zu melden.»

«Wir fordern alle Einreisenden aus den Risikogebieten ausdrücklich auf, sich nach der Ankunft sofort für 10 Tage in Quarantäne zu begeben und sich beim Kanton zu melden.»

Martin Pfister, Zuger Gesundheitsdirektor

Wenn bei Anlässen mit 31 bis 300 Anwesenden der Mindestabstand eingehalten werden kann oder Schutzmassnahmen (z.B. das Tragen von Masken) getroffen werden können, dürfen diese ohne zusätzliche Einschränkungen stattfinden.

Wenn dies nicht möglich ist, müssen die Anwesenden in Sektoren von höchstens 30 Personen in Innenräumen beziehungsweise höchstens 100 Personen im Freien aufgeteilt werden. Zudem müssen in diesem Fall die Kontaktdaten erhoben werden.

Bei Veranstaltungen im Familien- oder Freundeskreis von bis zu 100 Anwesenden müssen keine Sektoren gebildet werden.

Kleinere Anlässe mit weniger als 30 Anwesenden können nach wie vor ohne Auflagen stattfinden.

Frühzeitige Massnahmen um Ausbruch zu bremsen

«Uns ist bewusst, dass Einschränkungen bei Veranstaltungen die Zuger Bevölkerung einen spürbaren Einschnitt bedeutet. Wir müssen aber jetzt diese Massnahmen treffen, um eine zweite Welle abbremsen zu können», so Pfister. Es liege im Interesse aller, dass nicht erneut noch strengere Einschränkungen wie im Frühling nötig werden. «Eine solche Situation müssen wir aus gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gründen unbedingt verhindern», appelliert Pfister.

Durch die beschlossenen Einschränkungen könne insbesondere auch erreicht werden, dass das Contact Tracing weiterhin erfolgreich durchgeführt werden kann. Dieses sei entscheidend, um die Ansteckungsketten rasch zu unterbrechen. Einen Beitrag zum erfolgreichen Contact Tracing leistet auch die SwissCovid App. Je mehr Personen die App installieren und verwenden, umso wirksamer unterstützt sie die Eindämmung des neuen Coronavirus.

Verstärkte Schutzmassnahmen in Pflegeheimen

Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen sind in besonderem Masse durch eine COVID-19-Erkrankung gefährdet. Um diese Personengruppe effektiv zu schützen, seien deshalb spezifische Schutzmassnahmen nötig, führt der Regierungsrat weiter aus.

Die Gesundheitsdirektion stehe dazu in engem Kontakt mit dem Verband Curaviva Zug. «Der Schutz der Heimbewohnenden steht dabei im Zentrum. Gleichzeitig sollen die Bewohnerinnen und Bewohner die Heime nach wie vor verlassen und auch Besuche empfangen können», führt Pfister dazu aus.

Online-Formular für Einreisende aus Risikogebieten

Seit dem 6. Juli müssen Personen, die aus bestimmten Gebieten in die Schweiz einreisen, für zehn Tage in Quarantäne. Dafür müssen sie sich innerhalb von zwei Tagen nach der Einreise beim Kanton melden. Der Kanton Zug hat hierfür ein Online-Formular erstellt, so dass sich die betroffenen Personen einfach und jederzeit melden können. Dieses ist auf der Homepage www.zg.ch/corona zu finden.

«Wir fordern alle Einreisenden aus den Risikogebieten ausdrücklich auf, sich nach der Ankunft sofort für 10 Tage in Quarantäne zu begeben und sich beim Kanton zu melden», betont Pfister. «So können sie einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, weitere Ansteckungen zu verhindern.»

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6 Kommentare
  1. Kurt Flury, 11.07.2020, 09:59 Uhr

    Achtung, keine Angst!
    Die prozentuale Anteil an positiv getesteten nimmt nicht zu. Es wird nur viel mehr als vorher getestet. Dass dabei die „Fälle“ (wieder) zunehmen, war zu erwarten (Absicht?) und ist ganz normal, wird aber nicht gesagt.
    Je länger desto mehr, habe ich den Eindruck, dass da jemand versucht, uns für dumm zu verkaufen, um uns unserer Rechte berauben zu können.

    PS: Nur bei einer verschwindend kleinen Zahl hat die „Infizierung“ Konseqenzen; alle andern haben oder merken nichts! – Ohne Anzeichen/Symptome von einer Krankheit zu sprechen, ist abstrus und tönt erfunden, aber bei Covid-19 die gängige Praxis (Stichwort: fear mongering).

    1. Hans Peter Roth, 12.07.2020, 01:09 Uhr

      Keine Angst, das Recht auf Unwissen und Verblendung bleibt Ihnen erhalten. Möge das Virus mit Ihnen Erbarmen haben.

  2. Corona, 10.07.2020, 18:48 Uhr

    Ausweichvariante Pop-Up- Park Luzern.

  3. Pascal, 10.07.2020, 17:03 Uhr

    Aha, ab Montag – wie praktisch …
    Und wann kommt das endlich in Luzern ?

    Das Virus freut sich auf das Wochenende in den Clubs.

  4. mebinger, 10.07.2020, 16:53 Uhr

    Stört mich persönlich zwar nicht, da ich nicht betroffen bin, merke jedoch, das der Regierungsrat immer noch nicht den Unterschied zwischen absoluten und relativen zahlen begreift, und somit wieder in die Schule müsste! Wir haben keine Erhöhung der Fallzahlen sondern eine massive Erhöhung der getesteten Personen. Lieber Regierungsrat seit Mai sind unverändert 1 % der getesteten positiv, ist das wirklich so schwer zu verstehen oder wollt ihr es einfach nicht verstehen. Wann bemüht ihr Euch endlich mal die Statistiken des BAG anzuschauen und Vernunft an zu nehmen oder wollt ihr die Gesellschaft auf Jahre zerstören.

    Und liebe Jugendliche feiert halt nun auf de Strasse und rebelliert, den auch ihr habt eine Zukunft verdient

    1. Manjaro, 10.07.2020, 17:25 Uhr

      Muss man solches Gefasel wirklich veröffentlichen?
      Auch die Letzten werden es hoffentlich irgendwann noch begreifen.

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